Darum gehts
- Junger Mann trainiert seit 365 Tagen nur linken Bizeps
- Ziel: absichtliche Asymmetrie als Kritik an Influencer-Trend «Looksmaxxing»
- 148'000 Instagram-Follower, Arzt warnt vor langfristigen Gesundheitsschäden
Sport gilt im Allgemeinen als gut für Körper und Geist. Nun hat ein junger Mann diesen Grundsatz auf eine ziemlich skurrile Weise umgesetzt. Seit über einem Jahr trainiert der auf Instagram als «Crooked Man» bekannte Influencer nur eine Körperhälfte. Wie er behauptet, um schlechter auszusehen – und zwar aus Protest gegen Influencer, die das sogenannte Looksmaxxing, also das Optimieren des eigenen Aussehens, propagieren.
Sein neustes Projekt ist sein linker Bizeps. Seit genau einem Jahr trainiert er ausschliesslich seinen linken Oberarm. Seine Berühmtheit im Internet erlangte der «krumme Mann», dessen echter Name nicht öffentlich bekannt ist, jedoch mit einem anderen ungewöhnlichen Trainingsprogramm.
Vom Trapezmuskel zum Bizeps
Dabei konzentrierte er sich voll und ganz auf den linken Trapezmuskel. Seine Fortschritte wurden schnell sichtbar. Sie zeigten einen deutlichen Unterschied zwischen der linken und rechten Seite des Halses und der Schulter. Durch das asymmetrische Training wirkte er sehr verkrümmt, daher auch sein Spitzname.
Jetzt präsentiert er die Ergebnisse seines Bizepstrainings ebenfalls in den sozialen Medien und scherzt dabei, er bereite sich auf eine Profikarriere im Badminton vor – eine Sportart, für die er seiner Meinung nach nur einen starken Arm braucht.
Seine Trainingsmethode hat viel Aufmerksamkeit und neue Follower generiert, aber einige seiner 148'000 Zuschauer machen sich wegen der langfristigen Folgen auf seine Gesundheit Sorgen. Das Training einer Körperhälfte mag zwar besser sein als gar kein Sport, aber wie werden seine Wirbelsäule und sein Nacken auf die starke Asymmetrie reagieren?
Arzt warnt vor Gefahren
Bei seinem ersten Experiment im letzten Frühjahr warnte der Arzt Suhail Hussain gegenüber dem Social-Media-Portal LB, dass die möglichen Vorteile seines Trainings «die Risiken vermutlich nicht aufwiegen können». Er warnte davor, dass ein solcher Ansatz zu «einer Fehlstellung der Wirbelsäule, Gelenkbelastungen und dadurch zu Folgeschäden an der Muskulatur» führen könne. Das könne wiederum zu chronischen Schmerzen führen.
Angesichts der grossen Bedenken des Arztes bleibt zu hoffen, dass der junge Sportler sein Training wieder auf beide Seiten ausrichtet, sobald der Hype nachlässt. Bei 148'000 Followern auf Instagram besteht aber die Befürchtung, dass er seine Gesundheit weiterhin für noch mehr Reichweite riskieren wird.
Dieser Artikel erschien zuerst auf blic.rs. Das serbische Newsportal gehört wie Blick zu Ringier.