Darum gehts
- Bangkok kämpft mit schweren Überschwemmungen durch anhaltenden Regen
- Über 84'000 Menschen in 21 Provinzen betroffen, alle Bezirke sind zum Katastrophengebiet ernannt worden
- Behörden warnen vor weiterem Regen bis mindestens Sonntag, ein Verkehrschaos wird erwartet
Bangkok erlebt derzeit aussergewöhnlich schwere Überschwemmungen. Seit Donnerstagnachmittag regnet es nahezu ununterbrochen. Die Kanäle sind voll, Strassen, Häuser und Geschäfte stehen unter Wasser und der Verkehr in der Millionenmetropole kommt beinahe zum Erliegen.
Menschen waten durch hüfttiefes Wasser und schieben ihre Scooter neben sich her. Alle 50 Bezirke Bangkoks wurden zu Katastrophengebieten erklärt. Mittendrin, aber hoffentlich bald zu Hause, ist der 47-jährige M.L.* aus Basel. Er war die letzten drei Wochen in Thailand. Seit vier Tagen ist er nun in Bangkok und fliegt in einigen Stunden zurück nach Hause. Hochwasser gebe es in Thailand zwar immer wieder, sagt L. zu Blick, aber so etwas habe er noch nie erlebt.
Warnung von den Behörden
Von derart heftigen Überschwemmungen habe er bislang nur gehört, und er reise nun doch schon seit 16 Jahren immer wieder nach Thailand. Er erzählt auch, dass die Behörden wegen der Unwetter Warnungen ausgegeben haben. «Meine Frau hat auf dem Handy eine Warnmeldung bekommen – dass man möglichst nicht nach draussen gehen soll», sagt L.
«Ich weiss nicht, was sie in der Stadt falsch machen», sagt er mit Blick auf die wiederkehrenden Überschwemmungen und dass das Wasser einfach nicht abfliessen will. Im Hotel empfinde er die Stimmung aber nicht als besonders angespannt. «Eigentlich wirkt alles normal», sagt er. Auffällig sei höchstens, dass deutlich mehr Menschen im Restaurant des Hotels sässen.
Mit dem Zug zum Flughafen
Am Samstagabend habe es während des Essens erneut stark geregnet. «Eine deutsche Familie im Hotel wollte eigentlich weiterziehen und die haben sich natürlich geärgert, weil sie nun all die Sachen nicht anschauen konnten», so L.
Zu seinem Glück könne er mit dem Skytrain direkt zum internationalen Flughafen Suvarnabhumi und ist nicht auf den Strassenverkehr angewiesen. Aktuell funktioniere der Flugbetrieb noch normal, meldete die Zivilluftfahrtbehörde CAAT, es müsse jedoch mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden, heisst es weiter.
Noch mehr Regen erwartet
Nach aktuellen Behördenangaben waren am Samstag mehr als 84'000 Menschen in 21 Provinzen betroffen. Ursache der anhaltenden Unwetter ist unter anderem ein starkes Tiefdruckgebiet über Zentralthailand zusammen mit einem stärker werdenden Südwestmonsun. Weitere heftige Regenfälle werden mindestens bis Sonntag erwartet, heisst es aus lokalen Nachrichten.