Darum gehts
- Bangkok versinkt nach drei Tagen Regen in hüfthohem Wasser
- Fast 300 Millimeter Regen seit Freitag, schlimmer als 2011
- Gratis-Parkplätze bis 2. Oktober, Katastrophenschutz warnt vor Sturzfluten
Die thailändische Hauptstadt ertrinkt im Wasser. Seit drei Tagen schüttet es ununterbrochen. In allen 50 Bezirken haben die Behörden am Samstag den Katastrophenzustand ausgerufen, wie das Portal vietnam.vn berichtet. Auf der zentralen Phetchaburi Road steht das Wasser hüfthoch. Autos stecken fest, unzählige Geschäfte sind überflutet.
Gouverneur Chadchart Sittipunt schlägt Alarm: Fast 300 Millimeter Regen fielen seit Donnerstagnachmittag. «Das Wasser strömt immer weiter herein. Es ist jetzt sehr schwierig, nach draussen zu gehen. Das Wasser steht mir fast bis zur Hüfte», sagt Somkid Pheuk Ngam gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.
«Versuchen, Wasser abzupumpen, aber die Kanäle sind voll»
Die 67-jährige Händlerin lebt an einem Kanal im Norden der Stadt. Ihr Laden ist seit zwei Tagen dicht. Sie sagt, die Lage sei «schlimmer als die Überschwemmung von 2011». Damals starben über 500 Menschen.
Besonders hart trifft es den Osten der Metropole. Die Kanäle treten über die Ufer. Im Gebiet On Nut schleppen Anwohner im knietiefen Wasser Sandsäcke, um ihre Häuser zu retten. «Es regnet immer noch, und wir geben unser Bestes. Wir versuchen, das Wasser abzupumpen, aber die Kanäle sind alle voll», schreibt Gouverneur Sittipunt auf Social Media. Er rät den Bürgern, ihre Autos sofort ins Trockene zu bringen. Die Verkehrsbetriebe öffnen deshalb die Parkplätze der MRT-Stationen gratis bis zum 2. Oktober.
Flugverkehr rechnet mit Beeinträchtigungen
Die thailändische Zivilluftfahrtbehörde CAAT rät Passagieren und Passagierinnen, bei Reisen ab den beiden Flughäfen Don Mueang und Suvarnabhumi mehr Zeit einzuplanen. Derzeit würde der Flugbetrieb normal funktionieren, es muss jedoch mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet werden. CAAT rät Reisenden, per Schiene zum Flughafen zu gelangen – so etwa mit dem Skytrain. Die Strassen seien derzeit zu überflutet, um ein pünktliches Ankommen zu garantieren.
Entwarnung ist nicht in Sicht. Die thailändische Katastrophenschutzbehörde (DDPM) warnt vor einem Tiefdruckgebiet. Es drohen weitere Sturzfluten und Erdrutsche.