Darum gehts
- Tumulte vor AfD-Parteitag in Erfurt, Polizei greift ein
- 20'000 Menschen demonstrieren, deutlich weniger als erwartete 50'000
- Ab 4 Uhr morgens Delegierte unter Polizeischutz zur Messe gefahren
Schon vor dem Start des AfD-Bundesparteitags ist es in der thüringischen Hauptstadt Erfurt zu Konfrontationen gekommen. Am Veranstaltungsort, dem Messegelände, gingen mehrere Personen aufeinander los. Die Polizei musste eingreifen. Im Innern der Messehalle zeigte sich Björn Höcke (54) gelassen. Er kündigte gegenüber Medien einen «grossartigen Parteitag» an. Auch AfD-Chefin Alice Weidel (47) traf im Verlauf des Morgens unter hohen Sicherheitsvorkehrungen auf dem Messegelände ein, während draussen die Proteste und Polizeieinsätze andauerten.
Die Behörden hatten sich auf einen Grosseinsatz vorbereitet. Bereits ab 4 Uhr morgens wurden AfD-Delegierte mit Bussen unter Polizeischutz direkt zur Messe gefahren, wie die «Bild» zuerst berichtete. So wollten die Behörden verhindern, dass angekündigte Blockaden die Anreise lahmlegen. Das gesamte Messegelände wurde weiträumig abgesperrt.
Vermummte sorgen für weitere Ausschreitungen
Während drinnen die letzten Vorbereitungen für den Parteitag liefen, versammelten sich draussen Tausende Gegendemonstranten. Nach ersten Schätzungen der Polizei beteiligten sich rund 20'000 Menschen an den Protesten – deutlich weniger als die bis zu 50'000, mit denen die Behörden im Vorfeld rechneten.
An mehreren Orten blockierten Aktivisten Strassen und Kreuzungen, unter anderem auf der Bundesstrasse 4 im Norden Erfurts bei Gispersleben sowie im Westen der Stadt auf der Bundesstrasse 7 bei Frienstedt. Auch in Bindersleben am westlichen Stadtrand und am Gothaer Platz am Rande der Innenstadt kam es zu Blockaden. Der grosse Effekt blieb jedoch aus: Die meisten Delegierten hatten den Veranstaltungsort bereits erreicht.
Für zusätzliche Unruhe sorgten Ausschreitungen in der Innenstadt. Gegen 9 Uhr setzte sich eine Gruppe von rund 500 teilweise vermummten Personen in Bewegung. Dabei wurden Kehrichtcontainer umgeworfen sowie Pyrotechnik und Knallkörper gezündet. Die Polizei stoppte die Gruppe und kesselte sie ein. Dabei kamen Schlagstöcke und Pfefferspray zum Einsatz.