Drastischer Schritt
Briten schicken plötzlich Typhoon-Kampfjets nach Saudi-Arabien

Grossbritannien schickt Royal-Air-Force-Typhoon-Kampfjets zum Schutz Saudi-Arabiens. Sie sollen Huthi-Drohnen und Raketen abfangen. Handelt es sich bei dem Schritt um eine gefährliche Eskalation?
1/5
Kampfjets vom Typ Eurofighter-Typhoon werden eingesetzt.
Foto: IMAGO/News Images

Darum gehts

  • Saudi-Arabien befindet sich in einer militärischen Auseinandersetzung mit der Huthi-Miliz
  • Nun schickt Grossbritannien Kampfjets
  • Damit könnte sich die Eskalation verschärfen
Profilbild_Grau
Janine EnderliRedaktorin News

Es ist eine Nachricht, die für Aufsehen sorgt. Grossbritannien kündigte am Dienstag an, Typhoon-Kampfjets der Royal Air Force zum Schutz Saudi-Arabiens vor Angriffen der Huthi-Miliz einzusetzen.

1.

Was tun die Briten konkret?

London kündigte an, mit Typhoon-Kampfjets «defensive counter-air missions» zu fliegen. Heisst: Die Jets sollen saudische Städte und kritische Infrastruktur vor Luftangriffen schützen. Die britische Regierung betont ausdrücklich, dass die Maschinen keine Offensivschläge gegen die Huthis im Jemen fliegen sollen.

Der Einsatz ergänzt bereits laufende Unterstützung. Grossbritannien stellt Saudi-Arabien bereits jetzt Luftbetankung und Luftverteidigungsausrüstung zur Verfügung. Verteidigungsminister Wes Streeting nannte die Huthi-Angriffe «verachtenswert» und betonte dabei besonders die Angriffe auf den Flughafen Riad von vor zehn Tagen.

2.

Warum kommt der Entscheid jetzt?

Der unmittelbare Grund ist die drastische Verschärfung der Huthi-Angriffe. Besonders der Angriff auf den Flughafen zeigte, dass selbst strengstens gesicherte Ziele in der saudischen Hauptstadt ins Visier genommen werden.

Zugleich griffen die Huthis Öl-Anlagen und weitere Infrastruktur an – und sie eroberten Gebiete nahe der Meerenge Bab al-Mandeb. Damit gefährden sie nicht nur Saudi-Arabien, sondern potenziell Energieversorgung und Handel im Roten Meer – ein Kerninteresse Grossbritanniens.

Saudi-Arabien hatte seine Partner – darunter Grossbritannien, Frankreich, Pakistan und Ägypten – bereits um Luftverteidigungshilfe gebeten. Die britische Regierung stellt den Schritt deshalb als Reaktion auf ein konkretes Ersuchen dar.

3.

Was können die Typhoons?

Typhoons können Raketen und Drohnen abfangen und früh erkennen. Damit positioniert sich Grossbritannien klarer an der Seite Saudi-Arabiens – und indirekt gegen den Iran und die Huthis. Das Risiko: Eine engere westliche Beteiligung kann die Konfrontation zwischen den Konfliktparteien weiter verschärfen.

4.

Darum kann es politisch heikel sein

Grossbritannien ist kein neutraler Akteur in der Region. Es ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Rüstungspartner Saudi-Arabiens. Die britische Unterstützung stärkt damit auch einen engen strategischen und wirtschaftlichen Partner.

Meistgelesen