VA Angriff Riad
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Angriff am Donnerstag:Video zeigt Rauchsäule am Flughafen in Riad

Junge Flugbegleiterin (†28) stirbt bei Attacke auf Flughafen Riad – was wollen die Huthis?
«Selbst hochgerüstete Staaten sind verwundbar geworden»

Nach den tödlichen Attacken auf den Flughafen Riad wächst die Angst, dass der Konflikt zu einem regionalen Krieg ausufern könnte. Was haben die Huthis genau vor? Geopolitik-Experte Remo Reginold schätzt ein.
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Eine schwarze Rauchsäule nach dem Angriff auf den Flughafen Riad.
Foto: X/@Mario Nawfal

Darum gehts

  • Huthis attackieren saudische Flughäfen – 13 Tote
  • Unter den Opfern sind auch ausländische Zivilisten
  • Experte Remo Reginold erklärt: «Es zeigt, wie verwundbar hoch gerüstete Staaten geworden sind»
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Janine EnderliRedaktorin News

Es sind beängstigende Bilder, die sich am Wochenende von Saudi-Arabien aus verbreiteten. Raketen treffen Passagier-Terminals des Flughafens Riad und Damman – 13 Menschen sterben, mindestens 300 werden verletzt.

«Die Huthis greifen damit nicht einfach einen der grössten Flughäfen des Landes an, sondern treffen Saudi-Arabien an einem empfindlichen Punkt», erklärt Remo Reginold (40), Geopolitik-Experte und Direktor des Swiss Institutes for Global Affairs (SIGA) im Gespräch mit Blick.

«Das Königreich möchte sich zunehmend von seiner Abhängigkeit vom Öl lösen und als internationaler Wirtschafts- und Tourismusstandort etablieren. Dafür braucht es Stabilität und sichere internationale Verbindungen. Mit vergleichsweise einfachen Mitteln können die Huthis diese Ambitionen empfindlich stören und zugleich auf die saudischen Militäroperationen im Jemen reagieren.»

Raketen mitten während Energiekonferenz

Die Huthis erklären ihre Attacken ausdrücklich als Vergeltung: Saudi-Arabien habe den internationalen Flughafen Sanaa blockiert und jemenitische Gebiete unter Huthi-Kontrolle attackiert. Ihre Formel lautet «Flughafen für Flughafen, Belagerung für Belagerung, Eskalation für Eskalation».

Die Attacke trifft Saudi-Arabien zu einem schlechten Zeitpunkt: In Riad hatte am Sonntag der fünftägige Welt-Energiekongress WPC begonnen, parallel berieten dort Energieminister und Konzernchefs. Das Treffen gilt als Prestigeprojekt von Kronprinz Mohammed bin Salman (41) – und sollte das Königreich als verlässliches Zentrum für Energie, Investitionen und internationale Grossanlässe inszenieren.

Doch genau das gerät jetzt ins Wanken. Der britische Ölkonzern BP sagte seine Teilnahme nach der Attacke ab, weitere grosse Energieunternehmen zogen sich ebenfalls zurück. Mehrere Airlines strichen Flüge nach Riad, Delegierte mussten mit stundenlangen Autofahrten anreisen.

Ägyptische Flugbegleiterin unter den Opfern

Unter den zwölf Toten des Angriffs vom Samstag ist auch eine 28-jährige Ägypterin. Azza H.* arbeitete als Flugbegleiterin für die saudische Fluggesellschaft flynas. Laut saudischen Behörden wurde sie im Terminal schwer verletzt, als die Huthi-Raketen den Flughafen trafen. Schliesslich erlag sie ihren Verletzungen. Auch die vierfache Mutter Buthaina O.* aus Syrien befindet sich unter den Opfern. Ihre am Boden zerstörten Angehörigen erklärten gegenüber arabischsprachigen Medien, dass O. gerade auf dem Heimweg von einem Besuch bei ihrer Schwester war.

Ein weiteres Schicksal, das für Schlagzeilen sorgt, ist der Jordanier Mahmoud B.* (†33). Der zweifache Vater arbeitete in Saudi-Arabien, um seine Familie zu unterstützen.

Unter den Toten sind Menschen aus mindestens acht Ländern; die Attacke gilt als schwerster Angriff auf Saudi-Arabien seit über einem Jahrzehnt. Dass die Attacke ausländische Zivilisten trifft, markiert eine neue Eskalationsstufe.

«Solche Ereignisse können einem Krieg eine neue Emotionalität verleihen, auch wenn ihre politische Wirkung nicht überschätzt werden sollte», schätzt Reginold ein. «Die junge Flugbegleiterin war Ägypterin, arbeitete für eine saudische Fluggesellschaft und stand kurz vor ihrer Hochzeit. Ihr Schicksal bewegt Menschen über die Region hinaus.»

Greifen jetzt weitere Länder ein?

Beim Kampf gegen die Huthis bekommt Saudi-Arabien Unterstützung von mehreren Ländern, darunter Pakistan und die Türkei. «Ob sich beide Staaten direkt an den Kämpfen im Jemen beteiligen, ist allerdings offen. Gerade Pakistan befindet sich in einer heiklen Lage, da es gleichzeitig enge Beziehungen zu Saudi-Arabien unterhält und gegenüber Iran als Vermittler auftritt.»

US-Präsident Donald Trump (80) erklärte am Wochenende, dass er sich «überlege», Saudi-Arabien beim Kampf gegen die Huthis zu unterstützen. Laut Reginold könnten die USA Saudi-Arabien mit zusätzlichen Luftabwehrsystemen versorgen oder Aufklärung beziehungsweise Unterstützung bei konkreten Luftschlägen bieten.

Allgemein bilanziert Reginold: «Der Konflikt reicht inzwischen weit über den Jemen hinaus.» hinaus. Saudi-Arabien suche mit Pakistan und der Türkei neue sicherheitspolitische Partner, während Indien über Handel, Energie und Millionen Arbeitskräfte eng mit der Golfregion verbunden sei. Auch die Rolle der USA verändere sich. «Gleichzeitig zeigt sich, wie verwundbar selbst hochgerüstete Staaten geworden sind. Die Huthis müssen Saudi-Arabien militärisch nicht besiegen, um das Königreich wirtschaftlich und politisch erheblich unter Druck zu setzen.»

*Namen bekannt

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