Darum gehts
- USA verstärken Militärpräsenz im Nahen Osten nach Trumps Iran-Drohungen
- US-Flugzeugträger und Kampfjets bereiten sich womöglich für Angriffe auf Iran vor
- Satellitenbilder zeigen viele US-Kampfjets auf jordanischer Basis
Nach den Drohungen von US-Präsident Donald Trump (79) gegen den Iran vor einer Woche haben die Streitkräfte der Vereinigten Staaten ihre militärische Präsenz im Nahen Osten massiv ausgeweitet. Neben Kriegsschiffen tauchen auf Satellitenbildern der Firma Planet Labs, die die «Washington Post» jetzt veröffentlicht hat, auch viele Kampfjets auf.
Baut Trump nur eine Drohkulisse auf oder will er das Mullah-Regime ins Wanken bringen? «Trump reagiert jetzt. Die Amerikaner haben das sorgfältig geplant. Jetzt sind sie da», sagt der Militärexperte Ralph Thiele zu Blick. «Diplomatie wird Trump nicht abhalten», schiebt er mit Blick auf die für Freitag angekündigten Verhandlungen nach.
«Brummbären» stören Mullah-Radare
Im Zentrum der Vorbereitungen auf einen möglichen Militäranschlag gegen den Iran steht laut «Washington Post» ein US-Stützpunkt in Jordanien: die Luftwaffenbasis Muwaffaq Salti. Mindestens ein Dutzend Kampfjets des Typs F-15 zählt die US-Zeitung auf den Satellitenaufnahmen. Auch der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln ist im Arabischen Meer auf alles vorbereitet.
Wie könnte der Angriff ablaufen? Die US-Truppen dürften laut Thiele als Erstes auf elektronische Kriegsführung setzen. An Bord hat die Abraham Lincoln laut Fotos mit den EA-18-Growler-Jets von Boeing genau das richtige Equipment, um die feindliche Kommunikation zu stören. Sie können starke Störsignale aussenden. Vom Radar bis hin zu Mobilfunknetzen können die «Brummbären» alles zum Zusammenbruch bringen.
Anschliessend dürften sich die Amerikaner auf das Ausschalten der iranischen Luftabwehr konzentrieren. «Dabei dürften sie davon profitieren, dass Israel die iranische Luftwaffe bereits ordentlich dezimiert hat», fügt Thiele an.
Militärexperte von «Warzenschwein»-Jet beeindruckt
Für Thiele spricht auch die Sichtung von A-10C-Erdkampfjets, Spitzname «Warzenschwein», für einen baldigen Angriff der US-Streitkräfte auf den Iran. Ein solches Flugzeug hat er selbst schon gesehen. «Ein A-10C-Kampfjet ist eine beeindruckende Kiste von der Grösse eines Einfamilienhauses», beschreibt er. Thiele geht davon aus, dass die 16 Meter langen und mehr als 4 Meter hohen «Warzenschweine» Spezialkräften am Boden Feuerschutz bieten sollen.
Für den Iran könnte der Einsatz der «Warzenschweine» richtig schmerzhaft werden. Hauptaufgabe der Operation ist es laut dem Armee-Kenner, wichtige Führungspersonen im iranischen Machtapparat gezielt auszuschalten.
Thiele geht zwar nicht davon aus, dass der oberste Führer des Irans, Ali Chamenei (86), ausgeschaltet oder entführt wird. «Es könnte aber Stützen des Regimes und der Revolutionsgarden erwischen», sagt der Sicherheitsexperte.