Sabotage-Krimi in Deutschland geht weiter
Polizei entschärft zwölf Bomben an Strommasten

In Ostsachsen wollte offenbar jemand das Stromnetz lahmlegen. Die Polizei hat zwölf Sprengsätze an Hochspannungsleitungen entdeckt und rechtzeitig entschärft.
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Die Polizei konnte die Bomben entfernen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • In Sachsen entdeckte Polizei zwölf Bomben an Hochspannungsleitungen, entschärft.
  • Ermittler prüfen Verbindungen zu ähnlichen Sabotagefällen in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen.
  • 5,26 Terabyte sensibler Daten nach Cyberangriff in Berlin im Darknet gelandet
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Schock-Fund in Ostsachsen (D): Die Polizei hat an Hochspannungsleitungen zwölf selbst gebaute Bomben entdeckt. Spezialisten des Landeskriminalamts konnten die Sprengsätze entschärfen, bevor sie hochgingen. Offenbar wollten die Täter das Stromnetz durch Kurzschlüsse sabotieren, wie unter anderem «Welt» berichtet.

Die Behörden geben jedoch Entwarnung. «Zu einem tatsächlichen Schaden oder Beeinträchtigungen der Stromversorgung kam es nicht. Es besteht keine Gefahrenlage für die Bevölkerung», teilen sie mit.

Ähnliche Fälle bekannt

Ein aufmerksamer Bürger und Tipps von Behörden brachten die Polizei am Freitag auf die Spur. Jetzt ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden. Der Verdacht wiegt schwer: Es geht um verfassungsfeindliche Sabotage und versuchte Störung öffentlicher Betriebe.

Gibt es eine grössere Serie? Die Ermittler prüfen Verbindungen zu ähnlichen Fällen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. «Die sächsischen Strafverfolgungs- und Sicherheitsbehörden stehen mit den betroffenen Ländern in enger Abstimmung», heisst es aus Dresden. Die Polizei fahndet derzeit mit einem Foto nach einem 48-jährigen Mann. Ihm werden die Sabotage-Versuche in den Bundesländern vorgeworfen.

Tatverdächtiger wohl auf Velo unterwegs

Am Sonntag teilte die Polizei Brandenburg mit, dass sich der 48-jährigen Tatverdächtige offenbar mit einem Velo fortbewegt. Bei dem Velo handelt es sich demnach um ein Fahrzeug der Marke «Trenoli».

Zudem startete die Polizei am Sonntag einen Grosseinsatz am Hambacher Forst, westlich von Köln, wie «Focus online» berichtet. Nach Informationen der Deutschen Presseagentur steht der Einsatz im Zusammenhang mit den versuchten Sabotage-Akten auf das deutsche Stromnetz. Konkrete Hinweise, dass sich der gesuchte 48-Jährige dort befindet, gibt es laut Polizei jedoch nicht.

Mega-Datenklau in Berlin

Aus Berlin wurde am Samstag noch ein Mega-Datenklau gemeldet – ob die beiden Vorfälle in Verbindung zueinander stehen, ist unklar. In der deutschen Hauptstadt landeten nach einem Cyberangriff 5,26 Terabyte vertrauliche Daten im Darknet.

Die Suche nach weiteren Gefahrenquellen geht in Sachsen derzeit vorsorglich weiter. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Mithilfe: Wer Fotos oder Videos von auffälligen Personen oder Fahrzeugen hat, soll sich melden. «Jeder Hinweis kann für die Aufklärung der Vorfälle von Bedeutung sein», betonen die Ermittler.

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