Merz äussert sich zu Russland-Bedrohung
«Wir sind fest entschlossen, uns zu verteidigen»

Die bereits angespannte Situation zwischen Russland und Deutschland spitzt sich weiter zu – nun äussert sich auch Bundeskanzler Friedrich Merz. Er richtet nach dem Drohnen-Vorfall in Leipzig drohende Worte an den Kreml. Auch der US-Nato Botschafter fordert Reaktionen.
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Merz richtet drohende Worte an Russland.
Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Ein geplanter Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle Anfang August hätte beinahe in einer Katastrophe geendet. Dies betont auch Bundeskanzler Friedrich Merz (70), der an einer Wahlkampfveranstaltung deutliche Worte findet. Eine Explosion hätte «ein grosses Inferno» auslösen können. Der Sprengstoff an der Drohne sei nur «durch einen kleinen Zufall» nicht detoniert, erklärte der Kanzler gemäss dem Portal Nord24.

Die Bundesregierung macht Russland für den Anschlagsversuch verantwortlich. Laut Merz sei der Vorfall inzwischen «eindeutig und gerichtsfest» Moskau zuzuordnen. Russland weist die Vorwürfe zurück und fordert Beweise.

Parallele zum Kalten Krieg

Deutschland rechnet nun mit weiteren verdeckten Angriffen. Solche Attacken umfassen längst nicht mehr nur Drohnen, sondern auch Hackerangriffe, Spionage und Fake News im Netz, so der Kanzler. Am Samstag wurde aus Berlin ein Mega-Datenklau gemeldet – dahinter soll eine Hackergruppe stecken. In Ostsachsen wurden derweilen Bomben an Strommasten gefunden. Ob dahinter Russland steckt, ist nicht bekannt.

Merz betonte, dass man sich nicht einschüchtern lasse: «Jeder, der uns angreift, muss wissen: Wir sind fest entschlossen, unseren Rechtsstaat, unsere Demokratie, unsere offene Gesellschaft, auch die Integrität unseres Territoriums, wir sind fest entschlossen, uns zu verteidigen».

Dabei zog der CDU-Vorsitzende Parallelen zum Kalten Krieg. «Genauso wie es richtig war, dass 1982/83 eine unionsgeführte Bundesregierung eine klare Antwort gegeben hat auf die Bedrohung unserer Freiheit, auf die Bedrohung unseres Territoriums, auf die Bedrohung unserer Demokratie, genauso ist es heute richtig, dass wir wieder eine klare Antwort geben und dass wir standfest bleiben», sagte Merz.

US-Botschafter ruft zu Reaktionen auf Angriffe auf

Auch der US-Botschafter bei der Nato, Matthew Whitaker (56), fordert eine Reaktion auf die hybriden Bedrohungen. Betroffene Staaten können dabei auf die Unterstützung der amerikanischen Regierung zählen, wie Whitaker am Rand einer Veranstaltung in Italien erklärte.

«Wenn wir herausfinden können, wer dahintersteckt – wie es Deutschland getan hat –, dann stellen wir sicher, dass wir deutlich zum Ausdruck bringen, dass dies inakzeptabel ist und wir es nicht tolerieren werden», so der Botschafter. Den Vorfall in Leipzig bezeichnete er als «besorgniserregend». Es sei weitaus mehr als nur eine verirrte russische Drohne.

Whitaker ruft nun Regierungen in Europa dazu auf, ihre kritischen Infrastrukturen und Energieanlagen genauer zu überwachen.

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