Prozess um toten Fabian (†8) – Gina H. (30) erklärt
«Haben abgemacht, dass wir uns gegenseitig ein Alibi geben»

Im Mordprozess um Fabian (†8) hat die Hauptverdächtige Gina H. (30) am Montag ausgesagt. Sie soll den Buben im Oktober 2025 nahe Güstrow in einen Hinterhalt gelockt und getötet haben. Die wichtigsten Punkte ihrer Aussagen im Überblick.
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Gina H. bei einer Verhandlung im Mai 2026.
Foto: picture alliance

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Gina H. sagt im Prozess aus: Mordverdacht am 8-jährigen Fabian
  • Alibi abgesprochen
  • Fabians Leiche am Tümpel bei Klein Upahl gefunden, verbrannt
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Janine EnderliRedaktorin News

Es ist ein Fall, der den ganzen deutschsprachigen Raum erschütterte. Der kleine Fabian (†8) verschwand am 10. Oktober 2025 nahe der norddeutschen Stadt Güstrow und wurde Tage später tot an einem Tümpel aufgefunden. Die Leiche des Buben war verbrannt, tagelang suchten die Ermittler nach dem Täter. Nach einiger Zeit dann die Nachricht: Gina H.* (30) – die Ex-Freundin von Fabians Vater – steht unter Mordverdacht. Sie soll den Achtjährigen in einen Hinterhalt gelockt und getötet haben. Seit Ende April läuft nun der Prozess gegen H. Am Montag sagte sie erstmals ausführlich vor Gericht aus und las ein 50-seitiges Dokument vor. Die wichtigsten Aussagen im Überblick. 

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Beziehung zu Fabians Vater

Die Beziehung zwischen Gina H. und Fabians Vater Matthias R.* steht im Mittelpunkt eines möglichen Motivs. R. und H. haben sich laut der 30-Jährigen bereits in der Schulzeit kennengelernt. 2021 seien sie schliesslich zusammengekommen. «Fabian war in wöchentlichen Abständen bei uns», zitiert «Bild» die Angeklagte. Wegen des Alkoholkonsums von R. habe es immer wieder Streit gegeben. Die Auseinandersetzungen seien auch körperlich geworden. Die Handgreiflichkeiten hätten sowohl Fabian als auch ihr eigener Sohn mitbekommen. «Das war der Anlass, dass Fabian den Respekt vor seinem Vater verlor», sagt Gina H. Im August 2025 folgte die Trennung. Diese traf H. hart. Im September hätten sie sich zufällig wieder getroffen und erneut Kontakt gehabt. Ab 8. Oktober sei die Stimmung zwischen ihr und Matthias R. «sehr schlecht» gewesen.

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Beziehung zu Fabian

Über Fabian sagt Gina H.: «Ich glaube, dass er mich auch mochte. Er war ausser Matthias der einzige Mensch in der Familie, mit dem ich mich gern unterhielt.» Der Bub sei kein Störfaktor in der Beziehung zu Fabians Vater gewesen. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: H. habe Fabian als Störfaktor in der Beziehung zu Fabians Vater gesehen und ihn getötet, um wieder mit Matthias R. zusammenzukommen. 

Vor Gericht sagt Gina H.: «Hätte ich ihn ermordet, hätte ich mit Sicherheit das Gefühl gehabt, mein eigenes Kind zu töten.»

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Das passierte am Tattag

H. beschreibt, wie sie ihren Sohn um 6.30 Uhr in die Schule gebracht hat. Am Vormittag machte sie sich schliesslich auf den Weg nach Güstrow, um Bankgeschäfte für ihre Grosseltern zu erledigen. Weil sie eine Bankkarte vergessen hatte, entschied sie sich, einen «längeren Spaziergang zu machen», um zu überlegen, ob sie nochmals zurückgehen soll. Schliesslich sei sie nach Klein Upahl (Fundort von Fabians Leiche) gefahren – gemeinsam mit ihrem Hund. Ihr Handy war aus. Der Grund laut Gina H.: «Der Streit mit Matthias hat mir sehr zugesetzt.» Auf welchem Weg sie später aus dem Wald fuhr, wisse sie nicht mehr. «Dass ich dabei an dem Tümpel vorbeigefahren sein könnte, an dem später Fabian gefunden worden ist, habe ich bestimmt nicht registriert», sagt sie. Sie wäre dann sicher nicht so «dumm gewesen», zitiert «Bild» H.s Ausführungen. Anschliessend habe sie sich mit ihrem Freund Christian D. (37) getroffen und am späteren Nachmittag ihr Auto gereinigt. 

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Tage nach Fabians Verschwinden

Erst nach und nach habe sie vermutet, dass etwas Schlimmes passiert sein musste. Dies, weil Fabians Vater «etwas bedrückt» habe. Drei Tage nach Fabians Verschwinden traf sie sich erneut mit D., um Fabian zu suchen. Sie seien mit einem Nachtsichtgerät oder einer Wärmebildkamera und einer Taschenlampe herumgelaufen. Dann hätten sie Fabian beim Tümpel gefunden. H. wollte die Polizei rufen. «Er bat mich inständig, das nicht zu tun. Und ich hatte das Gefühl, dass dieser grosse und starke Mann gleich weinen würde.» 

Weiter erklärt Gina H., dass sie mit einem weiteren Bekannten – den sie auch zu Fabians Leiche geführt haben soll – abgemacht habe, dass sie sich ein gegenseitiges Alibi geben. Sie hätten abgemacht, «dass wir beide aussagen, dass wir den ganzen Tag zusammen gewesen wären». Auch er wollte sie laut ihren Aussagen davon abhalten, die Polizei zu rufen. 

* Namen bekannt 

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