Darum gehts
- Grönland warnt vor möglichen Konflikten, fordert Nato-Präsenz gegen US-Pläne
- Regierung empfiehlt Essensvorrat für fünf Tage wegen möglicher Engpässe
- Nato-Mission «Baltic Sentry» als Vorbild für Arktis-Strategie
«Ein militärischer Konflikt ist unwahrscheinlich, kann aber nicht ausgeschlossen werden.» Mit diesen Worten tritt der Premierminister Grönlands Jens-Frederik Nielsen (34) am Dienstag vor sein Volk. Bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nuuk meint Nielsen, die Bewohner der Insel müssen sich für alle möglichen Szenarien vorbereiten.
Grönland stehe momentan unter «enormen Druck», sagte der Finanzminister der Insel an derselben Pressekonferenz. Die grönländische Regierung wird eine Arbeitsgruppe mit Vertretern aller relevanten lokalen Behörden bilden, um die Bevölkerung auf mögliche Beeinträchtigungen des Alltags vorzubereiten. Das berichtet «Bloomberg». Zu diesen Beeinträchtigungen können zum Beispiel Engpässe von Lebensmittel gehören. Die Regierung empfiehlt deshalb ab sofort, einen Essensvorrat für mindestens fünf Tage anzulegen.
Nato-Präsenz gefordert
US-Präsident Donald Trump (79) möchte sich Grönland gegen den Willen vieler europäischer Staaten einverleiben. Als Grund gibt er Sicherheitsbedenken gegenüber Russland an. Die Insel in der Arktis wird von Dänemark verwaltet.
Um eine militärische Invasion der USA zu verhindern, bittet Dänemark die Nato nun um eine dauerhafte Präsenz auf der Insel. In den vergangenen Tagen haben bereits einige Mitglieder des Bündnisses eine geringe Anzahl Soldaten auf Grönland stationiert. Diese sind aber teilweise, etwa im Falle von Deutschland, bereits wieder abgezogen.
Ähnliche Nato-Mission im Baltikum
Vorbild für eine dauerhafte Militärpräsenz in Grönland könnte die verstärkte Nato-Operation in der Ostsee und im Baltikum sein, sagte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (48) laut der Nachrichtenagentur Ritzau.
Die Nato-Mission «Baltic Sentry» konzentriert sich auf die Sicherung der Ostsee. Das Verteidigungsbündnis hatte damit im vergangenen Jahr auf wiederholte Angriffe auf die kritische Infrastruktur unter Wasser reagiert. Das Konzept lasse sich auf die Arktis übertragen, sagte Frederiksen laut Ritzau.