Darum gehts
- Machtwechsel in Schweden: Sozialdemokratin Magdalena Andersson übernimmt Regierung nach Wahlsieg
- Sozialdemokraten mit 28 Prozent stärkste Partei, aber historisch schlechtes Ergebnis
- 176 von 349 Sitzen für Mitte-links-Lager, Schwedendemokraten fallen auf 17,5 Prozent
Machtwechsel in Schweden! Das Mitte-links-Lager holt gemäss Wahlbehörde bei der Parlamentswahl 176 von 349 Sitzen. Sozialdemokratin Magdalena Andersson (59) steht vor der Rückkehr an die Macht. Der bisherige Premier Ulf Kristersson (62) kündigte auf X bereits seinen Rücktritt an. Das musst du zur Wahl wissen.
Die Wahlergebnisse
Die Sozialdemokraten bleiben mit rund 28 Prozent stärkste Partei. Aber: Sie verlieren gegenüber 2022 deutlich und kommen auf ihr schlechtestes Ergebnis seit mehr als 100 Jahren.
Gleichzeitig gewinnen kleinere Parteien auf der linken Seite dazu. Die Linkspartei kommt auf 8,4 Prozent, die Umweltpartei auf 6,1 Prozent und die Zentrumspartei auf 7 Prozent.
Auf der rechten Seite verlieren dagegen die Schwedendemokraten deutlich. Sie fallen von 20,5 auf rund 17,5 Prozent. Damit verlieren sie erstmals seit ihrem Einzug ins Parlament 2010 Stimmen.
Die Moderaten von Noch-Ministerpräsident Ulf Kristersson profitieren davon. Sie legen von 19,1 auf rund 19,8 Prozent zu und sind wieder stärkste Kraft im bürgerlichen Lager.
Auch die kleineren Parteien des rechten Lagers gewinnen leicht. Die Christdemokraten kommen auf 6,2 Prozent, die Liberalen auf 5,3 Prozent. Für die Liberalen ist das ein Erfolg: Kurz vor der Wahl lagen sie in Umfragen noch unter der wichtigen Vier-Prozent-Hürde.
Mögliche Regierungsbildung
Das Wahlergebnis verändert die Kräfteverhältnisse im Parlament. Für Magdalena Andersson macht das die Regierungsbildung schwierig. Sie braucht mehrere Partner.
Die Zentrumspartei will weder eine Regierung, die von den Schwedendemokraten abhängig ist, noch eine Regierung mit Ministern der Linkspartei. Die Linkspartei wiederum dürfte ihre Unterstützung von politischen Zugeständnissen abhängig machen.
Was die Wähler bewegt
Für die Schweden zählten bei der Wahl vor allem Sicherheit – vor allem die Bandenkriminalität –, Migration und Inflation. Der konservative Parteienblock will Gesetze zu Migration und Kriminalität verschärfen. Auch Andersson lehnt eine Rückkehr zum liberalen Kurs ab – was ihr scharfe Kritik von Linken und Grünen einbringt. Wirtschaftspolitisch setzt Andersson dagegen wieder stärker auf klassische sozialdemokratische Themen: mehr Unterstützung durch den Sozialstaat und höhere Investitionen in öffentliche Leistungen.