Darum gehts
- Thailand verschärft den Kurs: Unliebsame Ausländer sollen schneller raus
- Kein Freipass: Ausschaffung und Einreiseverbot werden einfacher
- Auch Immobilien im Visier: Nominee-Ausländer geraten unter Druck
Thailand bleibt der Ferien-, Arbeits- und auch Auswanderungstraum vieler. Dieses Jahr werden voraussichtlich rund 36 Millionen Ausländer in das südostasiatische Königreich reisen, dessen offizieller Name «Land der Freien» bedeutet. Diese Freiheit wird von nicht wenigen Gästen offenbar missbraucht.
Immer wieder sorgen Fälle für Schlagzeilen, in denen Ausländer ohne gültige Papiere arbeiten – oder sich benehmen, als sei in Thailand alles erlaubt, und lokale Sitten und Gebräuche verhöhnen. Thailand gilt als Land des Lächelns. Doch bei Ausländern, die sich danebenbenehmen, wird der Ton rauer.
Thailand macht mit unliebsamen Nicht-Thais künftig weniger Federlesen. Ein neues, im Eiltempo ausgearbeitetes Ausschaffungsgesetz soll kurzen Prozess mit Störenfrieden aus dem Ausland ermöglichen.
Kein Freipass für Ausländer
Fälle von öffentlichem Sex, Schlägereien, Beleidigungen oder Drohungen durch Ausländer sorgten zuletzt für Schlagzeilen. Thailand hat bereits seine Visabestimmungen verschärft. Ob illegale Geschäfte, Schwarzarbeit, gefälschte Dokumente oder schwere Straftaten: Auch wer gegen Thailands Regeln verstösst, soll künftig nicht mehr so leicht davonkommen.
Seit Freitag ist die Deportationsverordnung in Kraft. Sie betrifft nicht nur Verurteilte, sondern auch Ausländer, deren Verhalten als Gefahr für die öffentliche Ordnung, die guten Sitten oder das Gemeinwohl eingestuft wird.
Genannt werden unter anderem illegale Einreise, Schwarzarbeit, illegale Geschäftstätigkeit, Dokumentenfälschung oder Delikte, für die mindestens fünf Jahre Gefängnis drohen. Obwohl Ausschaffungen schon bisher grundsätzlich möglich waren, fehlte bislang ein klares Verfahren dafür. Das ändert sich jetzt.
Gastfreundschaft ja, Freipass für Ausländer nein: Wer sich massiv danebenbenimmt, muss künftig schneller mit dem Ticket nach Hause rechnen – und je nach Fall mit einem Strafverfahren und einem dauerhaften Einreiseverbot.
Nominee-Crackdown
Parallel dazu räumt Thailand auch bei sogenannten Nominee-Strukturen auf. Dabei setzen ausländische Geschäftsleute Thais als Strohmänner ein, um Beschränkungen beim Besitz von Land und bestimmten Geschäften für Ausländer zu umgehen.
Tausende Firmen stehen unter Verdacht, verbotene ausländische Beteiligungen zu verschleiern – besonders bei Immobilien, Hotels und anderen lukrativen Geschäften.
Das sorgt derzeit bei vielen ausländischen Hauseigentümern für Angst. Denn nur thailändische Staatsbürger dürfen Grund und Boden besitzen. Anwälte und Rechtskanzleien haben solche Konstruktionen jahrelang als gängige Praxis empfohlen. Jetzt geraten betroffene Ausländer ins Visier der Behörden.
Darunter sind auch Rentner, die im Königreich ihren Lebensabend verbringen wollten – und nun um Haus, Land und ihre Zukunft in Thailand fürchten.