Darum gehts
- Europäische Staaten verteidigen Grönlands Souveränität beim Ukraine-Gipfel am 6. Januar 2026
- USA beanspruchen Grönland, Europa stellt sich geschlossen hinter Dänemark und Grönland
- Sieben Länder unterzeichnen Erklärung: Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Grossbritannien, Dänemark
Jetzt reagiert Europa: In den vergangenen Tagen erhoben die USA immer wieder Ansprüche auf Grönland. Nun, am Rande des europäischen Ukraine-Gipfels in Paris, haben europäische Staaten eine gemeinsame Position veröffentlicht. Darin bekräftigten mehrere Staats- und Regierungschefs die Souveränität der Arktis.
«Es ist allein Sache Dänemarks und Grönlands, über Angelegenheiten zu entscheiden, die Dänemark und Grönland betreffen», heisst es in einer gemeinsamen Erklärung von Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Grossbritannien und Dänemark. «Grönland gehört seinem Volk.»
Die Unterzeichner, neben dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (70) unter anderem auch der britische Premierminister Keir Starmer (63), der französische Präsident Emmanuel Macron (48) und die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen (48), betonten die grosse Bedeutung der in der Uno-Charta festgehaltenen Prinzipien der Souveränität, territorialen Integrität und Unverletzlichkeit der Grenzen.
Grönland ist «Teil der Nato»
Trump hatte in den vergangenen Tagen den angeblichen US-Anspruch auf die arktische Insel bekräftigt. Die USA bräuchten Grönland für die nationale Sicherheit, sagte er. Grönland gehört zum Königreich Dänemark, ist aber weitestgehend autonom. Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller (40) bezeichnete den US-Anspruch auf die Kontrolle über Grönland zuletzt als «offizielle Position der US-Regierung».
Die europäischen Staaten Deutschland, Frankreich, Italien, Polen, Spanien, Grossbritannien und Dänemark betonten in ihrer Stellungnahme, das Königreich Dänemark, einschliesslich Grönlands, sei «Teil der Nato». Die Sicherheit in der Arktis müsse daher gemeinsam erreicht werden. Die USA seien dabei «ein wesentlicher Partner», sowohl als Nato-Verbündeter als auch im Rahmen des Verteidigungsabkommens zwischen Dänemark und den Vereinigten Staaten von 1951.
Dänemarks Regierungschefin Frederiksen hatte bereits zuvor erklärt: «Wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf.» Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur. Die dänischen Parteien beraumten eine Krisensitzung im Parlament ein.