«Sie werden das nicht schaffen»
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Trump kritisiert Dänemark:«Sie werden das nicht schaffen»

Trump-Beamter ist überzeugt
«Niemand wird USA wegen Grönland-Anspruch angreifen»

Trump-Berater Miller sagt, niemand werde wegen Grönlands Zukunft militärisch gegen die USA kämpfen. Dänemark und Verbündete weisen den Anspruch zurück und warnen vor dem Ende der Nato.
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ARCHIV - Stephen Miller, stellvertretender Stabschef des Weißen Hauses, spricht während der Unterzeichnung eines Memorandums durch US-Präsident Trump im Oval Office des Weißen Hauses.
Foto: Alex Brandon

Darum gehts

  • US fordert Grönland als Teil der Vereinigten Staaten, sagt Stephen Miller
  • Dänemark und Grönlands Regierung lehnen US-Gebietsanspruch entschieden ab
  • Grönland: 57'000 Einwohner, Fläche sechsmal grösser als Deutschland, strategisch wichtig
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Keystone-SDADie Schweizer Nachrichtenagentur

Auf die wiederholte Frage eines CNN-Moderators, ob die Regierung einen Militäreinsatz zur Einnahme Grönlands ausschliesse, sagte US-Präsident Donald Trumps stellvertretender Stabschef Stephen Miller: «Niemand wird wegen der Zukunft Grönlands militärisch gegen die Vereinigten Staaten kämpfen. Das macht keinen Sinn.»

Die USA sollten Grönland als Teil der Vereinigten Staaten «haben», betonte Miller. Der Präsident habe dies seit Beginn seiner Amtszeit vor knapp einem Jahr sehr klargemacht. Es gebe dabei überhaupt keinen Bedarf, über einen Militäreinsatz nachzudenken, sagte Miller CNN weiter. Die USA seien die wichtigste Militärmacht der Nato und bräuchten daher die Kontrolle über Grönland, um die Arktisregion zu sichern und damit die Sicherheit des Verteidigungsbündnisses zu garantieren, argumentierte er.

Miller stellte auch infrage, wieso das autonom verwaltete Grönland überhaupt offiziell zum Nato-Partner Dänemark gehört. «Nach welchem Recht hat Dänemark die Kontrolle über Grönland? Was ist die Grundlage ihres Gebietsanspruchs? Was ist die Grundlage dafür, Grönland als eine Kolonie Dänemarks zu haben?» fragte er in dem CNN-Interview.

Dänemark, seine skandinavischen Nachbarn, Grossbritannien, Deutschland und auch die EU hatten am Montag den von Trump erneut angemeldeten US-Anspruch auf Grönland entschieden zurückgewiesen. Für die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen herrscht kein Zweifel daran, dass Trump es ernst meint. «Er hat es immer wieder direkt und indirekt gesagt», sagte Frederiksen in einem Interview des dänischen Rundfunks. «Aber wenn die USA ein anderes Nato-Land angreifen, dann hört alles auf», warnte sie. Das wäre das Ende des westlichen Verteidigungsbündnisses und damit auch der seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs bestehenden Sicherheitsarchitektur.

«Wir sind uns in der Nato einig darin, die Sicherheit im hohen Norden zu verstärken.» Man könne aber nicht einfach hergehen und einen Teil des Territoriums eines anderen Landes übernehmen, sagte Frederiksen. Auch Grönlands Regierung lehnt den US-Gebietsanspruch ab. Trump hat den Einsatz militärischer Gewalt zur Einverleibung Grönlands durch die USA in der Vergangenheit nicht ausgeschlossen.

Grönland ist bedeutend für das Weltklima, aber auch für die militärische Kontrolle der Arktis. Die Insel liegt strategisch zwischen den USA, Russland und Europa und ragt weit in den Polarkreis hinein. Aufgrund des Klimawandels wird die Arktis zunehmend für die Schifffahrt interessant. Zudem werden in Grönland auch Vorkommen wichtiger Mineralien, darunter seltenen Erden, vermutet.

Das US-Militär betreibt seit langem im abgeschiedenen Pituffik, etwa 1500 Kilometer nördlich der grönländischen Hauptstadt Nuuk, einen Militärstützpunkt. Dieser unterstützt unter anderem Raketenwarnsysteme sowie Raketenabwehr- und Weltraumüberwachungsmissionen.

Die grossteils von Eis bedeckte Insel Grönland ist flächenmässig etwa sechsmal so gross wie Deutschland. Die grösste Insel der Welt hat mehr als 44'000 Kilometer Küste. In Grönland leben aber nur rund 57'000 Menschen. Bereits seit 1979 geniesst die Insel weitgehende Autonomie innerhalb Dänemarks.

Die jüngsten diplomatischen Verstimmungen um Grönland schienen nach dem US-Militäreinsatz in Venezuela zunächst von einem Social-Media-Beitrag ausgelöst worden zu sein. In einem Post auf X von Ex-Regierungsberaterin und Influencerin Katie Miller – die Frau des Vize-Stabschefs – war eine Karte Grönlands in den Farben der US-Flagge zu sehen. Dazu schrieb sie in Grossbuchstaben ein einziges Wort: «BALD».

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