Darum gehts
- Weisswal in Flensburger Förde gesichtet, Sichtung aber noch unbestätigt
- Letzte Weisswalsichtung dort war im Jahr 2012
- Gestrandeter Buckelwal kämpft ums Überleben, neue Rettungspläne in Prüfung
«Nicht schon wieder» – dieser Satz dürfte allen durch den Kopf gegangen sein, die die Berichterstattung um den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee verfolgten und nun lesen müssen, dass sich offenbar ein weiterer Wal in die Ostsee verirrt hat.
Dieses Mal soll es sich um einen Weisswal, auch Belugawal genannt, handeln. Besonders markant ist das süsse Gesicht dieser Tiere, das fast ein wenig an einen Delfin erinnert. Wie es der Name schon sagt, sind sie weiss.
Sichtung nicht bestätigt
Wie der NDR berichtet, soll er in der Förde vor Flensburg gesichtet worden sein. Mehrere Lokalzeitungen und dänische TV-Sender berichteten ebenfalls über die mutmassliche Sichtung. Ob er sich tatsächlich in der Förde befindet, ist jedoch nicht bestätigt. Bei der Polizei zumindest sei noch keine Meldung eingegangen, heisst es.
Es sei selten, dass sich Belugawale in die Flensburger Förde verirren, aber nicht ausgeschlossen. Das letzte Mal wurde 2012 ein Belugawal dort gesichtet, sagt der dänische Walforscher Carl Christian Kinze gegenüber TV Syd. Er erklärt auch, dass Belugawale eine Vorliebe für Küstengebiete hätten. Sollte sich also tatsächlich ein solcher Wal in die Förde verirrt haben, scheint es ihm dort aktuell gut zu gehen.
Bei Timmy schwinden die Lebensgeister
Anders steht es um den gestrandeten Buckelwal Timmy. Seit Tagen liegt er vor der Insel Poel, und sein Schicksal scheint besiegelt. Er atmet immer langsamer, seine Haut sieht immer schlechter aus, und Experten zufolge wird er von seinen eigenen Organen erdrückt.
Einige hegen aber noch immer die Hoffnung, Timmy zu retten, und demonstrieren vor Ort gegen den Entscheid der Politik, keine weiteren Rettungsaktionen mehr zu unternehmen. Insbesondere Umweltminister Till Backhaus (67) kriegt die Wut der Bevölkerung ab. Gegenüber «Bild» sagte er: «Diese Hölle ist die schlimmste, die ich je als Minister erlebt habe. Allein gegen mich liegen 47 Strafanzeigen vor. Ich werde täglich angefeindet.»
Umweltminister deutete neuen Plan an
Dass man den Wal sterben lassen will, ist für viele nach wie vor unerklärlich. Montagnacht trafen bereits wieder grosse Schwimmbagger ein, um vielleicht doch noch einen letzten Rettungsversuch zu wagen. Es handelt sich um dieselbe Firma, die Timmy schon am Timmendorfer Strand freigebaggert hatte. Jedoch musste auch sie wieder abziehen.
Was als Nächstes geschehen wird, ist ungewiss. Backhaus teilte jedoch mit, dass man «einen anderen Plan» prüfen lasse. Wie dieser aussieht – das ist ebenfalls unklar. Was man bisher weiss: Der Buckelwal ist noch immer am Leben. Er bläst Fontänen in die Luft. Die Frage ist nur, wie lange noch.