Darum gehts
- US-Beamte erschossen 37-Jährigen in Minneapolis, DHS spricht von Notwehr
- Video zeigt, dass der Mann entwaffnet und keine Bedrohung war
- Rund 200 Randalierer waren laut Ministerium während des Vorfalls anwesend
Nach den tödlichen Schüssen eines Bundesbeamten auf einen Mann (†37) in Minneapolis verteidigte das US-Heimatschutzministerium (DHS) das Vorgehen der Einsatzkräfte. In einer Mitteilung auf X erklärte die Behörde, die Beamten hätten im Rahmen einer gezielten Operation einen gesuchten, bewaffneten Verdächtigen festnehmen wollen.
Der Mann habe sich den Beamten mit einer Pistole genähert, Widerstand geleistet und damit eine direkte Bedrohung für Leben und Sicherheit der Beamten dargestellt. Die Schüsse seien in Notwehr abgegeben worden. Ausserdem sei die Situation durch rund 200 Randalierer vor Ort eskaliert, so dass weitere Massnahmen zur Kontrolle der Menschenmenge nötig gewesen seien.
US-Donald Trump (79) griff die Argumentation des Minsteriums auf und attackierte den Bürgermeister und den Gouverneur des Bundesstaats Minnesota. «Der Bürgermeister und der Gouverneur stacheln mit ihrer selbstgefälligen, gefährlichen und arroganten Rhetorik einen Aufstand an!», schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Trump schrieb mit Blick auf die US-Einwanderungsbehörde ICE auch: «LASST UNSERE ICE PATRIOTEN IHREN JOB TUN!»
Video zeigt etwas anderes
Videoaufnahmen vom Einsatz werfen jedoch erhebliche Zweifel an dieser Darstellung auf. Darin ist der 37-jährige weisse Einwohner von Minneapolis zu sehen, wie er primär mit seinem Smartphone filmt und versucht, andere Personen vor den Beamten zu schützen. Bei Minute 0:28 wird im Handgemenge offenbar dem Mann etwas entwendet, das wie ein Patronenmagazin aussieht.
Bei Minute 0:40 rennt ein Beamter mit einer Waffe in der Hand weg – aufgesetzt ist ein Visier, das auf die Pistole des nun Toten hinweist. Denn einerseits stimmt dies mit dem Bild überein, welches das Ministerium veröffentlichte. Andererseits nutzen ICE-Beamte keine solchen Waffen. Erst danach eröffnet ein weiterer Beamter das Feuer. Die Aufnahmen legen nahe, dass der Mann zu diesem Zeitpunkt bereits entwaffnet war und keine unmittelbare Bedrohung mehr darstellte.
Fazit: Während DHS den Einsatz als Notwehr darstellt, deutet das Video darauf hin, dass der Mann bereits kontrolliert war, bevor er erschossen wurde. Die Sequenz stellt somit zentrale Punkte der Ministeriumsdarstellung infrage.