Darum gehts
- Bundesbeamte erschossen am 24. Januar 2026 einen Mann in Minneapolis
- Gouverneur Tim Walz fordert Abzug gewalttätiger Bundesbeamter aus Minnesota
- Tausende demonstrieren täglich seit tödlichem Vorfall am 7. Januar 2026
In der US‑Stadt Minneapolis kam es am Samstagmorgen zu einem erneuten Schusswaffenvorfall mit Beteiligung von Bundesbeamten. Mehrere US‑Medien berichten, dass Bundesagenten im Süden der Stadt mehrfach auf einen 37-jährigen Mann geschossen haben. Laut des Polizeichefs wurde der Mann durch die Schüsse getötet.
Kurz nach der Tat wurde in den Medien übereinstimmend berichtet, dass es sich um einen 51-Jährigen Mann handeln soll. Inzwischen haben amerikanische Medien das Alter auf 37 korrigiert. Auch wir haben es angepasst.
Ein in den sozialen Medien verbreitetes Video soll zeigen, wie die Beamten den Mann zu Boden drücken, bevor sie mehrfach auf ihn schiessen. Die Person, die den Vorfall offenbar filmt, hört man sagen: «Sie haben ihn getötet!»
War der Mann bewaffnet?
Das US-Heimatschutzministerium (DHS) erklärte auf X, die Beamten hätten im Rahmen einer gezielten Operation einen gesuchten Einwanderer festnehmen wollen. Der Mann habe sich den Beamten mit einer 9-mm-Pistole genähert, sei beim Versuch der Entwaffnung heftig resistent gewesen, worauf ein Beamter in Notwehr schoss. Sanitäter leisteten Erste Hilfe, der Mann verstarb jedoch noch am Tatort.
Video- und Bildmaterial in den sozialen Medien bestätigen diese Behauptung jedoch nicht. Stattdessen ist der Mann zu sehen, wie er versucht, die Situation mit seinem Smartphone zu filmen.
«Minnesota hat die Nase voll»
Der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz (61), reagierte inzwischen auf dem Kurznachrichtendienst X. Er schrieb, er habe soeben mit dem Weissen Haus telefoniert «nach einem weiteren entsetzlichen Schusswaffenangriff von Bundesagenten heute Morgen».
Walz erklärte: «Minnesota hat die Nase voll. Das ist widerlich.» Weiter forderte er den Präsidenten auf, die Operation zu beenden und «die Tausenden gewalttätigen, ungeschulten Polizisten aus Minnesota abzuziehen. Sofort.»
Stadt bittet Bevölkerung, Ruhe zu bewahren
Auch die Stadt Minneapolis meldete sich auf X zu Wort: «Uns liegen Berichte über eine weitere Schiesserei mit Beteiligung von Bundesbeamten im Bereich der 26th Street W und der Nicollet Ave. vor. Wir arbeiten daran, weitere Details zu bestätigen. Wir bitten die Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und das unmittelbare Gebiet zu meiden.»
Ein weiteres Video, das in den sozialen Medien aufgetaucht ist, zeigt wie ICE-Beamte versucht, den Tatort vor Demstranten zu verteidigen. Offenbar schiessen sie mit Tränengas, Pfefferspraygeschosse und Blendgranaten.
Tausende demonstrieren gegen ICE
Weitere Details zu den Hintergründen des aktuellen Einsatzes und dem Zustand des Mannes sind bislang nicht offiziell bestätigt. Stadt‑ und Staatsbehörden ermitteln weiter, während die Proteste zunehmen.
Bereits am Freitag zogen Tausende Menschen bei eisigen Temperaturen durch die Straßen der Stadt, um gegen die Razzien gegen Einwanderer zu protestieren, und forderten die Bundespolizei auf, Minneapolis zu verlassen.
Seit den tödlichen Schüssen am 7. Januar auf die dreifache Mutter Renée Good (†37) durch einen ICE-Beamten kommt es in der US-Stadt täglich zu Demonstrationen gegen die harte Vorgehensweise der Einwanderungs- und Zollbehörde.