Darum gehts
- Weisses Haus postet KI-generiertes Bild einer Aktivistin auf X
- Originalfoto zeigt Armstrong ohne Tränen, starr und ausdruckslos
- Drei Festnahmen bei Protestaktion gegen Vorgehen von ICE
Sie wirkt völlig aufgelöst. Fertig. Am Boden zerstört. Tränenüberströmt wird eine Frau von einem US-Beamten abgeführt. Dieses Foto postete das Weisse Haus am Donnerstag auf der Plattform X, nachdem mehrere Personen bei einer Protestaktion in der Kirche St. Paul in Minnesota am Sonntag festgenommen wurden. Das Besondere an dem Bild: Es ist nicht echt. Zumindest wurde es stark bearbeitet.
Auf dem Foto ist die Demonstrantin Nikame Levy Armstrong zu sehen. Sie wurde tatsächlich wegen einer Protestaktion gegen das Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde ICE festgenommen.
Doch bei ihrer Festnahme weinte sie nicht. Das beweist das Originalfoto, das Heimatschutzministerin Kristi Noem (54) eine halbe Stunde zuvor auf X geteilt hatte. Stattdessen wirkt Armstrongs Gesicht hier starr und ausdruckslos.
Kommunikationsdirektor des Weissen Hauses spricht von Memes
Warum also weint die Aktivistin plötzlich auf dem Post des Weissen Hauses? Wie mehrere US-Medien berichten, soll es sich um ein KI-generiertes Bild handeln. Auch die Plattform X versieht den Post mittlerweile mit dem Hinweis, dass es sich um ein digital überarbeitetes Bild handelt.
Und was sagt das Weisse Haus selbst zu der KI-Aktion? US-Medien werden bei Anfragen auf einen X-Post des stellvertretenden Kommunikationsdirektors des Weissen Hauses, Kaelan Dorr, verwiesen. Er geht auf den Tränen-Fake aber gar nicht ein. Dorr schreibt nur: «Die Strafverfolgung wird fortgesetzt. Die Memes werden weitergehen. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit in dieser Angelegenheit.»
Neben Armstrong wurden bei der Protestaktion zwei weitere Personen festgenommen und wegen Verschwörung zur Rechtsverletzung angeklagt, schreibt Kristi Noem in einem anderen X-Post.