Darum gehts
- US-Beamte verhaften vier Kinder in Minneapolis Schulbezirk, jüngster fünfjährig
- Beamte nutzen fünfjähriges Kind als «Köder» bei Hausdurchsuchung
- Mindestens vier Kinder festgenommen, jüngster Fall am 20. Januar 2026
Im Zuge der Operation «Metro Surge» haben US-Einwanderungsbeamte im Grossraum Minneapolis innerhalb weniger Wochen mindestens vier Kinder aus demselben Schulbezirk festgenommen. Das teilten die Columbia Heights Public Schools am Mittwoch mit. Der jüngste Fall betrifft den fünfjährigen Liam Conejo Ramos.
Liam und sein Vater Adrian Alexander Conejo Arias wurden am Dienstagnachmittag in ihrer Einfahrt festgenommen, als sie vom Kindergarten nach Hause kamen. Nach Angaben des Heimatschutzministeriums (DHS) flüchtete der Vater zunächst zu Fuss. Ein ICE-Beamter blieb beim Kind, während andere den Vater festnahmen. Anschliessend forderten die Beamten den Fünfjährigen auf, an die Haustür zu klopfen, um zu prüfen, ob sich weitere Personen im Haus befänden. Der Schulbezirk spricht davon, dass das Kind als «Köder» benutzt worden sei.
Schulvertreter zeigen sich empört
Ein weiterer Erwachsener im Haus bat laut Schulbehörden darum, Liam bei ihm zu lassen. Die Beamten lehnten ab. Als der ältere Bruder rund 20 Minuten später nach Hause kam, waren Vater und Sohn bereits abgeführt. Beide befinden sich inzwischen in San Antonio in Gewahrsam der Behörden. Der Anwalt der Familie betont, sie seien keine US-Bürger, hätten aber Asyl beantragt und das Verfahren abgewartet.
Das DHS bestreitet, das Kind gezielt festgenommen zu haben. Die Richtlinien sähen vor, Kinder bei einer benannten Vertrauensperson unterzubringen, falls Eltern nicht gemeinsam abgeführt würden. Warum dies hier nicht geschah, ist unklar.
Die Festnahmen verschärfen die Spannungen in der Region, insbesondere nach dem tödlichen Schuss eines ICE-Beamten auf die dreifache Mutter Renée Good (†37) Anfang Monat. Weitere Fälle betreffen eine zehnjährige Schülerin, eine 17-jährige Schülerin und einen 17-jährigen Schüler, die teils auf dem Schulweg oder zu Hause festgenommen wurden. Schulvertreter zeigen sich empört und warnen vor massiven Folgen für die betroffenen Kinder und Familien.