Nach 80 Jahren
US-Institut stoppt Umfragen zur Präsidenten-Beliebtheit

Nach 80 Jahren wird die Erhebung, die die Beliebtheit von US-Präsidenten misst, eingestellt. Der Gallup-Zustimmungswert für Trump war im Dezember auf 36 Prozent gefallen.
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Keine Umfragewerte mehr zu Trump – das könnte den US-Präsidenten derzeit freuen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Gallup stoppt nach 80 Jahren Umfragen zu US-Präsidenten, Fokus auf Sachthemen
  • Trump-Zustimmungsrate sank im Dezember auf 36 Prozent laut Gallup
  • Kennedy hatte mit 70 Prozent die höchste Beliebtheitsrate aller Präsidenten
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Für Donald Trump läuft es derzeit alles andere als rund: Die harten Einsätze der Polizei- und Zollbehörde ICE in Minneapolis, die anhaltende Inflation und die gescheiterten Versuche, die dänische Insel Grönland zu erwerben, haben seine Beliebtheitswerte sinken lassen – und das ausgerechnet vor den wichtigen Midterm-Wahlen im November. Doch jetzt könnte zumindest in puncto Umfragewerte eine Art Rettung nahtreten.

Denn nach mehr als acht Jahrzehnten will das renommierte US-amerikanische Meinungsforschungsinstitut Gallup laut Medienberichten keine Zustimmungswerte mehr für US-Präsidenten erheben. Das Institut, das bereits seit Franklin D. Roosevelt (1882-1945) präsidiale Beliebtheitswerte verfolge, wolle seinen Fokus stattdessen auf Sachthemen legen, zitierte die «New York Times» die Meinungsforscher.

Steckt politischer Druck dahinter?

Auf die Frage, ob politischer Druck zu der Entscheidung beigetragen habe, betonte Gallup laut US-Nachrichtenportal «Axios», es handele sich um «eine strategische Neuausrichtung, die ausschliesslich auf den Forschungszielen und Prioritäten von Gallup basiert» – etwa Umfragen zu Themen, die das tägliche Leben prägten.

Ausserdem würden Zustimmungswerte für politische Persönlichkeiten inzwischen von vielen Anbietern erhoben und seien daher kein Feld mehr, auf dem Gallup «den grössten eigenständigen Beitrag» leisten könne.

Kennedy war populärer

Der Zustimmungswert für Trump war im Dezember laut Gallup auf 36 Prozent gesunken, wie aus der aktuellsten Umfrage auf der Website des Instituts hervorgeht. Während seiner ersten Amtszeit hatte der Wert demnach durchschnittlich bei gut 41 Prozent gelegen. Zum Vergleich: John F. Kennedy (1917-1963) erzielte unter den von Gallup erfassten Präsidenten die höchste durchschnittliche Zustimmungsrate mit rund 70 Prozent.

Lange Zeit galt Gallups monatliche Umfrage als ein Stimmungsbarometer für die Haltung der US-Amerikaner zum Weissen Haus. Politische Analysten und US-Medien stützten sich auf diese Umfrage, auch um die sich im Laufe der Zeit verändernden Trends im Land zu verstehen, schrieb die «New York Times».

Gallup kündigte laut dem Portal «The Hill» an, ab diesem Jahr keine Zustimmungswerte einzelner politischer Persönlichkeiten mehr zu veröffentlichen. Genauere Zeitangaben gab es zunächst nicht.

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