Darum gehts
- Netanyahu und Trump treffen sich am Mittwoch um 17 Uhr in Washington
- Israels Premier fordert auch Einschluss von Irans Raketenprogramm in Verhandlungen
- Auch Irans Reaktion auf die Massenproteste und die Lage in Gaza sollen Teil des Gesprächs sein
Die Lage im Nahen Osten wird mit Argusaugen beobachtet. Alle Blicke richten sich am Mittwoch daher auf das Treffen von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu (76) und US-Präsident Donald Trump (79) in Washington. Bereits zum siebten Mal reist Netanyahu in Trumps zweiter Amtszeit ins Weisse Haus. Im Fokus des Treffens stehen die Gespräche der USA mit dem Iran. Um kurz nach 17 Uhr traf Netanyahu in Washington ein.
Erwartet wird eine harte Linie Netanyahus. «Ich werde dem Präsidenten unsere Sichtweise zu den Grundsätzen dieser Verhandlungen darlegen», sagte Israels Premier vor seinem Abflug. Zuvor hatte er seine Forderungen nochmals klar gemacht: Jegliche Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran müssten nicht nur das Atom-, sondern auch das iranische Raketenprogramm beinhalten.
Auch das iranische Raketenprogramm steht im Fokus
Zudem fordert Netanyahu auch ein Ende der Unterstützung iranischer Verbündeter in der Region, wie die Hisbollah im Libanon oder die Huthi im Jemen. Vor seinem Abflug hielt sich Netanyahu zum Inhalt des Gesprächs mit Trump vage. Auch um Gaza soll es gehen, erklärte er. Bis voraussichtlich Donnerstag bleibt Netanyahu in den USA.
Israelische Medien berichten, dass die beiden Staatschefs aktuelle Geheimdienstinformationen über das iranische Raketenprogramm teilen würden. Auch die brutale Reaktion auf die Massenproteste im Iran soll Teil des Gesprächs sein.
Gespräche zum iranischen Atomprogramm aufgenommen
Vertreter der USA und des Irans hatten am Freitag in Omans Hauptstadt Maskat Gespräche zum iranischen Atomprogramm aufgenommen. Noch ist unklar, wann die Gespräche fortgesetzt werden. Auf iranischer Seite hat man sich bisher jedoch nur bereiterklärt, ausschliesslich über das eigene Atomprogramm zu sprechen.
Als Reaktion auf das Massaker während der Massenproteste im Iran hatte Trump die Militärpräsenz in der Region verstärkt. Trump erwägt nun, einen weiteren Flugzeugträger in den Iran zu entsenden. «Wir haben eine Flotte, die unterwegs ist, und eine weitere könnte folgen», sagte er gegenüber dem Nachrichtenportal «Axios». Er betonte: «Entweder wird es einen Deal geben oder wir werden wie beim letzten Mal zu sehr harten Massnahmen greifen müssen.»
«Auch er will ein Abkommen»
In Hinblick auf das Treffen mit Netanyahu sagte Trump gegenüber «Axios», dass er nicht glaube, dass Netanyahu wegen der US-Verhandlungen mit dem Iran nervös sei. «Auch er will ein Abkommen. Er will ein gutes Abkommen», so Trump.
Von israelischer Seite waren andere Töne zu hören. Netanyahu wolle Trump klarmachen, dass Verhandlungen mit dem Iran wertlos seien, zitiert das «Wall Street Journal» den israelischen Energieminister Eli Cohen. «Der Iran hat keine seiner Verpflichtungen erfüllt», sagte Cohen dem israelischen Armeeradio.
Das Treffen in Washington findet hinter verschlossenen Türen statt. Washington habe entschieden, dass weder davor Erklärungen abgegeben, noch im Anschluss eine Pressekonferenz abgehalten werde, berichtete der israelische Sender Kan.