Darum gehts
- Schweizer Christoph Schnellmann verliert CEO-Posten am Noida Airport wegen Nationalität
- Indische Richtlinie fordert indische Staatsbürger als Flughafen-CEOs für Betriebsaufnahme
- Flughafen soll in 30–40 Tagen starten, geplant seit 2021
Kurz vor dem offiziellen Start des neuen indischen Grossflughafens Noida International Airport (NIA) kommt es an der Spitze zu einer Rochade. Der Schweizer Christoph Schnellmann muss seinen Posten aufgeben. Der Grund: seine Nationalität.
Der Flughafen, der einmal etwa so gross wie der Airport Frankfurt werden soll, wird von der Yamuna International Airport Private Limited betrieben, einer vollständigen Tochtergesellschaft der Zürich Airport International AG. Das Projekt wurde 2021 gestartet, nun geht es ein Jahr später als geplant in Betrieb.
Behörden lehnten Änderung ab
Christoph Schnellmann hat das Mammutprojekt als CEO seit August 2020 massgeblich vorangetrieben. Dass er den Sessel kurz vor Betriebseröffnung räumen muss, geht laut einem Bericht der «The Times of India» auf die strikte Richtlinie der indischen Behörden zurück: Der Chefposten eines Flughafens muss zwingend mit einem indischen Staatsbürger besetzt sein, sobald dieser den operativen Betrieb aufnimmt.
Das indische Innenministerium hatte kürzlich einen Vorschlag der Luftsicherheitsbehörde (BCAS) abgelehnt, der es ausländischen Experten erlaubt hätte, weiterhin als CEOs von neu gebauten Flughäfen tätig zu sein. Um weitere bürokratische Verzögerungen beim Start der ersten Linienflüge zu verhindern, zog die Betreibergesellschaft nun die Konsequenz. Als neue CEO wurde kurzfristig die Finanzchefin Nitu Samra eingesetzt.
Schnellmann neu im Verwaltungsrat
Christoph Schnellmann wurde jedoch zum «Executive Vice-Chairman» ernannt und wechselt damit in den Verwaltungsrat. In dieser strategischen Rolle soll er den Übergang in den Full-Service-Betrieb begleiten und sicherstellen, dass die hohen Qualitätsstandards der Zürcher Flughafenbetreiber beibehalten werden.
Der Noida International Airport soll den chronisch überlasteten Flughafen von Delhi entlasten und gilt als einer der modernsten Knotenpunkte Asiens. Mit der Ernennung von Nitu Samra zur Interim-CEO ist nun die letzte formale Hürde genommen, um die finale Betriebsbewilligung der Luftsicherheitsbehörde zu erhalten. Man rechnet damit, dass der reguläre Flugbetrieb innerhalb der nächsten 30 bis 40 Tage vollständig aufgenommen werden kann.