Darum gehts
- Lufthansa streicht bis Oktober 20'000 Kurzstreckenflüge wegen hoher Kerosinpreise
- Ziel: Einsparung von rund 40'000 Tonnen Kerosin durch Flugkürzungen
- Leserumfrage zeigt, dass manche sich bereits auf die Streichungen vorbereiten
Auch die Fluggesellschaften bleiben nicht vom Krieg im Nahen Osten verschont. Aufgrund der hohen Kerosinpreise muss die Lufthansa sparen. Die Swiss-Mutter will bis Oktober ganze 20'000 Kurzstreckenflüge streichen. Damit sollen rund 40'000 Tonnen Kerosin gespart werden. Zwar will man sich vor allem auf unrentable Strecken fokussieren und den Betrieb vermehrt über Drehkreuze im Ausland abwickeln, aber ein Einfluss auf den Flugverkehr besteht dennoch.
Branchenkenner Hansjörg Egger (74) warnt Flugreisende: «Wer sich in dieser Situation auf lange Flüge einlässt, sollte sich bewusst sein, dass man auch das Risiko, steckenzubleiben oder teure Rückflüge kaufen zu müssen, selbst trägt.» Auch in der Schweiz könnte es bald zu Kürzungen kommen. Wir haben unsere Leserinnen und Lesern gefragt, wie die Kerosinkrise ihre Reisepläne beeinflusst.
Die Community zu ihren Ferienplänen im kommenden Sommer
Eine Leserumfrage mit über 13'200 Teilnehmern zeigt, dass sich über die Hälfte keine Sorgen um den Flugverkehr im Sommer machen. Während 30 Prozent sicher sind, dass ihre Flüge wie geplant stattfinden werden, fliegen 31 Prozent gar nicht. 15 Prozent geben an, dass sie zu Hause bleiben.
Die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben bereits umgeplant. 13 Prozent machen als Alternative zum Auslandsurlaub Ferien in der Schweiz. 8 Prozent steigen vom Flieger aufs Auto um, 3 Prozent haben die Ferien gar ganz verschoben. Auch in den Kommentaren teilen die Leserinnen und Leser ihre Gedanken.
«Ferien sind da noch das kleinste Problem!»
In den Kommentaren fürchten sich einige vor der möglichen Fluglage im Sommer. Leser Hans Blatter ist einer von ihnen: «Wenn der Flugverkehr jetzt schon beeinflusst wird, prophezeie ich eine schwere globale Krise in der Zukunft.» Auch Steven Stevelic schreibt: «Das ist der Vorbote des Energie-Lockdowns. Absolute Narrenfreiheit auf Kosten der Wirtschaft und Menschheit, alles nur wegen ein paar Kriegstreibern.»
Urs Saladin bangt nicht nur um Personenflüge: «Wenn sich die ganzen teuren Transporte auch in den Lebensmittelpreisen zeigen, dann wird es echt problematisch! Ferien sind da noch das kleinste Problem!» Auch Othmar Kamm beanstandet: «Mal schauen, wie es kommt. Am Schluss ist es sowieso immer der Verbraucher, also das letzte Glied in der Kette, der dann büssen muss.»
«Die Umwelt ist sicher begeistert»
Die Gegenseite sieht in den gestrichenen Flügen der Lufthansa keinen Grund zur Besorgnis. So schreibt Björn Gerber: «Die Lufthansa streicht schwache und unrentable Strecken. Das ist wirtschaftlich völlig richtig, zudem spart es Geld und Kerosin.» Ein weiterer Leser kritisiert zudem die Flugreisenden: «Jeder sollte halt mal wieder lernen, auf etwas zu verzichten. Sehe nicht ein, warum man in der aktuellen Situation auf Biegen und Brechen in ein Flugzeug steigen muss.»
Peter Zemp spricht einen weiteren Aspekt an: «Das ist doch super für das Klima, wenn man 20'000 Flüge streicht. Ein Grossteil sind ohnehin Vergnügungsflüge.» Jürg Moggi stimmt zu: «Die Umwelt ist sicher begeistert von der Idee, einige Liter Kerosin weniger aufnehmen zu müssen.» Tita-Nina Francheschi fügt an: «Nur das Verreisen in die grosse weite Welt wird eingeschränkt.» Sie schlägt vor: «Das ist eine super Chance, die Heimat zu entdecken.»