Darum gehts
- Die USA prüfen laut Berichten einen MOAB-Einsatz im Iran
- Die 9,8-Tonnen-Bombe ist konventionell, nicht nuklear
- Bei tiefen Atomanlagen ist Wirkung ungewiss, zivile Folgen drohen
Ihr Name klingt wie eine Warnung: «Mother of All Bombs» – die Mutter aller Bomben. Die amerikanische GBU-43/B MOAB ist eine der grössten konventionellen Bomben der Welt. Jetzt steht sie im Rampenlicht. CNN-Berichten zufolge prüft das US-Militär einen möglichen Einsatz gegen Ziele im Iran. Doch wie mächtig ist diese Waffe wirklich?
Was ist die «Mutter aller Bomben»?
Der Name klingt nach Weltuntergang, die Wirkung ist gewaltig: Die MOAB steht für «Massive Ordnance Air Blast» und wurde 2003 von den USA entwickelt. Die Bombe ist rund neun Meter lang, wiegt knapp zehn Tonnen und enthält mehrere Tonnen Sprengstoff.
Abgeworfen wird sie aus einem Transportflugzeug. Kurz über dem Boden detoniert sie und entfesselt eine gewaltige Druckwelle. Diese kann Gebäude zertrümmern, militärische Stellungen verwüsten und ganze Bereiche in Schutt und Asche legen.
Doch aufgepasst: Die MOAB ist keine Atombombe. Und sie ist auch keine klassische Bunkerknacker-Bombe. Ihre Stärke liegt vor allem darin, grosse oberirdische Ziele und bestimmte Höhlen- oder Tunnelsysteme zu zerstören.
Wo kam sie bereits zum Einsatz?
Bislang wurde sie genau einmal genutzt: Am 13. April 2017 in Afghanistan. Damals liess US-Präsident Donald Trump (80) die Bombe gegen ein Tunnelsystem der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in der Provinz Nangarhar einsetzen.
Die Extremisten hatten sich in den Höhlen und Tunneln verschanzt. Die Explosion zerstörte Teile des Systems und sorgte weltweit für Schlagzeilen. Afghanische Behörden meldeten damals 36 getötete IS-Kämpfer. Zivile Opfer wurden offiziell nicht gemeldet.
Seit diesem Einsatz blieb die MOAB am Boden. Ein Angriff auf den Iran wäre deshalb eine neue Eskalationsstufe – mit einer enormen Signalwirkung an das Regime in Teheran.
Was kann die Bombe im Iran ausrichten?
Oberirdische Militäranlagen, Energieinfrastruktur oder weniger tief liegende Ziele könnten durch die MOAB schwer beschädigt oder zerstört werden. Die Druckwelle wäre verheerend. Liegen solche Einrichtungen nahe an Wohngebieten, drohen zudem zivile Opfer und massive Schäden an der Infrastruktur.
Bei tief verbunkerten Nuklearanlagen sieht es allerdings anders aus. Die MOAB ist nicht dafür gebaut, sich durch dicke Gesteinsschichten zu fressen. Eine Anlage tief unter dem Pickaxe Mountain könnte sie deshalb möglicherweise gar nicht erreichen.
Für solche Ziele haben die USA eine andere Waffe im Arsenal: die GBU-57, eine spezielle bunkerbrechende Bombe, die dafür entwickelt wurde, tief in den Boden und durch massive Schutzschichten vorzudringen.