Darum gehts
- Russischer General Roman Demurchijew prahlte über Kriegsverbrechen in der Ukraine
- Er bot einen Gefangenen als «Geschenk» an und verübte Folter
- Daten von 2022 bis 2024 belegen zahlreiche Gräueltaten der russischen Armee
Ein ranghoher, russischer General soll in privaten Nachrichten mit brutalen Kriegsverbrechen in der Ukraine geprahlt haben. Laut einem Bericht des US-finanzierten Senders Radio Free Europe/ Radio Libertyzeigen Chats und Audionachrichten, wie Roman Demurchijew über die Misshandlung und Tötung ukrainischer Kriegsgefangener sprach – sogar seine Frau war offenbar eingeweiht.
Die Investigativjournalisten des Senders erhielten mehrere Gigabytes an Daten, die zwischen 2022 und 2024 gesammelt wurden. Sie stammen von einer Quelle innerhalb der ukrainischen Streitkräfte. Die Analyse ergab erschreckende Einblicke in das Vorgehen der russischen Armee.
«Girlande» aus Ohren
Demurchijew, der mindestens bis Dezember 2024 als Vize-Kommandant der 20. russischen Gardearmee in der umkämpften Region Donezk diente, soll Fotos von abgeschnittenen menschlichen Ohren mit anderen Militärs und seiner Frau geteilt haben.
In einem Chat mit ihr habe er sich damit gebrüstet, eine «Girlande» aus diesen Ohren angefertigt zu haben. Ein weiteres Bild zeigt gefesselte ukrainische Gefangene, deren Köpfe in blutgetränkte Verbände gewickelt sind.
Gefangenen als «Geschenk» angeboten
Zudem soll der Militär einem Kollegen ein Meme mit dem Spruch «Es ist kein Kriegsverbrechen, wenn es Spass gemacht hat» geschickt haben.
In einer Audionachricht soll Demurchijew einem Offizier des russischen Geheimdienstes FSB einen Kriegsgefangenen als «Geschenk» angeboten haben. Dabei fragte er, ob er den Ukrainer «beseitigen» oder übergeben solle».
Demurchijew legt das Telefon auf
Die Journalisten identifizierten den Mann auf dem Foto als einen 42-jährigen Freiwilligen aus der Region Saporischschja, der später ausgetauscht wurde. Laut den Recherchen der Journalisten werden Angehörige von ukrainischen Kriegsgefangenen von den russischen Streitkräften erpresst, um sie zur Kooperation zu zwingen. Zudem dokumentierten sie Fälle, in denen sich ukrainische Soldaten ergeben hatten und dennoch hingerichtet wurden.
Radio Free Europe/ Radio Liberty versuchte, Demurchijew telefonisch mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Der Generalmajor legte jedoch sofort auf, als er zu den Gräueltaten befragt wurde, und blockierte danach weitere Kontaktversuche. Seine derzeitige Position bleibt unbekannt.