Darum gehts
- Experte Justin Crabbe vermutet menschliches Versagen beim Learjet-Absturz in Florida
- Die Copilotin meldete Eis am Rumpf und bat kurz vor dem Crash um mehr Flughöhe
- Alle neun Menschen an Bord starben, darunter Adam Robinson, seine Frau, zwei Kinder und die Nanny
Was passierte vor dem tödlichen Learjet-Crash in Florida? Noch ist die offizielle Untersuchung im Gang, doch ein Experte hat eine Vermutung. Justin Crabbe, Chef der Charterfirma Jettly, vermutet menschliches Versagen, wie er der «NY Post» sagt. Der Unternehmer ist selber Pilot und der verunglückte Learjet 60 war auf seiner Plattform gelistet.
Der Learjet flog durch einen Sturm und habe wahrscheinlich wegen Vereisung einen Strömungsabriss erlitten, so Crabbe. Die Crew sei bewusst in den Sturm geflogen. «Sie hätten ihn auf jeden Fall umfliegen sollen», sagt er. «Die Flugsicherung gab ihnen die Flexibilität, diesem Wetter auszuweichen.»
Eisbildung am Rumpf gemeldet
Vor dem Crash hatte die Copilotin Nathalia F. (†20) Eisbildung am Rumpf des Jets gemeldet und darum gebeten, höher fliegen zu dürfen. Trotz der Enteisungsanlage des Learjets kann sich Eis unter gewissen Bedingungen sehr schnell ansammeln.
Doch ausgerechnet der Versuch, aus der Gefahrenzone herauszufliegen, könnte das Flugzeug zum Absturz gebracht haben, so Crabbe. Wenn sich die Nase eines Flugzeugs hebt, vergrössert sich der Anstellwinkel der Flügel. Mit Eis bedeckte Flügel erzeugen weniger Auftrieb und ein Strömungsabriss passiert schneller.
Familie aus dem Leben gerissen
Dass F. mit der Flugsicherung sprach, spreche dafür, dass der erfahrene Pilot Jeff G. (†55) beim Unfall am Steuer sass. Unklar bleibt, weshalb sich die Crew für den Flug durch den Sturm entschieden hat.
Keiner der neun Menschen an Bord überlebte den Absturz. Unter den Opfern: Tech-Millionär Adam Robinson (†44), seine Frau Helen sowie ihre zwei Kinder im Alter von zwei und vier Jahren. Auch zwei Freunde der Familie und eine Nanny überlebten den Absturz nicht.