Bericht: Iran unterbreitet USA neuen Vorschlag
Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk
Der Iran hat den USA laut «Axios» einen neuen Vorschlag zur Öffnung der Strasse von Hormus und zur Beendigung des Krieges unterbreitet. Die Atomverhandlungen wollen die Mullahs allerdings auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. «Axios» beruft sich in seiner Berichterstattung auf US-Beamte und zwei mit der Angelegenheit vertraute Quellen.
Die Verhandlungen stecken aktuell in einer Sackgasse. Ausserdem ist die iranische Führung gespalten darüber, welche nuklearen Zugeständnisse zur Debatte stehen sollten. Nun soll der neue Vorschlag offenbar das Atom-Problem umgehen und zu einem schnelleren Abkommen führen.
Von US-Seite heisst es gegenüber dem Nachrichtenportal, dass Donald Trump (79) am Montag eine Lagebesprechung zum Thema Iran einberufen wird. Aktuell sieht es danach aus, dass der US-Präsident die Blockade gegen Irans Ölexporte auf dem Seeweg aufrechterhalten will. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi (63) reist unterdessen nach Moskau. Was sich Teheran von dem Besuch bei Kremlchef Wladimir Putin (73) erhofft, hat mein Kollege Daniel Kestenholz hier zusammengefasst.
Grosse Schäden an US-Militärbasen: Iranische Angriffe umfangreicher als bislang angenommen
Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst
NBC News sorgt mit einem Bericht für Aufsehen: Laut mehreren US-Regierungsquellen sind die Schäden an amerikanischen Militärbasen nach den iranischen Angriffen deutlich schwerer als bisher offiziell eingeräumt. Die Reparaturkosten sollen sich demnach auf Milliardenhöhe belaufen – deutlich mehr, als das Pentagon öffentlich kommuniziert.
Besonders brisant: Die Angriffe im Zuge des Iran-Kriegs hätten im Nahen Osten in sieben Ländern US-Stützpunkte getroffen – darunter Hangars, Kommandozentralen, Radar- und Satellitensysteme sowie Flugzeuge. Offizielle Stellen sprechen von einer der gravierendsten Beschädigungen militärischer Infrastruktur seit Jahren.
Während im Pentagon die Informationspolitik zuletzt eher auf Zurückhaltung setzte, stammt der Bericht selbst aus einem ungewöhnlich breiten Quellenpool: Sechs Insider aus Regierung und Kongress bestätigen die Dimensionen. Selbst ein Luftangriff durch einen iranischen F-5-Kampfjet auf eine US-Basis in Kuwait soll durch die Abwehrsysteme nicht vollständig gestoppt worden sein – eine seltene Lücke in der sonst so hochgerüsteten Verteidigung.
Immerhin: Infolge der US-und israelischen Militärschläge sollen die iranische Luftwaffe und Marine inzwischen nicht länger schlagkräftig sein. Die US-Blockadestrategie treibt Teheran in die Enge. Laut US-Präsident Donald Trump droht dem Iran in wenigen Tagen der Kollaps seiner Ölinfrastruktur. Irans Chefdiplomat, Aussenminister Abbas Araghtschi, wird am Montag von Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau empfangen. In letzter Minute sucht Teheran nach Auswegen. Ob Putin hilft oder nur zuschaut, analysiert dieser Bericht.
Wie effektiv ist die US-Blockade iranischer Schiffe?
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
US-Präsident Donald Trump hatte in einem Interview mit Fox News am Sonntag behauptet, dass die iranische Ölinfrastruktur in etwa drei Tagen explodieren könnte. Denn technische Probleme würden durch die US-Blockade iranischer Schiffe noch weiter verschärft, so Trump. Doch nun berichtet der maritime Nachrichtendienst Tankertrackers, dass es dem Iran offenbar gelungen sei, 4 Millionen Barrel Rohöl an der US-Blockade vorbeizuschleusen. Weitere 4,6 Millionen Barrel sollen zudem an Rohölterminals verladen worden sein.
Diese Entwicklung wirft nun neues Licht auf die Dimension der US-Blockade und des dadurch ausgeübten Drucks auf den Iran. Zuvor hatte Trump im Fox-News-Interview erklärt: «Wenn man Leitungen hat, durch die riesige Mengen Öl fliessen, und diese Leitung aus irgendeinem Grund geschlossen wird, weil man das Öl nicht mehr in Container oder Schiffe umfüllen kann – was ihnen passiert ist, denn sie haben wegen der Blockade keine Schiffe –, dann explodiert diese Leitung von innen heraus, sowohl mechanisch als auch unter der Erde.»
Auch das US-Zentralkommando Centcom hatte am Sonntagabend auf X noch gepostet: «Mehrere Schiffe und Helikopter setzen derzeit die US-Blockade gegen iranische Häfen durch.» Dazu teilte Centcom das Foto eines US-Seemanns, der an Bord der USS John Finn (DDG 113) die Vorflugkontrollen an einem MH-60R Sea Hawk-Hubschrauber durchführte.
Währenddessen lässt die angespannte Lage in der Strasse von Hormus die Öl- und Rohstofflieferungen stocken. Mein Kollege Michael Hotz hat in diesem Artikel erklärt, welche Engpässe die Weltwirtschaft durch den Iran-Krieg noch bedrohen.
Iranischer Aussenminister landet wieder in Pakistan
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nach seinem Aufenthalt im Oman ist der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi wieder in Pakistan gelandet, wie die offizielle iranische Nachrichtenagentur IRNA berichtet. In Maskat hatte sich Araghtschi mit dem Sultan von Oman, Haitham bin Tariq al-Said, zu diplomatischen Gesprächen über die aktuelle Lage in der Region getroffen. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim würdigte Araghtschi die «umsichtige Haltung des Oman gegenüber dem aufgezwungenen amerikanisch-israelischen Krieg».
Zugleich fügte der iranische Aussenminister hinzu: «Die amerikanische Militärpräsenz in den Ländern der Region führt nur zu Unsicherheit und Spaltung.»
In Pakistan soll Araghtschi nun einen kurzen Zwischenstopp einsetzen, bevor er seine diplomatische Reise nach Moskau fortsetzt. Am Rand von Islamabad landete der iranische Aussenminister nun auf dem Luftwaffenstützpunkt Nur Khan. Dort wurde er von Mohsin Naqvi, dem pakistanischen Innenminister, und Reza Amiri Moghadam, dem iranischen Botschafter in Islamabad, empfangen, berichtete die IRNA.
Laut der Nachrichtenagentur werde sich Araghtschi voraussichtlich erneut mit pakistanischen Beamten über die regionale Lage beraten. Am Samstag hatte sich Araghtschi nach einer Gesprächsrunde in Pakistan bereits sehr positiv geäussert: «Ein sehr fruchtbarer Besuch in Pakistan, dessen Vermittlungsbemühungen und brüderliche Anstrengungen zur Wiederherstellung des Friedens in unserer Region wir sehr schätzen.»
US-Sondergesandte waren am Wochenende doch nicht wie angekündigt nach Pakistan gereist. Kurz vor Reiseantritt hatte US-Präsident Donald Trump Steve Witkoff und Jared Kushner zurückgepfiffen. Der Grund: «Zu viel Zeitverschwendung durch die Reise, zu viel Arbeit!», so Trump. Zudem hätten die USA ohnehin alle «Trümpfe in der Hand», meinte der US-Präsident.
«Innerhalb von 10 Minuten erhielten wir ein neues Papier, das viel besser war»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nach der abgesagten Reise der US-Sondergesandten nach Pakistan ist weiterhin unklar, wie sich die Entscheidung auf Friedensgespräche mit dem Iran auswirken könnte. Am Samstag zeigte sich US-Präsident Donald Trump nun jedoch vor Reportern zuversichtlich in Hinblick auf Verhandlungsfortschritte mit dem Iran. Vor dem Einsteigen in die Air Force One am am Palm Beach International Airport äusserte sich Trump zum Verhandlungsfortschritt mit dem Iran.
Nachdem Trump angekündigt hatte, keine Delegation mehr nach Pakistan zu einer weiteren Verhandlungsrunde an diesem Wochenende zu entsenden, soll der Iran laut Trump den USA innerhalb weniger Minuten ein besseren Angebot vorgelegt haben. «Sie haben uns ein Papier vorgelegt, das besser hätte sein sollen, und interessanterweise erhielten wir, unmittelbar nachdem ich abgesagt hatte, innerhalb von 10 Minuten ein neues Papier, das viel besser war», so Trump vor den Journalisten.
Auf eine Frage eines CNN-Reporters zu weiteren Details zu dem Angebot, sagte Trump: «Sie haben viel angeboten, aber nicht genug.»
Netanyahu befiehlt neue Angriffe auf Hisbollah-Miliz
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden am Samstag bei einem israelischen Angriff im Südlibanon vier Menschen getötet (siehe Ticker-Eintrag von 16.51 Uhr). Obwohl US-Präsident Donald Trump am Donnerstag eine Verlängerung des Waffenstillstands erklärt hatte, geht der Beschuss im Libanon weiter. Auch die Hisbollah-Miliz feuert Raketen auf Israel ab. Nun hat der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu neue Angriffe auf die Hisbollah-Miliz bestätigt.
Netanyahu hat dem israelischen Militär befohlen, die Angriffe gegen die Hisbollah im Libanon wieder aufzunehmen, hiess es am Samstagabend in einer Erklärung seines Büros. Zuvor hatte Israel der Miliz wiederholte Verstösse gegen die Waffenruhe vorgeworfen. Die Armee solle nun «Hisbollah-Ziele im Libanon mit Nachdruck angreifen», hiess es weiter in der Erklärung.
«Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen»
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nach der Abreise des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi aus Islamabad und der Absage Trumps für die Reise der US-Sondergesandten nach Pakistan, rücken Fragen rund um den Stand der Verhandlungen zwischen Teheran und Washington noch mehr in den Fokus. Mittlerweile ist der iranische Aussenminister Araghtschi im Oman eingetroffen, der zweiten Station seiner diplomatischen Rundreise durch drei Länder. Auf X wandte er sich nun mit Botschaften an Pakistan und die USA.
Für die pakistanischen Vertreter fand Araghtschi lobende Worte. Am Samstag hatte er sich mit Pakistans oberster Führung getroffen, darunter mit Premierminister Shehbaz Sharif und dem Armeechef des Landes, Feldmarschall Asim Munir. «Ein sehr fruchtbarer Besuch in Pakistan, dessen Vermittlungsbemühungen und brüderliche Anstrengungen zur Wiederherstellung des Friedens in unserer Region wir sehr schätzen», kam Araghtschi nach dem Treffen in Islamabad zu einem positiven Schluss.
Konkret habe die iranische Position erörtert werden können, so Araghtschi weiter. «Wir haben Irans Position bezüglich eines tragfähigen Rahmens zur dauerhaften Beendigung des Krieges gegen den Iran dargelegt.» Seine Nachricht beendete er schliesslich mit einem Seitenhieb nach Washington: «Es bleibt abzuwarten, ob die USA es mit der Diplomatie wirklich ernst meinen.»
Trump hat Reise von Sondergesandten nach Pakistan abgesagt
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Nun ist es klar: An diesem Wochenende gibt es kein Treffen der US-Sondergesandten mit dem iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi. Wie Fox-News-Journalistin Aishah Hasnie am Samstagabend auf X schrieb, habe US-Präsident Donald Trump ihr am Telefon mitgeteilt, dass er die Reise von Steve Witkoff und Jared Kushner nach Pakistan einseitig abgesagt habe.
«Ich habe meinen Leuten vor kurzem gesagt, als sie sich gerade auf den Weg machen wollten: ‹Nein, ihr fliegt nicht 18 Stunden dorthin. Wir haben alle Trümpfe in der Hand. Sie können uns jederzeit anrufen, aber ihr werdet keine weiteren 18-stündigen Flüge mehr unternehmen, um dort herumzusitzen und über nichts zu reden›», zitiert Hasnie Trump.
Kurz darauf meldete sich auch US-Präsident Trump selbst auf seiner Plattform Truth Social zu Wort: «Ich habe soeben die Reise meiner Vertreter nach Islamabad in Pakistan abgesagt, wo sie sich mit den Iranern treffen sollten. Zu viel Zeitverschwendung durch die Reise, zu viel Arbeit!»
Weiter behauptete der US-Präsident erneut, dass die Regierung im Iran gespalten sei. «Abgesehen davon herrscht innerhalb ihrer ‹Führung› enormes Gerangel und grosse Verwirrung. Niemand weiss, wer das Sagen hat – nicht einmal sie selbst.» Seine Nachricht schloss er mit den Worten: «Ausserdem haben wir alle Trümpfe in der Hand, sie haben keine! Wenn sie reden wollen, müssen sie nur anrufen!!!»
Das Statement des US-Präsidenten folgt auf die Abreise des iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi aus Islamabad. Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif schrieb nach dem Treffen mit dem iranischen Aussenminister auf X von einem «äusserst herzlichen und freundschaftlichen Meinungsaustausch über die aktuelle Lage in der Region». Von iranischer Seite waren vor der Reise Araghtschis nach Islamabad direkte Gespräche mit den USA immer wieder dementiert worden.
In einer Erklärung auf dem offiziellen Telegram-Kanal Araghtschis hiess es nach dem Treffen mit pakistanischen Vertretern, dass der Aussenminister die «grundsätzlichen Positionen» des Iran erläutert habe. Gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters äusserte sich ein iranischer Diplomat in Islamabad zu den US-Positionen: «Grundsätzlich wird die iranische Seite keine Maximalforderungen akzeptieren.»
Iranischer Aussenminister verlässt Pakistan
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Am Samstagabend lokaler Uhrzeit hat der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi Islamabad wieder verlassen, berichtet CNN unter Berufung auf iranische Quellen aus den Gesprächskreisen. In der pakistanischen Hauptstadt hatte sich Araghtschi mit Pakistans oberster Führung getroffen, darunter mit Premierminister Shehbaz Sharif und dem Armeechef des Landes, Feldmarschall Asim Munir, der bereits als wichtiger Vermittler zwischen dem Iran und den USA fungiert hat. Laut CNN sei es bei den Gesprächen darum gegangen, eine Waffenruhe mit Washington zu erörtern und sich mit wichtigen Verbündeten in der Region zu beraten.
Auf X meldete sich Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif nach dem Treffen: «Ich habe mich sehr gefreut, heute in Islamabad Seine Exzellenz Seyed Abbas Araghtschi, den Aussenminister des Iran, und seine Delegation zu treffen. Wir hatten einen äusserst herzlichen und freundschaftlichen Meinungsaustausch über die aktuelle Lage in der Region. Ausserdem haben wir Themen von beiderseitigem Interesse erörtert, darunter die weitere Stärkung der bilateralen Beziehungen zwischen Pakistan und dem Iran.»
Das Weisse Haus hatte am Freitag verkündet, dass die Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner am Wochenende nach Pakistan reisen würden. Doch iranische Medien hatten dementiert, dass Araghtschi während seiner Reise direkt mit den Vermittlern aus Washington verhandeln würde.
Auch der iranische Aussenamtssprecher Ismail Baghaei hatte am Freitag auf X erklärt, dass bislang kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant sei. Ursprünglich hatte Pakistan versuchen wollen, eine weitere Gesprächsrunde zwischen den USA und dem Iran zu initiieren. Was die Abreise Araghtschis nun für die Friedensgespräche mit den USA bedeutet, war zunächst unklar.
Trotz Waffenstillstand – Vier weitere Tote im Libanon
Von Sandra Marschner, Redaktorin am Newsdesk
Trotz des am Donnerstag von US-Präsident Donald Trump verlängerten Waffenstillstands ruht der Himmel über dem Libanon nicht. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden am Samstag bei einem israelischen Angriff im Südlibanon vier Menschen getötet. In der Nähe der Ortschaft Johmor al-Schakif im Bezirk Nabatäa seien demnach ein Lastwagen und ein Motorrad angegriffen worden. Erst am Vortag hatte das libanesische Gesundheitsministerium sechs Tote nach israelischen Luftangriffen gemeldet.
Eigentlich hatte US-Präsident Trump den Waffenstillstand um drei Wochen verlängert, doch Israel bestand darauf, dass seine Streitkräfte im Südlibanon verbleiben werden. «Wir behalten uns die volle Handlungsfreiheit gegenüber jeder Bedrohung vor, einschliesslich neu auftretender», sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Freitag. «Wir haben gestern zugeschlagen und wir haben heute zugeschlagen.» Die israelischen Streitkräfte (IDF) gaben an, an diesem Wochenende «mehr als 15 Terroristen im Südlibanon» getötet zu haben, darunter drei, die in einem mit Waffen beladenen Fahrzeug unterwegs waren.
Auch die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hat am Samstag weitere Raketen auf Nordisrael abgefeuert. Die Hisbollah hatte den Waffenstillstand im Libanon «angesichts der anhaltenden feindseligen Aktionen Israels» in einer Stellungnahme am Freitag bereits als «bedeutungslos» bezeichnet.