KI macht Früchte zu Realitystars
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«Fruit Love Island»:KI macht Früchte zu Realitystars

Kurioser Trend auf Tiktok
Plötzlich wollen alle flirtende KI-Früchte sehen

Was passiert, wenn eine hübsche Wassermelone am Pool auf eine attraktive Banane trifft? Das wollen derzeit Millionen Zuschauer auf Tiktok herausfinden. Eine neue Form von Reality-TV geht viral.
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Diese Reality-Stars haben Millionen Zuschauer. Egal ob Melonia oder Bluebella, alle sind für einen Skandal zu haben.
Foto: TikTok / @AICinema

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Tiktok-Trend: KI-Serie «Fruit Love Island» zeigt Obst als Realitystars
  • Inhalte der Clips sind sexistisch, schwulenfeindlich und rassistisch
  • Experte warnt: KI-Schrott wie dieser kann Konzentration und Impulskontrolle beeinflussen
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Wiebke KöhneRedaktorin Newsdesk

Traumhafte Inseln, luxuriöse Villen und flirtwillige Singles. Wer die Realityshow «Love Island» gesehen hat, kennt die Spielregeln. Auf Schritt und Tritt von Kameras begleitet, müssen die Teilnehmer Pärchen bilden. Wer bis zum Ende der Folge allein bleibt, fliegt raus. So viel zum Original, das im TV läuft.

Doch jetzt sorgt ein Ableger auf Tiktok für Wirbel. Nicht mit echten Menschen, sondern mit Früchten. Das Obst ist KI-generiert – und die Serie «Fruit Love Island» ein voller Erfolg. Der Account hat mehrere Millionen Follower und Zuschauer. 

Gewalttätig und schwulenfeindlich

Doch was im ersten Moment nach harmloser Unterhaltung klingt, wird bei genauerem Hinschauen problematisch. Die Früchte sind alles andere als süss. Sie sind sexistisch, gewalttätig und offen schwulenfeindlich. Und teilweise werden rassistische Vorurteile bedient. 

Das Ganze wirkt absurd, hat aber System, weiss Digitaltrainer Daniel Dell'Aquia. «Dadurch, dass etwas KI-generiert ist und comichaft daherkommt, wird es weniger schnell aus dem Algorithmus verbannt», sagt der Experte zu Blick. Dann ist es auch nicht so schlimm, wenn es theoretisch gegen die Community-Richtlinien verstösst. 

Zudem provoziert die Serie absichtlich. «In erster Linie sollen Klicks generiert werden», so Dell'Aquia. Die Empörung der Zuschauer wird dafür bewusst genutzt — das wird Ragebait genannt. Laut dem Experten sei dies jedoch nicht die Entscheidung der KI. «Der Betreiber des Accounts lässt die Videos zwar von der KI erstellen, die Szenen und Handlungen muss er aber selbst vorgeben». 

Unsere Hemmschwelle sinkt durch unrealistischen Content

Fruit Love Island ist einerseits extrem unterhaltsam, andererseits werden dadurch höchst fragwürdige Werte vermittelt. Machen die Früchte unterbewusst etwas mit uns oder können wir uns von den negativen Botschaften distanzieren?

Dell'Aquia gibt diesbezüglich eine Entwarnung: Dank unserer Abstraktionsfähigkeit ahmen wir das Benehmen der Früchte nicht zwangsläufig in der Realität nach. Auf der anderen Seite schauen wir uns auch genau deshalb die Videos an. Weil es nur Früchte sind, sinkt unsere Hemmschwelle, sich so etwas anzusehen, und die Inhalte dürfen extremer sein. Zudem vermutet der Experte, dass der Erfolg des Trends davon kommt, «dass er auf einer bekannten Realityshow aufbaut, die wir zuordnen können».

AI-Slop macht dumm

Gefährlich sind die fiesen Früchtchen also nicht, eine Empfehlung bleibt vonseiten des Experten aber nicht aus. «Sinnvoll sind die Inhalte trotzdem nicht». Der Experte warnt davor, zu viel Zeit mit dem Schauen von schlechten KI-Videos zu verbringen. Nachweislich könne dies zu einer verminderten Konzentration und Impulskontrolle führen. 

«Fruit Love Island» sei dabei nur «ein Tropfen auf einem heissen Stein» und auch andere Plattformen wie Instagram seien von sogenanntem «AI-Slop», zu Deutsch «KI-Schrott» überflutet. Dabei handelt es sich um billigen Content, der keinerlei Nutzen hat aber durch Klicks Werbeeinnahmen generieren soll.

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