Darum gehts
- Satellitenbilder zeigen russische Riesen-Basen an Nato-Grenzen, besonders in Murmansk
- Bis zu 17'000 zusätzliche Soldaten nahe Finnland und Norwegen geplant
- Geheimdienste warnen vor möglichem russischem Angriff auf Nato bis 2030
Kremlchef Wladimir Putin (73) rüstet an den Grenzen zu den Nato-Staaten massiv auf. Neue Satellitenbilder von Geheimdiensten enthüllen jetzt riesige Baustellen auf Dutzenden russischen Militärbasen.
In den letzten zwei Jahren schossen an Russlands Westgrenze neue Kasernen, Lagerhäuser und Fahrzeug-Depots aus dem Boden. Das belegen geheime Aufnahmen, welche die dänische Rundfunkanstalt DR gemeinsam mit Geheimdiensten ausgewertet hat.
Allein in der arktischen Region Murmansk, direkt an den Grenzen zu Finnland und Norwegen, schafft Putin Platz für bis zu 17'000 zusätzliche Soldaten. Ein Riesen-Stützpunkt im Örtchen Pechenga liegt gerade einmal acht Kilometer von Norwegen entfernt. Auch an der Grenze zu Estland stapeln sich die russischen Militärfahrzeuge.
Experte spricht von «Pulverfass»
Militärexperten schlagen Alarm. «Putin ist ein Meister des Unerwarteten», warnt der ehemalige britische Armee-Oberst Richard Kemp (67) in der Zeitung «The Sun». Das Problem: Weder Grossbritannien noch die europäischen Nato-Verbündeten seien auf einen Angriff vorbereitet.
Militärexperte Anders Puck Nielsen (46) von der Dänischen Verteidigungsakademie spricht von einem «Pulverfass» in der Ostseeregion. Zwar binde der Ukraine-Krieg momentan Putins Ressourcen. Das könne sich aber schnell ändern. Nielsens düstere Prognose: «Ein direkter Konflikt im Baltikum würde uns enorm unter Druck setzen. Wir sind nicht ansatzweise in der Lage, uns gegen 50'000 oder 100'000 russische Soldaten zu verteidigen.»
Dahinter steckt reines Kalkül
Russland droht immer wieder in Richtung Europa und besonders gegen Finnland. Der Vizechef des russischen Sicherheitsrats, Dimitri Medwedew (60), drohte dem jungen Nato-Mitglied vergangenes Jahr. Finnland dürfe nicht «vergessen», dass eine Konfrontation mit Russland «für immer zum Zusammenbruch der finnischen Staatlichkeit führen könnte».
Dahinter steckt reines Kalkül, ist Klemens Fischer, Professor für Internationale Beziehungen und Geopolitik an der Universität in Köln (D), der Meinung. «Die übrigen direkten Nato-Nachbarn, Estland und Lettland, sind für Russland keine Herausforderung, Finnland hingegen war bis zu seinem Nato-Beitritt ein neutraler Puffer», sagte Fischer vergangenes Jahr zu Blick.
Putin versuche, mit seinem Ausbau Europa und insbesondere Finnland einzuschüchtern. Dass Moskau tatsächlich Finnland angreift, glaubt Fischer nicht. Dafür sei das Land zu gut aufgestellt in der Verteidigung. Und Putin wisse um die Stärke der Nato. Fakt ist: Im reinen Zahlenvergleich steht die Nato deutlich besser da als Russland.