Darum gehts
- Nato-Jets fangen russische Bomber über der Ostsee ab
- Russland: Flug über neutralen Gewässern, keine Regelverstösse
- Seit 2022 über 300 Nato-Alarmstarts jährlich im Ostseeraum
Über der Ostsee liefern sich die Nato und Russland erneut ein Duell um den Luftraum. Zwei russische Überschallbomber (Tu-22M3) und rund zehn Kampfjets von den Typen Su-30 und Su-35 wurden von Nato-Maschinen abgefangen.
Eine französische Nato-Einheit, stationiert auf dem litauischen Luftwaffenstützpunkt Šiauliai, koordinierte den Einsatz, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Kampfflugzeuge aus Frankreich, Schweden, Finnland, Polen, Dänemark und Rumänien stiegen auf, um die russischen Maschinen zu überwachen und zu eskortieren.
Russland weist Vorwürfe von sich
Wie ein Reporter der Agentur beobachtete, griffen Pilot und Navigator der französischen Einheit umgehend zu ihrer Ausrüstung und starteten nach dem Startbefehl in den klaren Himmel.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, der Flug der Langstreckenbomber sei geplant gewesen und habe im Luftraum über den neutralen Gewässern der Ostsee stattgefunden. Die Operation habe mehr als vier Stunden gedauert, teilte das Ministerium am Montag auf Telegram mit. «Auf bestimmten Abschnitten der Route wurden die Langstreckenbomber von Kampfflugzeugen ausländischer Staaten begleitet», heisst es weiter. Man habe keine Regeln verletzt.
Immer wieder Schlagabtausche
Laut litauischen Angaben stiegen innert einer Woche viermal Nato-Flugzeuge auf, um Maschinen abzufangen, die gegen Flugregeln verstossen – darunter das Abschalten von Transpondern.
Seit 2022 hat die Nato ihr Baltic Air Policing verstärkt, mit über 300 Alarmstarts jährlich. Russland nutzt die Exklave Kaliningrad strategisch, um die Flüge durchzuführen. Piloten signalisieren jeweils per Handzeichen Kontakt, die russische Maschinen drehen meist in Richtung St. Petersburg ab. Immer wieder sorgen die Aktion sowohl seitens Nato als auch von russischer Seite für Schlagzeilen.