Darum gehts
- Erdogan schenkt Revolver mit Gravur beim Nato-Gipfel in Ankara
- Deutscher Kanzler Merz lässt Geschenk in Botschaft, Meloni nimmt es mit
- Alle Revolver mit Munition und Ausfuhrgenehmigung ausgestattet
Dieses Abschiedsgeschenk hat es in sich. Am Ende des zweitägigen Nato-Gipfels in Ankara beschloss Gastgeber Recep Tayyip Erdogan (72), den anwesenden Staats- und Regierungschefs einen Revolver zu überreichen. Jeder der Gäste bekam eine Waffe samt namentlicher Gravur, sechs Kugeln Munition und einer Ausfuhrgenehmigung vom türkischen Präsidenten persönlich. Während einige Politiker nicht genau wussten, was sie mit der Pistole anfangen sollten, entschieden sich andere, das Präsent mitzunehmen. So reagierten die unterschiedlichen Länder.
Friedrich Merz
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (70) liess sein Geschenk nach Angaben seiner Sprecherin in der deutschen Botschaft in Ankara. Diese soll nun den Transport nach Berlin organisieren. Die Waffe soll anschliessend in Berlin in die Sammlung von Staatsgeschenken integriert werden.
Giorgia Meloni
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (49) nahm das Geschenk an, wie italienische Medien berichten. «Sie wird ordnungsgemäss registriert», zitiert die Zeitung «Corriere della Sera» Melonis Stab. Die Regierungsquellen erklärten, die Waffe sei nach der Rückkehr nach Italien von befugtem Personal entgegengenommen worden. Anschliessend seien die gesetzlich vorgeschriebenen Schritte zur Registrierung des Waffenbesitzes eingeleitet worden.
Gemäss einer 2007 erlassenen Bestimmung dürfen offizielle Geschenke von italienischen Staatschefs nicht persönlich behalten werden, sondern werden katalogisiert und in offiziellen Regierungsstellen aufbewahrt. Erst nach einer gewissen Zeit dürfen sie in Ausstellungen gezeigt oder für wohltätige Zwecke gespendet werden.
Keir Starmer
Genau wie Friedrich Merz entschied sich auch der britische Premierminister Keir Starmer (63) dazu, die Waffe erst mal in der Türkei zurückzulassen.
Mark Carney
Der kanadische Premierminister Mark Carney (61) wählte hingegen einen Mittelweg. Er nahm die Waffe zwar mit, liess aber die Munition zurück.
Bart de Wever
Der belgische Premierminister Bart de Wever (55) bemerkte offenbar erst nach seiner Landung in Belgien, was sich in der schwarzen Geschenkbox befand. «Der Ministerpräsident war überrascht und übergab sie sofort der Flughafenpolizei, damit sie in einem Safe verwahrt und gemäss den vorgesehenen Verfahren behandelt werde», berichtete sein Stab.
Ursula von der Leyen
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen (67), wollte das Geschenk nicht für sich behalten. Sie dankte Erdogan höflich für seine Aufmerksamkeit und beschloss, die Waffe einem Militärmuseum zu spenden.
Peter Magyar
«Ein ungewöhnliches Geschenk von Präsident Erdogan auf dem Nato-Gipfel: ein Magnum-Revolver mit Munition, auf dem mein Name eingraviert ist», schrieb der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar auf X. Er nahm die Waffe mit in seine Heimat.
Seltenes Stück
Den kursierenden Bildern zufolge handelt es sich bei der von Erdogan gewählten Waffe um eine Gümüsay 357 Magnum. Eine seltene Pistole, die in den 1990er-Jahren vom türkischen Waffenhersteller MKE produziert wurde.
Erdogan wollte mit seinem Geschenk offenbar auf die türkische Verteidigungsindustrie und ihre zentrale Bedeutung für das Land hinweisen.