Magyars cleverer Zug scheitert
Schach-Grossmeisterin Judit Polgár will nicht ungarische Präsidentin werden

Ungarns Premier Péter Magyar wollte die Schach-Grossmeisterin Judit Polgár (49) als neue Präsidentin. Nun hat sie Nein gesagt. «Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Kraft habe, die historische Verantwortung zu übernehmen», schreibt sie.
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Schach-Legende Judit Polgár sollte erstmals ein politisches Amt übernehmen und ungarische Präsidentin werden.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ungarns Premier wollte Judit Polgár als Präsidentin nominieren, diese lehnt ab
  • Polgár ist einzige Frau mit über 2700 Elo-Punkten und Schach-Olympiasiegerin
  • Präsident Tamás Sulyok trat am 18. Juli zurück, derzeit Interimspräsidentin Ágnes Forsthoffer
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Der ungarische Regierungschef hoffte auf einen echten Coup. Auf Facebook erklärte Péter Magyar (45), er hoffe, dass Schach-Grossmeisterin Judit Polgár (49) ihm «die grosse Ehre erweise, die Nominierung als ungarische Präsidentin anzunehmen». Die Nachricht sorgt international für riesige Aufmerksamkeit, wie auch Euronews berichtet. 

Sein Wunsch soll unerfüllt bleiben. Am Montagabend erklärte die Schachlegende in einem Onlinedienst: «Ich habe nicht das Gefühl, dass ich die Kraft habe, die historische Verantwortung für die Vereinigung einer gespaltenen Nation zu übernehmen. Daher kann ich die Einladung nicht annehmen.» 

Breite Unterstützung für die Schach-Königin

Polgár hat eine beispiellose sportliche Karriere hinter sich. Sie ist die einzige Frau, die das Supergrossmeister-Niveau mit mehr als 2700 Elo-Punkten erreicht hat. 26 Jahre lang führte sie ununterbrochen die Frauen-Weltrangliste an. Zudem schaffte sie es unter die besten acht Spieler der absoluten Weltrangliste und wurde zweimal Olympiasiegerin im Frauenschach. In der Politik war sie bislang allerdings noch nie aktiv.

«Unser Land braucht Einheit, Frieden und eine Präsidentin, auf die alle Ungarn und Ungarinnen stolz sein können», schrieb Magyar in seinem Beitrag. «Das Amt der Staatspräsidentin ist kein Beruf, kein Arbeitsplatz, sondern der höchste Dienst. Die Aufgabe der Präsidentin lautet: dienen und vertreten. Jede Ungarin und jeden Ungarn.»

Viele Seiten begrüssten vor der Absage den Vorstoss. 16 prominente Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kultur und Sport schlugen die Schachmeisterin in einem Brief an Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer vor. Gleichzeitig unterstützt der Zusammenschluss «Ügyvédkör» den ehemaligen Justizminister Péter Bárándy als Kandidaten.

Präsidentschaft derzeit interimistisch ausgeübt

Magyar lobte Polgárs makellosen Ruf: «Die Anerkennung, die sie geniesst, verdankt sie nicht politischen Bindungen oder Netzwerken, sondern ihrem aussergewöhnlichen Talent, ihrem Fleiss, ihrer einzigartigen Belastbarkeit und ihrer Integrität.»

Das Amt des Staatspräsidenten wird derzeit interimistisch von Parlamentspräsidentin Ágnes Forsthoffer ausgeübt. Der bisherige Präsident Tamás Sulyok hatte am Wochenende seinen Rücktritt erklärt.

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