Darum gehts
- Javier Milei spricht am Mittwoch am WEF um 15.45 Uhr nach Donald Trump
- Milei begleitet von Entourage, darunter Minister mit Schweizer Wurzeln
- Friedensrat-Charta wird am Donnerstag unterzeichnet
Zusammenfassung: Mileis Plädoyer für den freien Kapitalismus
Argentiniens Präsident Javier Milei (55) hat am WEF in Davos eine kämpferische Rede zugunsten des Kapitalismus gehalten und den Westen vor einem Abgleiten in einen «woken» Sozialismus gewarnt. «Der Westen hat der Freiheit den Rücken gekehrt», sagte Milei und sprach von «mentalen Parasiten», die sich festgesetzt hätten.
Gleichzeitig zeigte er sich optimistisch: «Die Welt wacht auf. Die USA wird die Leuchtfackel für die freie Welt sein.» Seine Rede endete mit dem Schlachtruf: «Lang lebe die Freiheit, verdammt nochmal!»
Inhaltlich stellte Milei das Thema Freiheit ins Zentrum und leitete daraus das Recht auf Privateigentum ab. «Es ist wichtiger denn je, für die Freiheit einzustehen», betonte er. Umverteilung kritisierte er als schädlich und verteidigte den «freien ökonomischen Kapitalismus» als «effizient und gerecht».
Milei griff auch den Sozialismus frontal an. Dieser habe «150 Millionen Menschenleben gekostet», behauptete er, und die Überlebenden sozialistischer Diktaturen hätten in «schwerer Armut» gelebt. Unternehmer seien der zentrale Wachstumsmotor: «Ohne Unternehmer gibt es kein Wachstum.»
Zum Schluss lobte Milei seinen Deregulierungsminister Federico Sturzenegger, der Schweizer Wurzeln hat. Seine Familie väterlicherseits stammt aus Appenzell. Milei forderte: «Lasst die in Ruhe, die eine bessere Welt erschaffen wollen», und versprach: «Wir werden Argentinien wieder gross machen.» Mileis Kernbotschaft: «Der Kapitalismus macht uns zu besseren Menschen.»
«Westen hat der Freiheit den Rücken gekehrt»
«Der Westen hat der Freiheit den Rücken gekehrt», findet Milei. «Der Westen übernimmt immer mehr Sozialismus in der Woke-Form. Es haben sich mentale Parasiten festgesetzt.» Es gebe aber auch gute Nachrichten. «Die Welt wacht auf. Die USA wird die Leuchtfackel für die freie Welt sein», ist der argentinische Präsident überzeugt. «Lang lebe die Freiheit, verdammt nochmal!»
Milei lobt Minister mit Schweizer Wurzeln
Jetzt lobt Milei seinen Minister Federico Sturzenegger, der unzählige regulierende Massnahmen als Minister für Deregulation zurückgefahren hat. «Wir werden Argentinien wieder gross machen», verspricht Milei. Sturzeneggers Familie väterlicherseits ist in Appenzell verwurzelt. «Lasst die in Ruhe, die eine bessere Welt erschaffen wollen», fordert Milei.
«Das Humankapital wird in der phänomenalen Zukunft Argentiniens eine zentrale Rolle spielen. Wir haben den Leuten gezeigt, wie sie sich selbst helfen können», lobt Milei die Arbeit seiner Regierung. «In Argentinien können wir darauf vertrauen, dass das Dilemma zwischen Effizienz und Gerechtigkeit falsch ist.» Es sei Zeit, Machiavelli zu begraben, fordert Milei und bezieht sich damit auf den Anfang seines Vortrags. «Der Kapitalismus macht uns zu besseren Menschen.»
«Kapitalismus ist effizient und gerecht»
Jeder Mensch habe aus ethischer Sicht das Recht, aus Unternehmertum zu schöpfen. «Wenn man das, was man entdeckt, nicht selbst besitzen kann, werden Möglichkeiten nicht ausgeschöpft», argumentiert Milei. «Freier ökonomischer Kapitalismus ist effizient und gerecht», unterstreicht der argentinische Präsident erneut. Es sei wichtig, sich anzuschauen, wie man dies umsetzen könne. Milei verweist auf sein Ministerium für Deregulierung.
Durch den Kapitalismus sei die Armut von 95 Prozent auf 10 Prozent gefallen. Bei gleichzeitig mehr Rendite.
«Sozialismus hat 150 Millionen Menschenleben gekostet»
Privateigentum sei die beste Möglichkeit, reich zu werden, erklärt Milei als Nächstes. Die Vermehrung des Vermögens könne über Handel und Spekulation erfolgen. Mehrere Experten hätten gezeigt, dass Sozialismus nicht gerecht sei. «Der Sozialismus hat die Menschheit 150 Millionen Leben gekostet. Diejenigen, die den Sozialismus überlebt haben, lebten in schwerer Armut.»
Das Unternehmertum sei der Hauptmotor hinter wirtschaftlichem Wachstum. «Ohne Unternehmer gibt es kein Wachstum», betont Milei.
«Wichtiger denn je, für Freiheit einzustehen»
Auf dem Recht auf Freiheit baue das Recht auf Privateigentum auf. «Es ist wichtiger denn je, für die Freiheit einzustehen», unterstreicht der argentinische Präsident. Er spricht sich gegen physische und psychische Gewalt aus.
Eine Umverteilung des Vermögens von Produzenten zu Konsumenten kritisiert Milei und warnt vor negativen wirtschaftlichen Folgen. Der freie unternehmerische Kapitalismus sei gerecht.
Milei fordert gerechten Kapitalismus
«Es gibt eine Reihe von Katastrophen, die in der Vergangenheit durch den Sozialismus erschaffen wurden. Venezuela ist ein Beispiel dafür. Es wurde eine blutige Narco-Diktatur», fährt Milei vor. Er fordert die Verteidigung des freien Kapitalismus. Dieser müsse gerecht sein.
«Viele der heutigen Konflikte sind das Ergebnis des natürlichen Gesetzes. Es ist Teil ihrer Essenz und unveränderlich», betont Milei. «Es gibt zwei Hauptprinzipien: das Recht auf Leben und das Recht auf Freiheit.»
Milei: «Westen ist in Gefahr»
Jetzt hat Javier Milei das Wort. «Machiavelli ist tot», beginnt Milei seine Rede. Er spricht über die Gegenüberstellung von Gerechtigkeit und Effizienz. «Was gerecht ist, kann nicht effizient sein, und was effizient ist, kann nicht gerecht sein. Es sind zwei Seiten der Medaille», so Milei. «Kurz gesagt: Wenn öffentliche politische Massnahmen getroffen werden, muss auch die Ethik einbezogen werden.» Ungerechte Massnahmen würden zum wirtschaftlichen und sozialen Kollaps führen. Milei bezieht sich auf den Westen. «Schon letztes Jahr habe ich gesagt, dass der Westen in Gefahr sei.»
Milei hat auf der Bühne Platz genommen
Jetzt ist er da: Javier Milei hat auf der WEF-Bühne Platz genommen. Das Begrüssungswort hält Marisol Angela de Barillas, die Lateinamerika-Chefin des WEF.
Nach Trump spricht Milei
Trump hat etwas länger gebraucht. Noch hat Javier Milei die WEF-Bühne nicht betreten. Es sollte aber in Kürze losgehen. Blick begleitet die Rede des argentinischen Präsidenten in diesem Ticker.
Bei all dem Streit über Grönland und mehreren ungelösten internationalen Konflikten herrscht am World Economic Forum (WEF) in Davos in manchen Momenten auch gute Laune. Etwa, wenn sich Bundespräsident Guy Parmelin (66) und der argentinische Präsident Javier Milei (55) treffen. Bilder vom Mittwochvormittag zeigen die beiden Politiker lächelnd beim Händeschütteln. Milei nimmt bereits zum dritten Mal am WEF teil.
Im vergangenen Jahr hielt Milei ein flammendes Plädoyer für den Kapitalismus. Er wetterte zudem gegen die «Woke-Ideologie», Abtreibungen und «fanatischen Umweltschutz». In diesem Jahr dürfte Milei, der sich als Kettensägen-Präsident vor allem mit Deregulierung einen Namen machte, teils ähnliche Töne in Richtung linker Bewegungen anschlagen.
Milei spricht nach Trump
Ein Fokus dürfte diesmal auch auf der Huldigung von US-Präsident Donald Trump (79) liegen. Milei spricht am Mittwoch um 15.45 Uhr, direkt im Anschluss an Trump.
Der liberale Präsident wird seine Rede nutzen, um die Annäherung an die Vereinigten Staaten zu bekräftigen. Gleichzeitig wird er sich laut dem TV-Sender Canal 26 für einen uneingeschränkten Welthandel aussprechen und eine Bilanz zu seinem eigenen wirtschaftlichen Kurs ziehen, Eigenlob inklusive. Die Rede wird rund 30 Minuten dauern.
Begleitet wird Milei in Davos von seiner Schwester Karina. Sie ist Generalsekretärin des argentinischen Präsidenten. Auch Aussenminister Pablo Quirno (59) und Wirtschaftsminister Luis Caputo (60) sind Teil der Entourage. Mit dem Minister für Deregulierung und Transformation, Federico Sturzenegger (59), hat Milei sogar einen Politiker mit Schweizer Wurzeln mitgenommen. Sturzeneggers Familie väterlicherseits stammt aus Appenzell.
Argentinien wird Teil von Trumps Friedensrat
Nach der Rede steht für Milei am Donnerstag noch ein wichtiger Programmpunkt an. Dann wird er an der Unterzeichnungszeremonie des Friedensrates teilnehmen, der von Trump ins Leben gerufen wurde, um Frieden im Gazastreifen anzustreben. Trump plant mittlerweile, den Friedensrat zu einem weltweit zuständigen Gremium auszubauen.
Im ersten Kapitel der Charta heisst es, der Friedensrat sei eine «internationale Organisation», die «die Stabilität fördern, verlässliche und gesetzliche Führung wiederherstellen und in Gegenden, die von Konflikten betroffen oder bedroht sind, dauerhaften Frieden wiederherstellen will». Kritiker sehen darin eine Art Gegen-Uno.