Jetzt läuft Rennen um schnellsten Aufstieg ohne Sauerstoff
Schweizer Speed-Bergsteiger Karl Egloff auf Everest-Rekordjagd

Der Schweizer Karl Egloff greift jetzt den Everest an. In diesen Stunden ist der Speed-Climber auf Rekordkurs ohne Sauerstoff – ein brutaler Extremversuch gegen internationale Konkurrenz.
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Der Schweizer Extrembergsteiger Karl Egloff am Fuss des Mount Everest.
Foto: Karl Egloff
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Daniel KestenholzRedaktor Nachtdienst

Der Schweizer-Ecuadorianer Karl Egloff (45) wagt in diesen Stunden einen weiteren Versuch, den Mount Everest ohne künstlichen Sauerstoff in Rekordzeit zu bezwingen. Nach einem gescheiterten Anlauf im Vorjahr will der bekannte Speed-Climber diesmal im direkten Wettbewerb mit internationaler Konkurrenz den Berg regelrecht hochstürmen. Egloffs Ziel: in weniger als 24 Stunden vom Base Camp hin und zurück!

Egloff, der 1981 in Quito als Sohn eines Schweizer Bergführers und einer Ecuadorianerin geboren wurde, verliess am Dienstagabend das Base Camp Richtung Gipfel. Das berichtet das Extremsport-Portal Explorersweb.

Jetzt oder nie

Vom Dach der Welt sind kaum Informationen in Echtzeit zu erhalten. Die aktuellsten Infos von Egloff: Am 16. Mai postete er auf Instagram ein Bild von sich als Bub – dazu die Worte: «Ein kleiner Junge auf dem Land in Ecuador, der von den hohen Bergen träumt… und jetzt, viele Jahre später, sitze ich im Everest-Basislager und warte auf den richtigen Moment.»

Der «schwierigste Teil» seines Bubentraums sei «Geduld» – «Warten, bis der Berg ‹Ja› sagt.» Nach stürmischen Tagen scheint das Wetterfenster gekommen. Ziel ist einziger Aufstieg vom Basislager zum höchsten Punkt der Erde und wieder zurück, ohne Sauerstoff aus der Flasche.

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Der 45-Jährige, der in Höri bei Bülach ZH lebt, gilt als einer der stärksten Speed-Bergsteiger weltweit und hält bereits Siebentausender-Rekorde auf Kilimanjaro, Aconcagua, Denali und Elbrus. Dasselbe möchte er mit den verbleibenden drei Seven Summits erreichen – allen voran Mount Everest.

Starke Konkurrenz

Bereits im Frühjahr 2025 hatte Egloff einen ähnlichen Versuch im Himalaya unternommen, musste damals jedoch wegen widriger Wetterbedingungen und starker Winde abbrechen. Das aktuelle Wetterfenster gilt als letzte realistische Chance vor dem Monsun.

Diesmal ist der Druck höher: Egloff befindet sich in einem direkten Rennen mit anderen starken Kandidaten, die Everest in Rekordzeit und ohne Sauerstoff hochstürmen wollen, darunter der US-Amerikaner Tyler Andrews (36). Tyler hat öffentlich erklärt, er glaube, den Aufstieg in 14 bis 15 Stunden ohne Sauerstoff schaffen zu können. Auch der Litauer Saulius Damulevicius (44) und weitere internationale Speed-Climber sind in den höheren Camps aktiv. Am Berg ist von einer der spannendsten Endphasen der diesjährigen Everest-Saison die Rede.

Geht Bubentraum in Erfüllung?

Zusammen mit seinem langjährigen Seilpartner, dem Ecuadorianer Nicolás Miranda (45), hat Egloff in den vergangenen Wochen intensiv akklimatisiert und mehrere Rotationen bis zum South Col auf 7950 m. ü. M. absolviert. Mit leichtem Gepäck und ohne Sherpa-Unterstützung beim Aufstieg will er möglichst effizient durch den Khumbu-Eisbruch, das Tal des Schweigens und die gefährliche Todeszone steigen.

In den kommenden Stunden und am Mittwoch werden erste entscheidende Meldungen aus den höheren Lagern erwartet, ob sich der Doppelbürger seinen Bubentraum diesmal erfüllen kann.

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