Hier entern die US-Marines das iranisch gekennzeichnete Frachtschiff
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Nach Beschuss:Hier entern die US-Marines das iranisch gekennzeichnete Frachtschiff

Eskalation bei US-Seeblockade
Iran reagiert mit Drohnenangriffen auf Frachter-Attacke

Die USA und Israel führen Krieg gegen den Iran. Im Ticker halten wir dich über die neusten Entwicklungen auf dem Laufenden.
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Blick Newsdesk
07:06 Uhr

Iran reagiert auf Frachter-Attacke mit Drohnenangriffen

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Zum US-Angriff auf die M/V Touska kommen immer weitere Details ans Licht. Das US-Zentralkommando postet auf X ein Video, das zeigt, wie Marines sich auf das Frachtschiff abseilen. «Die Marines seilten sich am 19. April auf das unter iranischer Flagge fahrende Schiff ab, nachdem der Lenkflugkörperzerstörer USS Spruance Touskas Antrieb ausser Gefecht gesetzt hatte, als das Handelsschiff wiederholten Warnungen der US-Streitkräfte über einen Zeitraum von sechs Stunden nicht nachkam», heisst es dazu im Begleittext. 

Hier entern die US-Marines das iranisch gekennzeichnete Frachtschiff
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Nach Beschuss:Hier entern die US-Marines das iranisch gekennzeichnete Frachtschiff

Die USS Spruance ist ein beeindruckendes Kriegswerkzeug, das für eine Milliarde Dollar gebaut wurde. Das Kriegsschiff ist fast 270 Meter lang.

Die iranische staatliche Nachrichtenagentur Tasnim vermeldet unterdessen, dass iranische Streitkräfte auf die Frachter-Attacke mit Drohnenangriffen auf amerikanische Militärschiffe geantwortet hätten. Die Militäroperationen ordnet der iranische General Ahmad Vahidi (67) an, schrieb mein Kollege Daniel Kestenholz in der Nacht. Die neuerliche Eskalation dürfte dem Hardliner in die Hände spielen. Er greift aktuell nach der Macht im Iran. 

01:39 Uhr

Video-Aufnahmen zeigen US-Angriff auf iranisches Frachtschiff

Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst

Die US-Zentralkommandozentrale Centcom bestätigt auf X, was zuvor Präsident Donald Trump meldete: Die US-Marine hat auf ein iranisch gekennzeichnetes Frachtschiff geschossen. Dieses hatte offenbar wiederholt Warnungen ignoriert und versucht, die US-Seeblockade vor Iran zu durchbrechen. Der Zerstörer fing die M/V Touska im Arabischen Meer ab, als sie mit hoher Geschwindigkeit in Richtung des iranischen Hafens von Bandar Abbas unterwegs war. Über einen Zeitraum von sechs Stunden habe es wiederholte Funkwarnungen gegeben – ohne Reaktion der Besatzung. Dann wurde mehrfach geschossen.

Hier schiesst die US-Marine auf das Frachtschiff
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Im Arabischen Meer:Hier schiesst die US-Marine auf das Frachtschiff

Weil die Besatzung nicht reagiert hatte, setzte die US-Marine gezielte Schüsse auf den Maschinenraum des Schiffes ab, das aus China kam. Der Frachter wurde manövrierunfähig und konnte gestoppt werden. Anschliessend gingen Einheiten der US Marines an Bord und übernahmen das Schiff, das sich nun in US-Gewahrsam befindet. Centcom betont, das Vorgehen sei «gezielt, professionell und verhältnismässig» gewesen – eine Formulierung, die die militärische Härte zugleich rechtlich legitimieren soll.

Nach US-Angaben wurden bereits 25 iranische Handelsschiffe zur Umkehr gezwungen oder zur Rückkehr in ihre Häfen verpflichtet. Der Vorfall mit der Touska zeigt dabei eine neue Stufe der Durchsetzung – nicht mehr nur Abschreckung oder Kontrolle, sondern aktive Ausschaltung von Schiffen, die die Blockade ignorieren. Das Eskalationsrisiko im Arabischen Meer steigt damit weiter. In einer ersten Reaktion schossen Ölpreise in die Höhe und legten um mehr als sieben Prozent zu. Am Freitag waren die Ölpreise ⁠noch um mehr als neun Prozent gefallen.

01:29 Uhr

Iran kündigt Vergeltung an

Von Daniel Kestenholz, Redaktor Nachtdienst

Nach der Beschlagnahmung eines iranischen Frachters durch die USA spricht Teheran von «bewaffneter Piraterie» und kündigt Vergeltung an. Ein Sprecher der iranischen Streitkräfte stellte laut iranischen Staatsmedien klar, man werde die Aktion nicht unbeantwortet lassen und «bald reagieren».

In der Strasse von Hormus festsitzende Tanker.
Foto: keystone-sda.ch

Parallel dazu verweigert der Iran eine weitere Teilnahme an geplanten Gesprächen mit Washington. Wie Reuters berichtet, haben zwei US-Cargomaschinen am Sonntag Material nach Pakistan gebracht, wo eine zweite Verhandlungsrunde zwischen Washington und Teheran stattfinden soll. Gespräche werden vorbereitet, die vielleicht nicht stattfinden.

Als Gründe nennt Teheran die anhaltende US-Blockade um den Iran und «exzessive Forderungen» der USA. Zugleich wird die wirtschaftliche Dimension betont: Entweder gelte ein freier Ölmarkt für alle – oder es drohten «hohe Kosten für alle Seiten», womit Teheran dem Weltmarkt droht. Iran verknüpft bewusst Diplomatie, Energiepolitik und militärische Drohungen miteinander, um den Druck auf die Gegenseite zu erhöhen.

19.04.2026, 21:41 Uhr

Trump: US-Marine «schiesst Loch» in iranischen Frachter

Bei der US-Seeblockade der Strasse von Hormus ist es laut Donald Trump zu einem Zwischenfall gekommen. Wie der US-Präsident auf seiner Plattform Truth Social schreibt, wollte ein iranischer Frachter die Abriegelung der Vereinigten Staaten durchbrechen.

Das Kriegsschiff USS Spruance habe den Frachter im Golf von Oman abgefangen und zum Anhalten aufgefordert, behauptet Trump. «Da die iranische Besatzung die Anweisung ignorierte, stoppte unser Marineschiff sie, indem es ein Loch in ihren Maschinenraum sprengte.»

Die USS Spruance war laut Trump in den Vorfall verwickelt.
Foto: Shutterstock

Das iranische Schiff befinde sich momentan in der Obhut des US-Marine Corps, schreibt Trump weiter. «Wir haben das Schiff vollständig unter unserer Kontrolle und untersuchen die Ladung!» Der Frachter sei wegen früherer illegaler Aktivitäten von den USA bereits mit Sanktionen belegt worden.

19.04.2026, 20:19 Uhr

Medienbericht: Trump wurde von Krisensitzung ausgeschlossen

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Anfang April wurde ein US-Kampfjet über dem Iran abgeschossen. Dabei gingen zwei amerikanische Soldaten auf feindlichem Boden verloren. Die US-Armee musste schnell eine Rettungsmission auf die Beine stellen, um die beiden Vermissten vor den iranischen Behörden zu finden und in Sicherheit zu bringen.

Donald Trump (79) soll bei dieser Rettungsmission alles andere als hilfreich gewesen sein. Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» war der US-Präsident während der ganzen Operation sehr ungeduldig. Unter anderem soll er seinen Berater «stundenlang» angeschrien haben, als er vom Abschuss des US-Kampfjets erfahren habe.

Seine Berater hätten den US-Präsidenten deshalb nicht vollständig in die Details der Rettungsmission eingeweiht. Trump sei wegen seiner Ungeduld sogar von einer entsprechenden Krisensitzung ferngehalten worden.

Der Pilot des Kampfjets konnte bereits kurze Zeit nach dem Abschuss seiner Maschine von der US-Armee gerettet werden. Der zweite vermisste Soldat, ein Offizier, war 36 Stunden lang auf der Flucht vor den iranischen Behörden.

Laut dem Medienbericht fürchtet sich Trump vor einer Geiselkrise im Iran. Ein solches Desaster hatte seinen Vorgänger Jimmy Carter vor fast 50 Jahren die Wiederwahl zum Präsidenten gekostet. Meine Kollegin Natalie Zumkeller hat Trumps Angst vor einer solchen Situation hier genauer beleuchtet. 

19.04.2026, 18:27 Uhr

Neue Verhandlungen: Iranische Nachrichtenagentur bestreitet Teilnahme

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Während US-Präsident Donald Trump (79) auf Truth Social bereits die nächste Verhandlungsrunde mit dem Iran ankündigt, zeigt sich der Iran weniger gesprächsbereit. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna meldet am Sonntagabend, dass die Islamische Republik nicht an der zweiten Verhandlungsrunde teilnehmen wird. Begründet wird diese Entscheidung mit dem ständigen Kurswechsel der USA zur Seeblockade der Strasse von Hormus sowie den aus iranischer Sicht «übertriebenen Forderungen» der Trump-Regierung.

Foto: Vahid Salemi/AP/dpa

Zuvor berichtete CNN mit Bezug auf mehrere iranische Staatsmedien, dass die Teilnahme des Iran noch unsicher sei. Quellen innerhalb des Iran würden die allgemeinen Aussichten für Gespräche als «nicht besonders positiv» bezeichnen. «Solange die US-Seeblockade andauert, wird der Iran ein zweites Treffen in Islamabad nicht einmal in Erwägung ziehen», soll ein weiterer Informant erklärt haben.

Die Informationen aus dem Iran können von CNN nicht definitiv bestätigt werden. Andere iranische Quellen hatten dem Fernsehsender nämlich mitgeteilt, dass die Islamische Republik definitiv eine Delegation nach Pakistan schicken würde. 

19.04.2026, 14:37 Uhr

Trump kündigt neue Verhandlungen in Pakistan an

Von Mattia Jutzeler, Redaktor am Newsdesk

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran gehen in die nächste Runde. Wie US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social ankündigt, werden seine Vertreter am Montag in Pakistan erneut mit der Islamischen Republik verhandeln.

Foto: keystone-sda.ch

«Wir bieten ein sehr faires und vernünftiges Angebot an, und ich hoffe, sie nehmen es an», schreibt der US-Präsident zu den Verhandlungen. «Wenn nicht, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran zerstören. Schluss mit dem Gutmenschentum!»

Bereits vor einer Woche fanden in Pakistan Verhandlungen zwischen den beiden kriegsführenden Nationen statt. Der Iran und die Vereinigten Staaten konnten sich allerdings trotz 21-stündiger Gespräche nicht auf ein Abkommen einigen. Mein Kollege Daniel Macher hat die Verhandlungen in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad hier zusammengefasst.

Diese neuen Gespräche finden laut Trump trotz eines «eklatanten Verstosses» des Iran gegen die geltende Waffenruhe statt. Wie der US-Präsident in seinem Post weiter schreibt, hätte das iranische Militär am Samstag «viele Schüsse auf ein französisches Schiff und einen Frachter aus Grossbritannien» abgegeben. 

19.04.2026, 11:29 Uhr

Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus kommt zum Erliegen

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Geht jetzt wieder nichts mehr? Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus am Sonntagmorgen nahezu zum Erliegen gekommen ist. Der Iran hatte am Samstag seine Entscheidung, die Wasserstrasse wieder zu öffnen revidiert und auf Schiffe geschossen, die versuchten, die Meerenge zu passieren. Der Iran warnte, er werde die Durchfahrten blockieren, solange die USA ihre Blockade für Schiffe, die von iranischen Häfen aus durch die Meerenge fahren wollen, aufrechterhalte.

Erneut geht in der Strasse von Hormus wenig bis gar nichts.
Foto: keystone-sda.ch

Die iranischen Streitkräfte würden entscheiden, ob Schiffe die Route passieren dürften, berichtete die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr am Sonntag. Die Kapitäne der Schiffe würden auf entsprechende Anweisungen warten. In einer Fernsehansprache erklärte der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf (64): «Es ist für andere unmöglich, die Strasse von Hormus zu passieren, während wir es nicht können.»

Die Schliessung der Strasse von Hormus macht nicht nur Kraftstoffe teuer, auch für andere Konsumgüter werden wir, solange die Krise anhält, tiefer in die Tasche greifen müssen. Welche Güter besonders betroffen sind, erfährst du im Artikel meines Kollegen Christian Kolbe

19.04.2026, 10:45 Uhr

Iranischer Präsident teilt gegen Trump aus

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Der iranische Präsident Massud Peseschkian (71) teilt in einem Interview mit der iranischen Nachrichtenagentur Isna, die von iranischen Universitätsstudenten betrieben wird, gegen US-Präsident Donald Trump (79) aus. Während eines Besuchs im iranischen Sportministerium sagte Peseschkian: «Trump sagt, der Iran dürfe seine nuklearen Rechte nicht ausüben, aber er antwortet nicht auf die Frage: Wegen welches Verbrechens? Für wen hält er sich, dass er einer Nation ihre gesetzlichen Rechte vorenthält?»

Massud Peseschkian wettert gegen Trump und die Uno.
Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire

Die USA seien ein «blutrünstiger und brutaler Feind». Für Peseschkian ist die Strategie in diesem Krieg klar: «Wir müssen die Situation so handhaben, dass es nicht so wirkt, als wären wir Kriegstreiber. Wir verteidigen uns nur.» Diese Strategie hat auch der Geopolitik-Experte Klemens Fischer erkannt. Im Gespräch mit Blick erklärte er am Samstag, dass Teheran Washington die «Bad-Guy-Rolle» zuschiebe

Peseschkian macht der Uno heftige Vorwürfe. Israel und die USA töteten unschuldige Menschen, Frauen, Kinder und Jugendliche. Den Vereinten Nationen warf er vor, diesbezüglich zu schlafen. «Wo sind die Menschenrechte, von denen sie früher gesprochen haben?», fragt sich der iranische Präsident.

19.04.2026, 09:01 Uhr

Tankerkapitän fleht: «Lasst mich umkehren»

Von Marian Nadler, Redaktor am Newsdesk

Eine in den sozialen Medien verbreitete Audioaufnahme enthüllt, wie ein Tankerkapitän am Samstag in der Strasse von Hormus die Iraner anflehte, umkehren zu dürfen. Am Samstag hatten die Mullahs die wichtige Seestrasse nach einer kurzen Öffnung wieder dichtgemacht und gewarnt, dass jedes Schiff, das sich der Strasse nähere, ins Visier genommen würde. 

Die Sanmar Herald musste umkehren. (Screenshot Vesselfinder)

In dem Funkspruch zwischen dem indischen Kapitän und der iranischen Marine fleht der Seemann um sein Leben. «Dies ist das Motorschiff Sanmar Herald», meldet er zunächst. «Sie haben mir die Erlaubnis zur Abreise erteilt, mein Name steht an zweiter Stelle auf Ihrer Liste. Jetzt feuern sie. Ich kehre um.»

Verzweifelter Funkspruch eines indischen Frachters in der Strasse von Hormus
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«Lasst mich umkehren»:Verzweifelter Funkspruch eines indischen Frachters

Webseiten zum Tracken von Schiffen zeigten, wie der Tanker versuchte, den Persischen Golf durch die Strasse von Hormus zu verlassen. Nach der Konfrontation wendete der Tanker und fuhr aus der Meerenge hinaus. 

Die Marine der iranischen Revolutionsgarde erklärte: «Wir warnen davor, dass kein Schiff, gleich welcher Art, seinen Ankerplatz im Persischen Golf und im Golf von Oman verlassen sollte.» Und weiter: «Jeder Versuch, sich der Strasse von Hormus zu nähern, wird als Zusammenarbeit mit dem Feind betrachtet, und das betreffende Schiff wird ins Visier genommen.»

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