«Verhandlungen oder Waffenstillstand nicht sinnvoll»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es ist ein Dämpfer in den Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA. Teheran hat den USA und Israel vorgeworfen, bereits gegen den Feuerpause-Deal verstossen zu haben.
Mohammad Bagher Ghalibaf, der Sprecher des iranischen Parlaments, erklärte am Mittwochabend, dass bereits drei Klauseln des iranischen 10-Punkte-Vorschlags zur Beendigung des Krieges verletzt worden seien – und das noch bevor die Verhandlungen überhaupt begonnen hätten.
Zu diesen Verstössen zählt laut Ghalibaf unter anderem eine Vereinbarung, wonach der Waffenstillstand auch auf den Libanon ausgeweitet werden solle. Das Weisse Haus bestreitet diese Darstellung. Trumps Pressesprecherin Karoline Leavitt hatte am Mittwoch ausdrücklich bekräftigt, dass der Deal nicht für den Libanon gelte.
Darüber hinaus berichtete Ghalibaf, dass eine Drohne in den iranischen Luftraum eingedrungen sei. Dies stelle einen «klaren Verstoss» dar. Ebenso sei das «Recht auf Anreicherung» des Iran Bestandteil des 10-Punkte-Plans.
«Nun wurde genau diese praktikable Verhandlungsgrundlage offen und eindeutig verletzt – noch bevor die Gespräche überhaupt begonnen haben. Unter solchen Umständen sind ein bilateraler Waffenstillstand oder Verhandlungen nicht sinnvoll», schrieb Ghalibaf auf X.
Die Trump-Administration betonte hingegen, dass der Iran zugestimmt habe, kein Uran anzureichern. Welche Version zutreffend ist, ist derzeit unklar. Zwischen den öffentlichen Aussagen und den Gesprächen hinter verschlossenen Türen herrsche eine grosse Diskrepanz, so Leavitt am Mittwoch.
Vance, Witkoff und Kushner fliegen nach Pakistan
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Ein Deal zwischen den USA und dem Iran soll nun auch in persönlicher Atmosphäre ausgehandelt werden. Wie Karoline Leavitt, Pressesprecherin des Weissen Hauses, am Mittwochabend (Schweizer Zeit) bekannt gab, werden US-Vizepräsident J. D. Vance, US-Sondergesandte Steve Witkoff und Trump-Schwiegersohn Jared Kushner am Samstag nach Pakistan reisen, um an Friedensgesprächen teilzunehmen.
Witkoff und Kushner haben bereits beim Gaza-Friedensdeal eine grosse Rolle gespielt und die Gespräche für die US-Seite geführt. Witkoff gilt als schillernder Dealmaker Washingtons.
Trump-Schwiegersohn Kushner plant den Küstenstreifen neu aufzubauen und hat ganz spezifische Vorstellungen. Den Masterplan liest du hier.
Iran: Die USA müssen sich entscheiden
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Es herrscht weiterhin Verwirrung um das Waffenstillstandsabkommen zwischen den USA und dem Iran. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat sich auf X zu den israelischen Angriffen auf den Libanon geäussert. Dabei betont der Diplomat: «Die Bedingungen für einen Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA sind klar und eindeutig. Die USA müssen sich entscheiden – entweder Waffenstillstand oder Fortsetzung des Krieges über Israel. Beides geht nicht.»
Araghtschi bezieht sich in seinen Ausführungen auf einen früheren Beitrag des pakistanischen Premierministers Shehbaz Sharif, wonach auch «Verbündete» der USA einem Waffenstillstand zugestimmt haben und der Libanon inkludiert sei.
«Die Welt sieht die Massaker im Libanon. Der Ball liegt nun bei den USA, und die Welt beobachtet, ob sie ihren Verpflichtungen nachkommen werden», so der Aussenminister.
Gleichzeitig erklärte Trump-Sprecherin Karoline Leavitt vor den Medien im Weissen Haus, dass Libanon nicht Teil der Vereinbarung sei.
Trump über Libanon: «Das sind separate Scharmützel»
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Während die Nachricht über eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran am Mittwoch weltweit für vorsichtige Erleichterung sorgte, blieb ein Land aussen vor: der Libanon. US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass der Libanon nicht in die kürzlich vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe einbezogen sei. In einem Telefoninterview mit PBS-Journalistin Liz Landers sagte Trump, der Konflikt zwischen Israel und dem Libanon seien «separate Scharmützel».
Der Präsident begründete den Ausschluss mit der Präsenz der schiitischen Hisbollah-Miliz im Land, die in den vergangenen Tagen wiederholt Raketenangriffe auf israelisches Gebiet verübt haben soll. Wörtlich sagte er: «Sie [Libanon] wurden nicht in die Vereinbarung aufgenommen. Das wird sich auch klären, das ist in Ordnung.»
Zwischen Israel und der Hisbollah ist die Lage an der Nordgrenze seit Jahren angespannt – trotz internationaler Appelle zur Deeskalation. Immer wieder kommt es zu gegenseitigen Angriffen. Am frühen Mittwochnachmittag bombardierte Israel zahlreiche Stadtteile Beiruts. Mindestens 89 Menschen starben laut dem Gesundheitsministerium. In einem Update des Ministeriums von kurz nach 19 Uhr ist die Zahl der Opfer auf 254 gestiegen.
Iran will, dass Reedereien in Bitcoin zahlen
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Die Lage im Nahen Osten ist weiterhin turbulent. Während die USA und der Iran in der Nacht auf Mittwoch eine sofortige Waffenruhe beschlossen haben, kommt es im Libanon weiterhin zu israelischen Angriffen.
Als Reaktion darauf hat der Iran die Passierbarkeit der Strasse von Hormus wieder gestoppt (siehe Tickereintrag von 16.43 Uhr).
Sollte es erneut zu einer Öffnnung kommen, plant der Iran ein hartes Regime. Reedereien sollen demnach für Öltanker Durchfahrtsgebühren in Bitcoin zahlen. Dies berichtet die «Financial Times». Ziel ist es, sicherzustellen, dass die Meerenge nicht für den Transport von Waffen genutzt wird.
Ein Vertreter des iranischen Exportverbands erklärte gegenüber der Zeitung, dass die Kontrolle Zeit in Anspruch nehmen werde und bewusst gründlich erfolgen soll. Nach Abschluss der Prüfung sollen die Schiffe kurzfristig – innerhalb weniger Sekunden – in Bitcoin bezahlen, um mögliche Probleme durch Sanktionen zu umgehen.
Die genauen Bedingungen werden vom Obersten Nationalen Sicherheitsrat des Iran festgelegt. Zudem deutet sich an, dass Tanker eine Route nahe der iranischen Küste nutzen müssen. Dies könnte bei westlichen Akteuren für Beunruhigung sorgen.
Iran lässt keine Tanker mehr durch Strasse von Hormus
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Im Zuge der israelischen Angriffe auf den Libanon (Tickereintrag von 15.39 Uhr) wurde die Durchfahrt von Öltankern durch die Strasse von Hormus vorübergehend gestoppt. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Fars.
Zuvor wurden Forderungen des Irans laut, den Reedereien 1 Dollar pro Barrel Öl anzulasten. Zahlbar sei dies in Kryptowährungen, heisst es in einem Bericht der «Financial Times». Für die Reedereien würden dadurch Mehrkosten von bis zu zwei Millionen Dollar pro Schiff zukommen.
Mit dem aktuellen Entscheid der iranischen Regierung steht die Durchfahrt nun aber erneut auf der Kippe. Teheran hatte nach den «zerstörerischen» Angriffen auf den Libanon angekündigt, Gegenmassnahmen gegen Israel zu ergreifen.
«Der Waffenstillstand gilt für die gesamte Region, und Israel ist dafür bekannt, Versprechen zu brechen – nur Kugeln können es abschrecken», so der Beamte. Wenn Amerika seinen «tollwütigen Hund» in der Region nicht zurückhalten könne, werde Iran tätig werden. Gestern veröffentlichten die Mullahs eine Liste an Zielen, die sie ins Visier nehmen könnten – darunter auch Gasfelder vor der Küste Israels. Mehr dazu erfährst du im Artikel meines Kollegen Samuel Schumacher.
Weiter kündigte der Iran an, sich aus dem Waffenstillstandsabkommen zurückzuziehen, sollte Israel den Libanon weiter angreifen.
Saudi-Pipeline angegriffen?
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Gleichzeitig zu den Meldungen über Tote im Libanon sorgt ein Bericht der «Financial Times» für Schlagzeilen. Demnach sei eine, wichtige saudische Ölpipeline entlang der Küste des Roten Meeres in der vergangenen Nacht Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Gegen 1 Uhr Ortszeit sei eine Pumpstation an der rund 1200 Kilometer langen Leitung getroffen worden.
Der Angriff ereignete sich zeitgleich mit der Ankündigung Trumps, eine zweiwöchige Waffenruhe im Konflikt mit dem Iran einzuleiten. Die Verantwortung für den Angriff ist bislang unklar. Der staatliche saudische Ölkonzern Saudi Aramco hat sich bisher noch nicht zu dem angeblichen Angriff geäussert.
Auch der Iran gab an, dass es auf der Insel Lawan zu Explosionen gekommen ist. Auch hier sind die Hintergründe der angeblichen Attacken unklar.
Mein Kollege Guido Felder hat in dieser Analyse aufgezeigt, warum der Deal zwischen dem Iran und den USA nur eine vorübergehende Entspannung darstellt und die eigentlichen Probleme nicht gelöst werden.
Massive Angriffe auf den Libanon – Iran kündigt «Bestrafung» an
Von Janine Enderli, Redaktorin am Newsdesk
Tote, Zerstörung, Angriffe: Nach dem Last-Minute-Deal zwischen den USA und dem Iran ist die Lage im Nahen Osten weiter angespannt. Die israelische Armee hatte am Mittwochmorgen angekündigt, dass die Waffenruhe nicht für die Schläge gegen die Hisbollah im Libanon gelten würde. So kam es wenig später zu grossangelegten Angriffen auf den Libanon. Laut dem dortigen Gesundheitsministerium starben Dutzende Menschen – unter den Opfern sind auch Zivilisten.
Verteidigungsminister Israel Katz sagte, die umfangreiche Angriffswelle Israels im Libanon am heutigen Nachmittag habe «Hunderte von Hisbollah-Kämpfern» zum Ziel gehabt. Der Libanon bezeichnete die Angriffe als einen Akt gegen «wehrlose Zivilisten».
Ein hochrangiger iranischer Beamter erklärte gegenüber «Al Jazeera», sein Land werde «Israel als Reaktion auf das im Libanon begangene Verbrechen und den Verstoss gegen die Waffenstillstandsbedingungen bestrafen».
Trump erhebt 50-Prozent-Zölle auf Irans Waffenlieferanten
Von Daniel Macher, Redaktor am Newsdesk
Da sind sie wieder – die guten alten Zölle: Kurz bevor US-Kriegsminister Pete Hegseth bei einer Pressekonferenz bekannt gibt, dass der Iran keine Gefahr mehr darstelle, meldet sich US-Präsident Donald Trump erneut auf Truth Social zu Wort. Wörtlich schreibt er: «Ein Land, das militärische Waffen an den Iran liefert, wird sofort auf alle Waren, die in die Vereinigten Staaten von Amerika verkauft werden, mit 50 Prozent verzollt – wirksam sofort. Es gibt keine Ausnahmen oder Befreiungen! Präsident DJT.»
Trump glücklich über Iran-Verhandlungen
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Der Iran-Krieg ist nicht zu Ende, aber die Waffen schweigen – zumindest fast. Und die Zeichen stehen auf Verhandlungen. Es sieht bisher gut aus. US-Präsident Donald Trump (79) zeigt sich optimistisch. «Wir verhandeln mit dem Iran über eine Lockerung der Zölle und Sanktionen und werden dies auch weiterhin tun. Viele der 15 Punkte wurden bereits vereinbart», schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Er ist davon überzeugt, dass es im Iran einen «sehr produktiven Regimewechsel» gab und das Land keine Atommacht werden wird. «Seit dem Angriff wurde nichts mehr angerührt.»
Für 14 Uhr ist eine Pressekonferenz angesetzt. Kriegsminister Pete Hegseth (45) und Generalstabschef Dan Caine (57) werden im Pentagon eine Pressekonferenz abhalten, um Einzelheiten zum Iran-Krieg erläutern. Blick wird die Pressekonferenz tickern. Mehr dazu erfährst du hier.