Darum gehts
- Ein Kleinkind starb im italienischen Tropea nach schwerer Infektion
- Weitere Kinder mit ähnlichen Symptomen, Kita geschlossen
- Polizei ermittelt, Obduktion angeordnet, drei Kinder aus Spital entlassen
Ein tragischer Vorfall beschäftigt die italienische Küstenstadt Tropea im Süden des Landes: Ein anderthalb Jahre alter Bub ist im Spital an einer schweren Infektion gestorben. Das Baby gehörte zu einer Gruppe von Kindern, die dieselbe private Kindertagesstätte besuchten. Das berichtet unter anderem die italienische Zeitung «Corriere della Sera» unter Berufung auf Behördenangaben.
Alle wiesen ähnliche Krankheitssymptome auf. Die Erkrankungen traten erstmals am 17. Juli auf. Insgesamt sollen ein Dutzend Kinder Symptome wie starke Durchfälle und Erbrechen gezeigt haben. Der verstorbene Junge kam ebenfalls mit solchen Symptomen ins Spital, schliesslich wurde er in kritischem Zustand in eine Spezialklinik verlegt.
Herrschen Hygienemängel in der Kita?
Diese Häufung von gastroenterologischen Beschwerden hat bei den Eltern Besorgnis ausgelöst und den Verdacht auf Hygienemängel in der Einrichtung gelenkt.
Offenbar soll sich die Erkrankung über Wickeltische ausgebreitet haben. Von den weiteren Kindern, die hospitalisiert werden mussten, konnten drei mittlerweile entlassen werden, ein Kind wird weiterhin medizinisch betreut.
Polizei ermittelt
Die zuständige Staatsanwaltschaft von Vibo Valentia hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Krankenakte des verstorbenen Kindes beschlagnahmt. Zudem wurde eine Obduktion angeordnet, um die genaue Todesursache zu klären. Die Ermittler versuchen herauszufinden, wie und wo die Infektionen ihren Ursprung haben könnten. Die betroffene Kita hat inzwischen vorsorglich ihre Türen geschlossen.
In einer Mitteilung an die Eltern erklärte die Leitung: «In Anbetracht der Häufung verschiedener gastroenterologischer Episoden und der besonderen Schwere, die einige Fälle angenommen haben, hat die Leitung ausschliesslich vorsorglich und zum Schutz der Gesundheit der Kinder die vorübergehende Aussetzung der Bildungs- und Schulaktivitäten beschlossen.» Ärzte überprüfen derzeit, ob ein Zusammenhang zwischen den Erkrankungen besteht und ob ein spezifischer Erreger dafür verantwortlich ist.