Darum gehts
- Argentinien und Grossbritannien streiten erneut um die Falklandinseln im Atlantik
- Trump erwägt Kurswechsel, geopolitische Spannungen zwischen USA und London steigen
- 55-jähriger Milei investiert mehr Mittel in Marinebasis in Feuerland
Der alte Streit um die Falklandinseln ist wieder präsent – und diesmal könnte US-Präsident Donald Trump (80) eine entscheidende Rolle spielen. Argentiniens Präsident Javier Milei (55) erhöht den Druck auf Grossbritannien massiv. Gleichzeitig deutet Trump an, dass Washington seine bisherige Haltung zum Souveränitätsstreit überdenken könnte.
Die Falklandinseln im Atlantik sind seit Jahrzehnten zwischen Argentinien und Grossbritannien umkämpft. Grossbritannien kontrolliert die Inselgruppe seit 1833. 1982 eskalierte der Streit zum Krieg. Argentinische Truppen besetzten die Inseln, Grossbritannien schickte eine Streitmacht in den Südatlantik. Hunderte Menschen auf beiden Seiten starben.
Jetzt heizt Argentinien den Streit weiter an und legt mit einer neuen Offensive nach. Das musst du wissen.
Was plant Argentinien?
Buenos Aires will härter gegen Unternehmen vorgehen, die rund um die Falklandinseln an der Erschliessung von Öl- und Gasvorkommen beteiligt sind – darunter auch britische. Mileis Sorge: Schon in wenigen Monaten könnten Unternehmen damit beginnen, Öl aus Lagerstätten zu fördern, die Argentinien für sich beansprucht. Zugleich kündigte Milei zusätzliche Mittel für den Ausbau einer Marinebasis in Feuerland an.
Was hat Milei konkret gesagt?
«Die Falklandinseln sind argentinisch, historisch und rechtlich. Es gibt keine Debatte», sagte Milei am Donnerstagabend in einer Rede an die Nation. Entsprechende Tätigkeiten und Öl-Projekte von Unternehmen würden «eine drängende Gefahr» darstellen. Deshalb müsse man entsprechend reagieren.
Wie reagiert London auf die Pläne?
Die Antwort aus London liess nicht lange auf sich warten. Der britische Aussenminister Ed Miliband machte klar: Grossbritannien werde an seiner Position festhalten. Die Inseln blieben britisch – auch weil dies dem «überwiegenden Willen der Inselbewohner» entspreche.
Welche Rolle spielt Donald Trump?
Die neue Offensive fällt in eine geopolitisch heikle Phase. Trump hat angedeutet, dass Washington seine bisherige Position zu den Falklandinseln überprüfen könnte. Auf die Frage in einem Interview, ob er dem Vereinigten Königreich im Falle einer Invasion helfen würde, sagte Trump, er erinnere sich noch genau an den Konflikt von 1982.
«Ich war dabei, als der erste Krieg stattfand, das ist schon lange her. Ihr habt euch sehr gut geschlagen und das Gebiet sehr schnell zurückerobert. Aber es ist weit weg», sagte er im Interview mit dem TV-Sender GB News. «Also, eurem Land geht es nicht gut. Vergesst nicht, dass ihr einen grossen Teil eures Öls aus der Strasse von Hormus bezieht und ihr nicht da wart, um mir zu helfen. Euer Land war nicht da, um mir zu helfen.»
Bereits im April sorgten entsprechende Aussagen für Spannungen auf den Inseln. Die Inselbewohner bekannten sich klar zu Grossbritannien, und britische Veteranen bezeichneten Trump als «Tyrann».
Die Überlegungen stehen offenbar auch im Zusammenhang mit den wachsenden Spannungen zwischen Washington und London über den Irankrieg. Grossbritannien unterstützte die US-amerikanischen und israelischen Militäroperationen bislang nicht in vollem Umfang. Dies wirft Trump der britischen Regierung immer wieder vor. Nun könnte ausgerechnet der Falkland-Streit zum neuen Konfliktpunkt zwischen den beiden Ländern werden.
Steht ein militärischer Konflikt bevor?
Nein, nicht unmittelbar. Dennoch erhöht vor allem Mileis Ankündigung einer erhöhten Militärpräsenz die Sorgen der Menschen. Die Inselbewohner wollen nicht zwischen den Fronten stehen. Der ehemalige britische Soldat Simon Weston warnte, die Bewohner hätten es nicht verdient, «zum Spielball politischer Interessen gemacht» zu werden.