Darum gehts
- Ein Mann legte Hitler-Äpfel und Puppen vor Ministerhäuser in Schweden
- Die Aktionen waren als Protest gegen Unterstützung der Miliz HTS in Syrien gedacht
- Schuldspruch wird für Anfang März 2026 erwartet
Meinungsfreiheit oder ernsthafte Bedrohung? Diese Frage muss ein Gericht in Schweden beantworten, nachdem ein Mann (43) im Januar zwei kuriose Aktionen vor den Häusern zweier Minister der Regierung des Landes durchgezogen hat. Die Zeitung «Aftonbladet» berichtet über das Verfahren.
Zum einen stellte der Beschuldigte einen Korb mit grünen Äpfeln vor dem Haus von Migrationsminister Johan Forssell (46) ab. Bizarr daran war: Die Äpfel hatte er zuvor mit dem Gesicht von Adolf Hitler (1889–1945) bemalt.
Abgetrennte Puppenköpfe
Vor dem Haus von Entwicklungsminister Benjamin Dousa (33) stellte der Mann zudem eine Puppe mit einem Spielzeugmesser in der einen Hand und einem Puppenkopf in der anderen ab.
Der Verdächtige soll zu einer Gruppe von Aktivisten gehören. Die Aktionen waren laut «Aftonbladet» ein Protest gegen die Unterstützung der schwedischen Regierung für Hayat Tahrir al-Sham (HTS). Die islamistische Miliz hat in Syrien den Diktator Baschar al-Assad (60) gestürzt und regiert mittlerweile das Land.
«Da fragt man sich sofort, ob jemand im Haus ist»
Am Donnerstag berichtete Migrationsminister Forssell vom Moment, als er und seine Frau den mit Hitler-Äpfeln gefüllten Korb vor der Haustür vorfanden. «Wir haben Kinder zu Hause, da fragt man sich sofort, ob jemand im Haus ist», sagte Forssell.
Als Minister und Kabinettsmitglied lebe er schon seit langer Zeit mit bestimmten Sicherheitsvorkehrungen. Die Drohungen gegen ihn seien seitdem nicht weniger geworden, ergänzte er. «Das gilt nicht nur für mich, sondern auch für meine Familie.» Er fügte hinzu, dass er in seinen Jahren als Minister noch nie etwas Vergleichbares erlebt habe.
Täter bestreitet jegliches Fehlverhalten
Der mutmassliche Täter hat eingeräumt, die Äpfel und die Puppe vor den Residenzen der Minister abgelegt zu haben. Er bestreitet aber jegliches Fehlverhalten und ist der Ansicht, dass die Handlungen unter die Meinungsfreiheit fallen.
Sein Verteidiger plädierte auf Freispruch. Der Urteilsspruch wird für Anfang März erwartet.