Darum gehts
- Hepatitis-A-Ausbruch in Kampanien, Italien, während Ostern sorgt für Sorge
- Virus verbreitet sich durch Muscheln
- Deutlicher Anstieg der Fälle im Vergleich zu 2025 laut Seieva-Daten
Osterzeit ist Reisezeit: Viele Touristen aus nördlicheren Ländern reisen über die Feiertage in den Süden, um ein paar Tage Sonne zu tanken. Und ausgerechnet jetzt warnen die Behörden einer beliebten Destination vor einem Hepatitis-A-Ausbruch.
In der italienischen Region Kampanien, zu der unter anderem Neapel, die Amalfiküste und die Insel Capri gehören, breitet sich Hepatitis-A derzeit rasch aus. Laut dem Bulletin des Überwachungssystems Seieva, koordiniert vom Istituto Superiore di Sanità, ist im Vergleich zu 2025 ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.
Zwischen Januar 2026 und März 2026 wurden in dem betroffenen Gebiet 65 Infektionen gemeldet. Wie «Rai News» berichtet, befanden sich Ende März 70 Personen in stationärer Behandlung.
Muscheln als Auslöser?
Die Ausbreitung des Hepatitis-A-Virus steht mutmasslich im Zusammenhang mit dem Verzehr von Meeresfrüchten, so die Verantwortlichen. Höchstwahrscheinlich waren zunächst Muscheln infiziert. Das Virus hat sich dann von Kampanien in verschiedene italienische Regionen weiterverbreitet, darunter auch Rom.
Hepatitis-A-Viren vermehren sich in der Leber und werden über den Darm ausgeschieden. Gelangen die Viren ins Wasser, reichern Muscheln die Erreger in ihrem Gewebe an. Eine Infektion kann zu einer Leberentzündung führen, die Symptome wie Müdigkeit, Übelkeit, Fieber, Appetitlosigkeit und eine typische Gelbsucht auslösen kann.
Es wird über Schmierinfektion übertragen – also über ungewaschene Hände, gemeinsam genutzte Oberflächen oder Lebensmittel wie Meeresfrüchte. Eine Impfung wird in der Schweiz bei Reisen in Risikogebiete empfohlen. Zu den Routineimpfungen für Säuglinge gehört sie hierzulande aber nicht. Die Impfung gegen Hepatitis B hingegen schon.
Deutschland passt Reisehinweise an
Das deutsche Aussendepartement hat seine Reisehinweise für Italien mittlerweile aktualisiert und macht Reisende auf den Ausbruch aufmerksam. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat noch keinen solchen Hinweis.
Reisende in den Osterferien müssen sich zudem auf Einschränkungen in Restaurants einstellen. Denn: Die Verantwortlichen in Neapel haben angeordnet, dass Gastronomiebetriebe bis auf Weiteres rohe Meeresfrüchte weder servieren noch zum Verzehr anbieten dürfen. Wer dies dennoch tut, riskiert eine Busse von bis zu 20'000 Euro.