Darum gehts
- Ukrainische Drohnen griffen Wildberries-Lagerhaus bei Moskau in der Nacht an
- Wildberries verkauft militärische Ausrüstung, Tochterfirma steht auf EU-Sanktionsliste
- Am 11. August brannte bereits ein anderes Logistikzentrum von Wildberries
Ukrainische Streitkräfte haben in der Nacht auf Sonntag ein grosses Lagerhaus des russischen Onlinehändlers Wildberries ins Visier genommen. Aufnahmen des Telegramkanals Exilenova Plus zeigten eine gigantische Rauchwolke über dem Logistikzentrum im Dorf Koledino, rund 50 Kilometer von Moskau entfernt.
Der Gouverneur der Oblast Moskau, Andrej Worobjow (56), bestätigte den Drohnenangriff auf Telegram. «Zum Zeitpunkt des Angriffs wurden die Mitarbeiter an einen sicheren Ort evakuiert – keiner von ihnen wurde verletzt», schrieb er. Die Ukraine greift im Verlauf des Kriegs mit Russland regelmässig Infrastruktur tief im russischen Hinterland und in den besetzten Gebieten an. Damit soll Moskaus Fähigkeit, den Krieg fortzusetzen, geschwächt werden.
Wildberries-Tochter mit Sanktionen belegt
Bereits am 11. August brannte ein Logistikzentrum von Wildberries im russischen Dorf Nowaja Usman nach ukrainischen Luftangriffen. Auch im Juli kam es schon zu Angriffen auf den Liefergiganten. Nach Angaben des ukrainischen Fachportals Militarnyi wurden insgesamt schon 16 Logistikzentren von Wildberries angegriffen. Zusätzlich zu den Luft- und Drohnenangriffen sollen Mitglieder des ukrainischen Cyber Corps am Samstag eine Operation gestartet haben, die auf die digitale Infrastruktur des Marktplatz-Anbieters zielt.
Wildberries bietet online militärische Ausrüstung an, darunter Drohnenkomponenten und Schutzwesten. Die Banktochter des Unternehmens wurde im Juli von der EU wegen ihrer finanziellen Beiträge zum russischen Staatshaushalt mit Sanktionen belegt.