Darum gehts
- US-Kriegsministerium soll massive Militäraktionen im Iran planen
- Donald Trump wägt Deal oder Angriffe auf Energie- und Atomanlagen ab
- Gespräche stocken, nach US-Wahlen steigt laut Israel Gefahr für den Iran
Donald Trump (80) schwebt immer noch im Entscheidungsmodus. Ende September erklärte der US-Präsident, sich derzeit Gedanken über die Zukunft des Iran und das Verhältnis zu den USA zu machen. Trump erklärte, er müsse die Entscheidung treffen, ob er «das ganze Land in die Luft bomben» oder einen Deal schliessen will.
Eine Entscheidung hat Trump noch nicht getroffen. Neue Details lassen aber darauf schliessen, dass er möglicherweise eine neue Operation vorbereitet.
«Es müssen militärische Optionen ausgearbeitet werden»
Das US-Kriegsministerium hat sein Militär offenbar vor einigen Tagen angewiesen, Vorbereitungen zu treffen, um «massive Militäraktionen» im Konflikt mit dem Iran wieder aufnehmen zu können. Dies berichtet das Magazin Axios unter Berufung auf US-Offizielle. «Die Aufgabe des Ministeriums besteht darin, militärische Optionen auszuarbeiten und dem Präsidenten vorzulegen.»
Entsprechende Aktionen könnten sogar noch vor den US-Zwischenwahlen im November und den israelischen Wahlen stattfinden, behaupten US- und israelische Quellen.
Falls es tatsächlich zu einem Angriff kommt, könnte dieser sich auf die iranische Energieinfrastruktur oder Atomlager konzentrieren. In diesem Zusammenhang wird auch immer wieder «Pickaxe Mountain» genannt. Der Standort, offiziell als Kuh-e Kolang bekannt, liegt im zentraliranischen Gebirge südlich der Atomanlage Natans. Experten vermuten, dass hier Zentrifugen geschützt montiert oder hergestellt werden. Seit Jahren kursieren zudem Spekulationen, dass die Anlage zur Anreicherung von Uran genutzt werden könnte.
Wagt Trump eine Entscheidung vor den Midterms?
Ein weiterer Hinweis auf einen Militärschlag: Am Freitag kam Trumps Sicherheitsteam in Camp David zusammen, um umfassend über den Iran-Krieg zu sprechen.
Es könne jedoch auch sein, dass Trump abwartet, denn eine Wiederaufnahme des Krieges könnte sich negativ auf die Energiepreise in den USA auswirken, heisst es im Bericht.
«Chancen nach Wahlen steigen signifikant»
Die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran haben jüngst keine Fortschritte erzielt. Die Vermittler aus Katar warten weiterhin auf eine iranische Antwort auf einen Gegenvorschlag der USA.
«Die Diskussion über eine mögliche Wiederaufnahme grösserer Kampfhandlungen im Iran hat an Intensität zugenommen. Die Wahrscheinlichkeit, dass dies noch vor den Wahlen geschieht, ist nicht hoch, aber wir schliessen es nicht aus. Nach den Zwischenwahlen steigt die Wahrscheinlichkeit dafür deutlich an», sagte ein israelischer Beamter.