Darum gehts
- Laura Loomer warnt MAGA-Basis vor russischer Propaganda und Ukraine-Sympathien
- Über 50 Prozent der Republikaner bevorzugen Putin gegenüber Biden laut Umfrage
- Trump attestiert Kritikern wie Megyn Kelly auf Truth Social «niedrigen IQ»
Die Front der prominenten Unterstützer von US-Präsident Donald Trump (80) zeigt zunehmend Risse. Ausgerechnet die einflussreiche Trump-Aktivistin Laura Loomer (33) vollzieht eine unerwartete Kehrtwende beim Thema Ukraine und warnt die MAGA-Bewegung vor russischer Propaganda. Während Loomer politisch völlig loyal zu Trump ist, führt die Debatte über den aussenpolitischen Kurs zu heftigen Verwerfungen innerhalb der konservativen VIP-Garde. Ein Überblick über die aktuellen Konfliktlinien innerhalb von MAGA.
Russland-Kehrtwende bei Laura Loomer
In ihrem Video-Podcast «Loomer Unleashed» gestand die 33-Jährige, jahrelang auf «Online-Propaganda des Kremls und Putins Legende von der ‹Entnazifizierung› der Ukraine hereingefallen» zu sein. Sie habe nur nachgeplappert: «Weil ich dachte, ich würde, na ja, das Richtige sagen – ohne zu erkennen, wie ich als konservativer Mensch, als Trump-Unterstützerin oder einfach als amerikanische Bürgerin durch Online-Propaganda emotional manipuliert wurde», so die 33-Jährige.
Loomer warnt die MAGA-Basis nun vor einer Instrumentalisierung durch Moskau: «Viele von uns begannen, zu sehr mit Russland zu sympathisieren», so die Aktivistin. In Wahrheit würden die Russen im Ukraine-Krieg «Hunderttausende junger Christen ermorden». Loomer verbreitete zuvor jahrelang pro-russische und anti-ukrainische Inhalte und trat auch öfters in russischen Medien auf. Damit ist jetzt wohl Schluss.
Was genau Loomer zu ihrer Kehrtwende gebracht hat, ist unklar. Denn: Viele in der MAGA-Basis gelten als Ukraine-skeptisch. In einer Umfrage aus dem Jahr 2023 (Vanderbilt University) hielten über 50 Prozent von Trumps Republikanern Putin für einen besseren Präsidenten als Biden. Klar ist also: Die Aussagen dürften im MAGA-Lager für Reibungen sorgen.
Kriegseintritt im Iran
Während Loomer die osteuropäische Front der Bewegung aufmischt, existiert eine zweite Konfliktlinie: die US-Kriegsführung im Iran. Der reichweitenstarke Podcaster und ehemalige Fox-News-Moderator Tucker Carlson (57) galt jahrelang als das mediale und ideologische Sprachrohr der MAGA-Bewegung. Nach Ausbruch des Iran-Kriegs vollzog Carlson dann den spektakulärsten Bruch des Jahres.
Er warf Trump vor, die Wähler getäuscht und fremde Interessen (insbesondere jene Israels) über die der Amerikaner gestellt zu haben. Der Podcaster ging sogar so weit, sich öffentlich dafür zu entschuldigen, Trump im Wahlkampf unterstützt zu haben, und verkündete sein endgültiges Zerwürfnis mit der Partei: «I'm out», erklärte Carlson öffentlich. Für die loyalistische Loomer gehen Carlsons Äusserungen offenbar gar nicht. Sie warf ihm über X vor, «die Republikaner zu zerstören und den Islam einführen zu wollen».
Deal mit dem Iran
Diese Reibungspunkte führen zu einer öffentlichen Schlammschlacht zwischen Republikanern im Netz.
Mitten im Kreuzfeuer steht dabei auch die einflussreiche Moderatorin Megyn Kelly (55). Genau wie Tucker Carlson positioniert sie sich beim Iran-Krieg auf der isolationistischen Linie, kritisierte die US-Militärintervention scharf und warnte vor den politischen Folgen für die Partei. Diese Kritik schien US-Präsident Trump gar nicht zu gefallen. Auf Truth Social griff Trump mehrere Kritiker aus den eigenen MAGA-Reihen an, darunter auch Kelly, und bezeichnete sie unter anderem als Menschen mit «niedrigem IQ», «dumme Leute» und warf ihnen vor, Ansichten zu vertreten, die dem MAGA-Gedanken widersprechen.
Loomer ist – im krassen Gegensatz zu Carlson und Kelly – eine der lautesten Pro-Israel-Stimmen im Umfeld Trumps. Folgerichtig kritisierte sie, gemeinsam mit anderen Hardlinern, den Deal, den Trump mit dem Iran geschlossen hat. «Wer füttert Trump diese pro-islamischen Informationen?», fragte sie entrüstet auf X. Damit stellte sich die eigentlich bedingungslos loyale Aktivistin in der Sache auf die Seite jener internen Kritiker, die Trump zuvor wegen ihrer Vorbehalte gegen den Deal öffentlich als «irre» bezeichnet hatte.