Darum gehts
- Selenski verschiebt Friedensgespräche auf 4. und 5. Februar in Abu Dhabi
- Russland fordert Gebietsabtretungen, USA suchen Kompromisslösung
- Am 24. und 25. Januar erste Verhandlungen in Abu Dhabi durchgeführt
Eigentlich hatten die Ukraine, Russland und die USA geplant, bereits an diesem Sonntag neue Friedensgespräche zu führen. Jetzt hat Wolodimir Selenski (48) allerdings bekannt gegeben, dass die Verhandlungen in Abu Dhabi erst kommende Woche fortgesetzt werden. Das Verhandlungsteam des ukrainischen Präsidenten habe den 4. und 5. Februar als Termine für das nächste trilaterale Treffen festgesetzt, berichtet der «Spiegel».
Selenski hatte im Vorfeld um eine Verschiebung des Termins gebeten. Grund sei die schwierige humanitäre Lage in seinem Land nach den russischen Angriffen auf die Energieinfrastruktur und den massenhaften Strom- und Heizungsausfällen. Die Ukraine erlebt momentan den wohl härtesten Winter seit Kriegsbeginn vor fast vier Jahren.
«Ukraine ist bereit für eine substanzielle Diskussion»
Bereits am vergangenen Wochenende hatten Friedensverhandlungen zwischen den drei Parteien in Abu Dhabi stattgefunden. «Die Ukraine ist bereit für eine substanzielle Diskussion, und wir sind an einem Ergebnis interessiert, das uns einem echten und würdigen Ende des Kriegs näherbringt», teilt Selenski über den Nachrichtendienst Telegram mit.
Bislang ist bei den Verhandlungen in Abu Dhabi laut Selenski unter anderem der amerikanische 20-Punkte-Plan für Frieden in der Ukraine besprochen worden. Ein Dokument über Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine ist dabei laut dem ukrainischen Präsidenten «zu 100 Prozent» fertiggestellt worden. Dieser Punkt war vor den laufenden Verhandlungen noch offen.
Kompromiss für Territorium gesucht
Noch seien sich die Ukraine und Russland in Territorialfragen aber uneins, führte Selenski weiter aus. Die USA versuchten, bei den Verhandlungen einen Kompromiss zu finden, dafür müssten aber alle bereit dazu sein, sagte er. Russland fordert von der Ukraine für ein Ende der Gewalt unter anderem die Abtretung von Gebieten. Die Ukraine lehnt vor allem einen Abzug aus Gebieten ab, die nicht von Moskaus Streitkräften besetzt sind.
US-Präsident Donald Trump (79) bat Wladimir Putin (73) darum, seine Angriffe auf die Ukraine während der laufenden Verhandlungen einzustellen. Trump wollte eine einwöchige Waffenruhe erreichen – Russland hielt sich aber nur für kurze Zeit zurück. Bereits am Sonntag wurden erneut Drohnen abgefeuert. Ukrainische Verkehrsinfrastruktur und Munitionsdepots wurden beschossen.