Darum gehts
- Zyklon Harry verwüstet Sizilien mit 120 km/h Winden und Überschwemmungen
- Zwei Bürgermeister missachteten Ausgangsverbot und streamten riskante Aktion live
- Sturmschäden kosten Sizilien über eine halbe Milliarde Franken
«Seht euch das an! Unglaublich!», sagt Bürgermeister Cateno De Luca in die Kamera, als ihn eine riesige Welle am Hafen der Stadt Santa Teresa di Riva erfasst. Zusammen mit einem Amtskollegen ist er am Mittwoch draussen unterwegs, um die Bevölkerung Siziliens vor den Gefahren des Zyklons Harry zu warnen. Sein Abenteuer mit der Monsterwelle streamt der Bürgermeister von Taormina live auf Facebook. «Macht nicht das Gleiche wie ich», schreibt De Luca dazu.
Die beiden Bürgermeister mussten online einige Kritik für ihre Aktion einstecken, schreibt die «Krone Zeitung». Das, weil sie ihr eigenes Ausgangsverbot für den Livestream gebrochen haben.
Alarmstufe Rot in Süditalien
Für grosse Teile Siziliens, aber auch andere Regionen im Süden des Landes, hat der italienische Zivilschutz die Alarmstufe Rot ausgerufen. Die Bewohner müssen mit Starkregen, Sturmböen von bis zu 120 Kilometern pro Stunde und Überflutungen rechnen. Laut einem Instagram-Post der italienischen Feuerwehr mussten die Rettungskräfte in Süditalien innert 24 Stunden rund 700 Mal ausrücken.
Besonders an der Ostküste Siziliens hinterliess der Sturm eine Spur der Verwüstung. Wie «Ticino Online» berichtet, wurden im Fischerdorf Aci Trezza der Provinz Catania mehrere Boote zerstört sowie Sand und Geröll auf die Strassen der Ortschaft gespült.
Auch andere Gebiete werden nicht verschont. So hat der Zyklon Harry in Taormina, der Stadt von Bürgermeister De Luca, Schutzmauern zerstört und Strände überflutet. In der Region Messina hingegen wurden ganze Schwimmstege vom Meer weggerissen und Gebäude zerstört.
Laut dem sizilianischen Regionalpräsidenten belaufen sich die Schäden des Sturms bereits jetzt auf über eine halbe Milliarde Franken! Rund 200 Menschen wurden infolge des Zyklons aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.
Während die Küstenregionen Siziliens in Folge des Sturms unter Wasser stehen, liegen am berühmten Vulkan Ätna fast zwei Meter Schnee. Auch dies kann äusserst gefährlich werden. So war am Montagabend eine Familie Schweizer Touristen fast vier Stunden lang in ihrem Auto gefangen. Auf dem Weg zu einem Krater des Ätnas wurden sie vom Schneesturm überrascht und eingeschneit. Rettungskräfte konnten die Eltern und die vierjährige Tochter aus dem Wagen befreien. Alle drei Schweizer hatten bereits Anzeichen auf eine Unterkühlung.