Darum gehts
- Unwetterchaos in Deutschland: Glatteis, Unfälle und blockierter Berufsverkehr
- Auf der A9 lag bis zu zwei Zentimeter dickes Eis
- 13 Verletzte bei Massenkarambolage, Notaufnahmen durch Unfälle extrem belastet
Unser nördliches Nachbarland wird aktuell von einem Wetterchaos nach dem anderen überrollt. Kaum ist Sturmtief Elli durchgezogen, warnt der Deutsche Wetterdienst (DWD) bereits vor dem nächsten Unwetter. Tief Gunda bringt nach der Kältepeitsche nun eine Warmluftfront und Regen nach Deutschland. Die Folge: Auf den kühlen Böden bildet sich Glatteis.
Das sorgt besonders im Osten Deutschlands für viel Chaos. Der DWD warnte dort auch am frühen Dienstagmorgen noch mit der höchsten Warnstufe vor Glatteisgefahr. Im Verlauf des Vormittags wurde die Warnstufe auf Orange hinabgesetzt.
Zwei Zentimeter dickes Eis auf der A9
Die Bilanz der Unwetter in Deutschland ist verheerend. Auf den spiegelglatten Strassen krachte es vielerorts. Am Montag kam es etwa auf der B173 im bayerischen Lichtenfels zu einer Massenkarambolage mit 16 Autos und einem Lastwagen. 13 Personen wurden verletzt, zwei davon schwer. Auf der A9 bei Bayreuth kam es bis zum frühen Dienstagmorgen zu neun Unfällen. Ein Polizeisprecher schätzte die Dicke des Eises auf der Fahrbahn auf bis zu zwei Zentimeter, berichtet «Focus».
Auf der A7 wurde der Elbtunnel in Hamburg am Dienstagmorgen gesperrt – Eisplanken am Tunneleingang drohten, auf die Fahrbahn zu krachen. Es kam zu kilometerlangem Rückstau. Autofahrer mussten zwischenzeitlich über eine Stunde mehr Fahrzeit einplanen.
Vor 6 Uhr lag die Zahl der Unfälle in Brandenburg am Dienstag bereits im zweistelligen Bereich. Der Berufsverkehr war in Teilen der Region komplett lahmgelegt. Der öffentliche Verkehr fiel an vielen Orten aus oder war nur eingeschränkt nutzbar.
Notaufnahmen sind «extrem belastet»
Die zahlreichen Unfälle belasten auch die Spitäler. «Eis und Schnee haben uns in den vergangenen Tagen auch in den Notaufnahmen extrem belastet», sagte Gerald Gass, Vorsitzender der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), der «Rheinischen Post».
Auf dem zugefrorenen Steinhuder Meer ist es nach einem Bericht «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» zu einem tragischen Unglück gekommen. Ein Passant eilte über das Eis, um einen verunglückten Eissegler zu retten, erlitt dabei jedoch einen Herzinfarkt. Im Spital sei er später verstorben. Der Eissegler sei unverletzt geblieben.
Besserung im Verlauf der Woche
Gute Nachrichten: Am Horizont bahnt sich in Deutschland ein zartes Tauwetter an. Vom Westen her setze sich die mildere Luft jedoch nur zögerlich im Osten durch, heisst es vom DWD.
In der Schweiz hingegen begann der Dienstag bereits ohne Glatteiswarnungen. Am Dienstag lässt sich die Sonne immer mehr blicken, das Thermometer steigt in der Zentral- und Ostschweiz auf 4 bis 7 Grad, schreibt Meteorologe Michael Eichmann im Blog von Meteo News. In der Nordwest- und Westschweiz liegen sogar bis zu 9 Grad drin.
Im Verlauf der Woche gestaltet sich das Wetter meist ruhig. Es bleibe bei den milden Temperaturen, heisst es bei Meteo News. Ab Freitag baut sich eine «allmähliche Staulage» im Süden auf, die Nässe mit sich bringt. Doch: «Grosse Niederschlagsmengen zeichnen sich allerdings nicht ab», so Meterologe Eichmann.