Darum gehts
- Velofahren im Winter ist gesund, aber erfordert mehr Aufmerksamkeit bei Glätte
- Velofahrende können bei Vernachlässigung von Vorsichtsmassnahmen gebüsst werden
- Seit den 1990er-Jahren haben sich die Schneetage im Mittelland halbiert
Ich bin unsicher, was ich von den Gemeinden bei der Schneeräumung erwarten kann. Sollte ich bei winterlichen Verhältnissen eventuell ganz aufs Velo verzichten?
R. Schwarz, per Mail
Im Gegenteil: Velofahren im Winter ist besonders gesund. Einerseits bewege und stärke ich mich in einer Jahreszeit, die eher zum Stubenhocken verleitet. Andererseits vermeide ich öffentliche Verkehrsmittel, wo so mancher Virus zirkuliert. Im Winterhalbjahr müssen Velofahrende aber auch aufmerksamer sein. So ist aus der Statistik und aus Studien bekannt, dass über die Hälfte aller Velo-Verkehrsunglücke Alleinunfälle sind. Als häufigster Unfallhergang gilt gemäss Beratungsstelle für Unfallverhütung das Ausrutschen, beispielsweise auf Strassenoberflächen, einer Markierung oder Schienen, die im Winter aufgrund feuchter oder eisiger Witterung naturgemäss rutschiger sind.
Sogar Bussen sind möglich
Selbstverständlich kann ich von einem Strasseneigentümer erwarten, dass eine Strasse frei von Laub, Schnee oder Eis ist. Allerdings nicht, dass alle Strassen gleichzeitig unterhalten und freigeräumt sind, umso weniger, je grösser das Strassennetz ist. Je wichtiger eine Strasse ist und je stärker sie befahren wird, desto eher muss sie geräumt und gesalzen werden.
Die Rechtsprechung macht deutlich, dass Velofahrende nicht von der Einhaltung gewisser Vorsichtsmassnahmen entbunden sind. Nehmen Velofahrerinnen diese Eigenverantwortung nicht wahr, droht ihnen eine Busse wegen «Nichtbeherrschen des Fahrzeugs». Zu allfälligen sturzbedingten Schmerzen kann dann noch eine schmerzhafte Geldstrafe hinzukommen (mehr dazu hier). Einziger Trost: Die Schneetage im Mittelland haben sich seit den 1990er-Jahren fast halbiert.