Darum gehts
- Haftanstalt Camp East Montana in Texas: 3000 Häftlinge unter katastrophalen Bedingungen
- Mangelhafte Hygiene, Gewalt, Suizide und Masernausbruch belasten Insassen massiv
- Über 100 Notrufe analysiert: ICE plant mögliche Schliessung des Lagers
Selbstmorde, Schlägereien und massenhaft Infizierungen mit Krankheiten: Die Notrufe aus der Haftanstalt Camp East Montana im US-Bundesstaat Texas zeigen die schrecklichen Lebensbedingungen der Häftlinge auf. Im Lager werden Menschen festgehalten, die von der Einwanderungsbehörde ICE verhaftet wurden.
Die Nachrichtenagentur AP News hat über 100 Notrufe aus der Haftanstalt analysiert. Die Häftlinge beschreiben dreckige Duschen und Toiletten, undichte Zelte und gewalttätige Sicherheitskräfte. Schlaf sei Mangelware, und Sonnenlicht gäbe es nur ein- bis zweimal pro Woche bei kurzen Ausflügen.
«Zustände tausendmal schlimmer als im Gefängnis»
Die schlechten Haftbedingungen würden dazu führen, dass sich Krankheiten wie ein Lauffeuer im Lager verbreiten. Aktuell bleibt das Zentrum aufgrund eines Masernausbruchs für Besucher geschlossen. Die Häftlinge hätten wegen der schlechten Gesundheitsversorgung nur selten Zugang zu Medizin und würden aufgrund mangelnder Ernährung besorgniserregend viel Gewicht verlieren.
Diese harten Bedingungen würden die Insassen auch mental stark belasten. Im Januar habe sich ein 36-jähriger Nicaraguaner im Lager das Leben genommen. Der ehemalige Häftling Owen Ramsingh erzählt AP News, die Wachen hätten miteinander gewettet, welcher Insasse als nächster Suizid begehen würde.
Ramsingh nennt die Zustände im Lager «tausendmal schlimmer als in einem Gefängnis». «Jeder Tag fühlte sich wie eine Woche an. Jede Woche wie ein Monat. Jeder Monat wie ein Jahr», erzählt er. «Die Folter, der Mangel an Schlaf, der Mangel an Nahrung ...»
Wenn ein Ereignis auch bei dir auch seelisch Spuren hinterlassen hat, zögere nicht, Hilfe zu holen. Auch für Kinder und Jugendliche gibt es passende Angebote.
Pro Juventute, Telefon 147, Beratungstelefon und Chat für Kinder und Jugendliche oder www.147.ch. 24/7. Dargebotene Hand, Telefon 143, www.143.ch, 24/7.
Elternnotruf, 0848 35 45 55 (Festnetztarif) oder www.elternnotruf.ch. Nicht für medizinische Notfälle. Zwischen 23 und 8 Uhr wird der Anruf auf Pro Juventute umgeleitet.
Dureschnufe, www.Dureschnufe.ch, Plattform mit Tipps für psychische Gesundheit rund um Corona.
Hotline für Angststörungen und Panik, Telefon 0848 801 109. Öffnungszeiten an Feiertagen nur von 12 bis 14 Uhr, www.aphs.ch.
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Camp wird eventuell geschlossen
Das Camp East Montana ist die grösste Haftanstalt von ICE. Etwa 3000 Menschen werden dort festgehalten. Einige der Häftlinge würden schon seit Jahrzehnten in den USA leben. Die grosse Mehrheit habe ausserdem keine Vorstrafen.
Die Einwanderungsbehörde selbst dementiert die schlechten Zustände in der Haftanstalt und behauptet, der Betrieb würde normal weiterlaufen. Die «Washington Post» berichtete allerdings am Mittwoch, dass ICE einen Plan zur Schliessung des Camps erwägt.
«Ausserordentlich brutal»
Zustände wie im Camp East Montana sollen in den ICE-Einrichtungen keine Ausnahme sein. Auch in Alligator Alcatraz, der Haftanstalt in den Everglades im Bundesstaat Florida, sollen die Lebensumstände der Häftlinge prekär sein. PBS News berichtet von Würmern im Essen, defekten Toiletten und überlaufenden Abwasserkanälen. «Die Bedingungen sind so schlecht, dass viele der Inhaftierten aufgeben wollen», erzählte die Geschäftsführerin einer Immigranten-Organisation gegenüber PBS News.
Auch die Haftanstalt California City, die mitten in der kalifornischen Wüste aufgebaut wurde, soll gravierende Probleme haben. Ein ehemaliger Häftling mit einer chronischen Magenkrankheit erzählte dem «New Yorker», ihm sei der Zugang zu Medikamenten verweigert worden. Ein Anwalt beschrieb die Einrichtung als «ausserordentlich isoliert, ausserordentlich brutal mit ausserordentlich schlechter medizinischer Versorgung».