Darum gehts
- Peter Magyars Tisza-Partei gewinnt am Sonntag Zweidrittelmehrheit in Ungarn
- Deutsche und französische Politiker feiern das Ende der Ära Orban
- Magyar besiegt Orban nach 16 Jahren, Opposition erhält klare Mehrheit
Am Sonntag um 22.15 Uhr war es Tatsache: Die Tisza-Partei von Orban-Gegner Peter Magyar (45) holt sich eine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Damit endet in Ungarn eine Ära, die 16 Jahre von Viktor Orban geprägt war.
Der Erdrutschsieg der Opposition hat weltweit Reaktionen ausgelöst. Bereits am Sonntagabend hagelte es Gratulationen für Wahlsieger Magyar.
«Lasst uns ein souveränes Europa vorantreiben»
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (70) schrieb auf X: «Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa.» Sein Aussenminister Johan Wadepuhl (63) ergänzte: «Die Menschen in Ungarn haben gewählt. Sie haben sich für den politischen Wandel entschieden. Ich hoffe, dass das Land jetzt wieder seine grossen Chancen in und mit Europa nutzt.»
Der französische Präsident Emmanuel Macron (47) will nach Magyars Sieg an einem «gemeinsamen, souveränen» Europa arbeiten. Er habe Oppositionsführer Magyar angerufen, um ihm zu gratulieren, schrieb Macron auf X. Es sei auch ein Sieg für Europa. «Lasst uns gemeinsam ein souveräneres Europa vorantreiben – für die Sicherheit unseres Kontinents, unsere Wettbewerbsfähigkeit und unsere Demokratie.»
Meloni bedankt sich bei «Freund» Orban
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (48) wählte derweil leicht andere Worte. Sie gratulierte Magyar zu seinem Sieg, würdigte aber auch die Arbeit ihres «Freundes» Viktor Orban. In den vergangenen Jahren habe man «intensiv» zusammengearbeitet.
Gespannt warten Beobachter auch auf die Reaktion Washingtons. Orban galt als enger Freund der Trump-Administration – US-Vize J. D. Vance (41) reiste gar nach Budapest, um dem ehemaligen Regierungschef seine Unterstützung zu zeigen.
«Als Nächstes stehen die Trump-Anhänger auf dem Programm»
Derweil hat sich die Opposition in Washington erfreut über das Ergebnis gezeigt. «Der rechtsextreme Autoritarist Viktor Orban hat die Wahl verloren. Als Nächstes stehen im November die Trump-Anhänger und MAGA-Extremisten im Kongress auf dem Programm. Der Winter naht», erklärte Hakeem Jeffries, Minderheitsführer im US-Repräsentantenhaus. Der Demokrat ist ein führender Gegner von US-Präsident Donald Trump.
Das Ergebnis der Wahlen in Ungarn dürfte auch den Kreml interessiert haben. Orban galt als russlandfreundlich und pflegte engen Kontakt mit Kreml-Chef Wladimir Putin (74). Letzterer hat sich noch nicht persönlich zur Abwahl Orbans geäussert. Stattdessen kommentierte Kirill Dmitriew, Sonderbeauftragter des russischen Präsidenten für Investitionen und wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland sowie Geschäftsführer, die Niederlage. «Das wird den Zusammenbruch der EU nur noch beschleunigen. Überprüft in vier Monaten, ob ich Recht habe», schrieb er auf X.